Julian F. M. Stoeckel: "Bekomme die historisch höchste Gage"
Julian F. M. Stoeckel zieht mit seinem Partner Marcell ins aktuelle "Sommerhaus der Stars" – als Nachzügler. Aber warum ist er nicht von Anfang an dabei?
Ein Interview
von Patricia Kämpf
Er hätte schon oft ins Sommerhaus einziehen können, bislang wollte Entertainer Julian F. M. Stoeckel aber nie. 2026 war dann alles anders. Im Interview mit unserer Redaktion spricht der 39-Jährige über seine Zeit auf dem Bauernhof in Bocholt und beantwortet die Frage aller Fragen, die sich jedem Paar nach dem Aufenthalt im "Sommerhaus der Stars" stellt.
Herr Stoeckel, sind Sie nach Ihrem Aufenthalt im Sommerhaus nun verflucht?
Julian F. M. Stoeckel: Ich habe das Sommerhaus jahrelang abgesagt, bin bestimmt hundertmal gefragt worden. Jetzt war RTL aber so sehr an mir dran, hat mich so belagert, dass ich nicht mehr absagen konnte. Nun war ich also drin, aber verflucht bin ich nicht. Und ich bin nicht schlimmer geworden, als ich eh schon bin. (lacht)
Hat der Sommerhaus-Fluch bei Ihnen und Ihrem Partner zugeschlagen?
Wir sind das Sommerhaus-Paar, das am längsten zusammen ist, nächstes Jahr zehn Jahre. Warum sind wir zehn Jahre zusammen? Weil wir uns akzeptieren, weil wir uns gut behandeln und weil wir nie das Niveau und das gute Benehmen verlieren. Weder Marcell noch ich hatten Angst davor, dass wir dem Sommerhaus-Fluch verfallen können.
RTL hat Sie belagert, sagen Sie. Das heißt, gut gezahlt?
Es war schnell klar: RTL will unbedingt, dass die Stoeckel kommt. Als es um die Gage ging, habe ich dann aber direkt gesagt: Für diese Gage auf gar keinen Fall – und habe abgesagt. Dann hat RTL aber wieder angerufen und einfach ein gutes Angebot gemacht: Ich wurde als Nachzügler gebucht zu der – glaube ich – historisch höchsten Gage, die jemals einem Nachzügler bezahlt worden ist. Und ich finde das vollkommen richtig und angemessen und danke meinem RTL.
Sie wurden von vornherein als Nachzügler gebucht?
Es stand von vornherein fest: Wenn ich komme, dann nur als Nachzügler. Ich wollte auch gar nicht die ganze Zeit im Sommerhaus sein, das ist mir viel zu anstrengend, ich bin in einem Alter, in dem ich das nur schwer ertragen kann. Drei Wochen hätte ich nicht ausgehalten, da wäre ich nervlich am Ende gewesen.
In der Zeit, in der Sie drin waren, war wahrscheinlich schon komplette Eskalation.
Ich bin ja durch das Dschungelcamp berühmt geworden zu einer Zeit, in der noch ganz andere Leute boulevardeskes Fernsehen gemacht haben. Jetzt trifft man auf die ganzen Berufs-Reality-Stars, deren Augenmerk die dauerhafte Provokation ist, das Anecken, Vergiftereien von vorne bis hinten. Wenn ich jetzt in so ein Format komme, bin ich die Haremsherrin, die Königin, und mein Hofstaat muss machen, was ich sage.
Hat das funktioniert?
Natürlich hat es funktioniert. Als Marcell und ich eingezogen sind, haben alle gejubelt, geschrien und sich gefreut, weil endlich ein Star eingezogen ist. Die anderen sind Berufs-Reality-Stars und das ist auch völlig in Ordnung, Vanessa Neigert ist ein Schlagerstar, der Naseband hat eine Karriere im Fernsehen gemacht. Aber ich bin natürlich ein schillernder Star, da haben die ganzen jungen Hühner sofort Spalier gestanden: Man hat mir das schönste Bett angeboten, das schönste Zimmer. Ich habe dann erstmal gesagt: "So geht das nicht, hier ist Dreck, hier wird aufgeräumt, dann wird der Müll geleert." Ich habe alles angeordnet, aber auch selbst mit angepackt und aufgeräumt.
Ist das Sommerhaus so schlimm, wie man es sich vorstellt?
Ich lebe seit Beginn meiner Karriere nach dem Credo: "Was du nicht sagst, kann nicht gesendet werden." Wenn du dich nicht als Idiot präsentierst, kannst du nicht als Idiot gezeigt werden. Was ich damit sagen will: Ich glaube, die Protagonisten, die in den letzten Jahren im Sommerhaus waren, hatten das Gefühl, sie müssten sich so verhalten. Das Sommerhaus ist darauf ausgelegt, krawallig zu sein, laut zu sein, böse, gemein, hinterhältig. Aber die haben eins im Showbiz nicht verstanden: Ein Künstler bringt seine Persönlichkeit in ein Format. Es geht nicht darum, dass ich mich als Paar peinlich und niederträchtig präsentiere, sondern Stil habe, Humor, Charme, Schlagfertigkeit. Am Ende wird man ja nicht berühmt, weil man krawallig ist, sondern weil man irgendwas kann. Irgendwas musst du schon können, denn sonst sortiert dich das Fernsehen ebenso schnell wieder aus, wie es dich einsortiert hat.
Dafür sind die Reality-Stars ja im Prinzip bekannt: Sie gehen in ein Format nach dem nächsten und sorgen ordentlich für Krawall.
Das ist die Gretchenfrage. Ist das alles eigentlich Unterhaltung? Oder sind die Reality-Stars nur Platzhalter für die Stars, die nicht in diese Formate gehen? Viele meiner Fernsehkollegen wollen nicht mit den Berufs-Reality-Stars zusammen sein. Ich auch nicht, aber ich habe eins gelernt: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Der Zeitgeist sind im Moment Reality-Formate. Und die Berufs-Reality-Stars sind natürlich so billig, die kommen alle für einen Apfel, ein Ei und eine freie Deutsche-Bahn-Fahrt 2. Klasse.
Der Sender konnte Sie sich leisten.
Empfehlungen der Redaktion
"The Power": Iris Katzenberger trifft im Machtspiel auf Lucas Cordalis
Bart ab? Horst Lichter sorgt für Aufregung im Frühstücksfernsehen
Ausgerechnet beim Staffelfinale muss Kiewel ersetzt werden
Aber wahrscheinlich auch nur als Nachzügler. Die ganze Bürde des Formates liegt jetzt auf meinen Schultern, dass ich diese ganzen Leute mal von unten nach oben aufwirble, das war so ein bisschen meine Aufgabe. Ob ich das geschafft habe? Kann ich natürlich nicht sagen.
Über den Gesprächspartner
Julian F. M. Stoeckel wurde 1987 in Berlin geboren und 2014 durchs Dschungelcamp bekannt. Er arbeitet als Entertainer, Schauspieler und Designer, sein Markenzeichen ist sein Turban. Mit seinem Partner Marcell Damaschke war er bereits in der Show "Couple Challenge" zu sehen.