Jürgen Klopp: 25 Werbedeals in den letzten Jahren
Die "menschgewordene Werbebande" Klopp sammelt 25 Werbedeals – nun drohen Konflikte mit dem DFB Von dpa Aktualisiert am 14.07.2026 - 11:33 UhrLesedauer: 3 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Wenn nichts Unerwartetes geschieht, wird Jürgen Klopp neuer Bundestrainer. In den letzten Jahren verdiente er viel Geld – nicht nur mit sportlichen Themen. Kaum ein Trainer war in den vergangenen Jahren so häufig in der Werbung zu sehen wie Jürgen Klopp. Nach Angaben des Magazins "11Freunde" ging der designierte Bundestrainer während seiner Trainerkarriere insgesamt 25 Werbepartnerschaften ein. Genau diese Vielzahl an Sponsorendeals könnte in seinem neuen Amt noch zum Thema werden. Seinen ersten Werbedeal als Trainer musste sich Klopp allerdings selbst organisieren – und erhielt dafür nicht einmal Geld. "Als Trainer von Mainz wollte keiner einen Vertrag mit mir abschließen, das Interesse der Ausrüster war unter Null. Da hab ich gedacht, dann möchte ich wenigstens die Klamotten anziehen, die mir am besten gefallen", erzählte Klopp einmal im "Tagesspiegel". "Das war Nike, die Sachen fand ich cool. Also bin ich hin, sagte, Kohle will ich nicht. Alles gut. Genau so hat es angefangen." Hannover 96: Ex-Profi liegt im Koma Hintertür bleibt offen: Transferwirbel um El Mala Inzwischen wirbt Klopp für zahlreiche Unternehmen – darunter Getränkehersteller, Versicherungen, Autohersteller, Banken, Schokoriegel, Sportausrüster, Urlaubsportale, Gesichtspflege und Elektrofachhändler. Für den "Spiegel" wurde Klopp so zum "Trainer als menschgewordene Werbebande". Weiterbeschäftigung bei Red Bull wohl nicht denkbar Wie passt das zu einem, der sich selbst einst als "The Normal One" bezeichnete? Und vor allem: Wie passt das zur Rolle als Bundestrainer? Vor allem Klopps Tätigkeit als Markenbotschafter von Red Bull sehen viele kritisch – insbesondere mit Blick auf einen möglichen Einsatz an der Seitenlinie. Nach Informationen des "Kicker" ist die vielfach diskutierte Möglichkeit, Klopp könne auch als Bundestrainer Markenbotschafter von Red Bull bleiben, allerdings kein Bestandteil der Verhandlungen zwischen dem Getränke-Unternehmen, bei dem Klopp noch als Head of Global Soccer unter Vertrag steht, und dem DFB. Doch auch unabhängig davon könnten einige seiner Werbepartnerschaften zum Problem werden. Mehrere Unternehmen, für die Klopp wirbt, konkurrieren mit offiziellen Sponsoren des Deutschen Fußball-Bundes. Offen ist etwa, was passiert, wenn der DFB mit Bier-Sponsor Bitburger einen Werbespot mit Klopp drehen möchte, der aber bereits für den Brauereikonzern Anheuser-Busch wirbt. Die Antwort dürfte im noch auszuhandelnden Vertrag zwischen Verband und Trainer geregelt werden. Öffentlich äußern sich die Beteiligten dazu bislang nicht. "Im Zweifel werden sich aber Lösungen finden lassen", sagte Sportrechtsanwalt Paul Lambertz dem "Spiegel". Der Experte für Sponsoringverträge erklärte: "Ein individueller Sponsor von Jürgen Klopp wird sich gut überlegen, ob er ihn auf Schadensersatz verklagen will, sollte er vertragsbrüchig werden." Kein Konflikt mit Nike Ein möglicher Konflikt erledigt sich ohnehin von selbst. Klopps Vertrag als Markenbotschafter von Adidas läuft nach dieser WM aus. Damit gibt es keine Überschneidung mit dem neuen DFB-Ausrüster Nike, der den Verband ab 2027 Medienberichten zufolge mit rund 100 Millionen Euro pro Jahr unterstützt. Doch warum ist Klopp als Werbegesicht so gefragt? "Er wirkt authentisch, kommunikativ und nahbar. Er schafft es, Menschen emotional zu erreichen, ohne dabei inszeniert zu wirken", sagte Marketing-Experte Felix Murbach der Deutschen Presse-Agentur. "Nicht seine Bekanntheit macht ihn für Marken so wertvoll, sondern das Vertrauen, das er sich über viele Jahre erarbeitet hat." Davon könnte auch der DFB profitieren, denn mit Klopp als Aushängeschild dürften Sponsorenverhandlungen einfacher werden. Dabei sei es nie das Ziel gewesen, "Jürgen Klopp als Marke aufzubauen", sagte dessen Berater Marc Kosicke einmal der "Welt". "Es geht um geleistete Arbeit und die Persönlichkeit, die man hat. Sportlicher Erfolg ist die Grundlage für eine gute Vermarktung." Neben seinen Erfolgen lebt Klopp auch von seinem Charisma. Viele Fans sehen in ihm einen sympathischen und humorvollen Menschen. Genau dieses Image machen sich Unternehmen zunutze. Dass der frühere Trainer von Borussia Dortmund und des FC Liverpool gleichzeitig für so viele Marken wirbt und dabei wenig Markentreue zeigt, wird allerdings auch kritisch gesehen.