Justizminister Blanche verplappert sich
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Peinlich für Trump: Sein Justizminister enthüllt vor Reportern, was eigentlich niemand hören sollte
Von: Lukas Richter
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Trumps Justizminister verrät: Das Weiße Haus gibt bei Pressefragen Reporterlisten vor.
Washington – US-Justizminister Todd Blanche hat bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus offenbart, dass ihm vorab eine Liste mit Reportern gegeben wurde, die er aufrufen sollte. Politisch heikel ist der Vorgang für Donald Trump: Der US-Präsident hatte seinen Vorgänger Joe Biden wegen solcher Listen angegriffen und daraus den Vorwurf abgeleitet, Biden kenne sogar die Fragen im Voraus.
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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.
Die Washington Post berichtet, Blanche habe am Dienstag (15. September) im Rosengarten des Weißen Hauses zunächst angekündigt, Fragen entgegenzunehmen. Als mehrere Journalisten gleichzeitig versuchten, zum Zug zu kommen, bremste er sie mit einem bemerkenswert offenen Hinweis: „Sie geben einem eine Liste, Leute. Ganz ruhig.“
Blanche rief anschließend zunächst einen Reporter des konservativen Magazins „National Review“ auf. Später blickte er erneut auf seine Liste und nahm unter anderem Fragen vom rechten Nachrichtenportal „Daily Caller“ sowie von der „New York Post“ entgegen. Andere Fragen ließ er laut Washington Post spontan zu.
Die ersten beiden ausgewählten Fragen passten nach Darstellung des Daily Beast eng zur politischen Agenda der Regierung. „National Review“ fragte nach möglichen Folgen einer Entscheidung des Supreme Court für die Verfolgung von Wahlbetrug.
Der „Daily Caller“ wollte wissen, ob die demokratische Abgeordnete Ilhan Omar abgeschoben werden könnte, falls ihr Einwanderungs- oder Einbürgerungsbetrug nachgewiesen würde.
Trump warf Biden vorher bekannte Fragen vor
Dass Regierungen im Voraus festlegen, welche Reporter bei Pressekonferenzen aufgerufen werden, ist laut beiden Berichten üblich. Eine solche Liste bedeutet jedoch nicht automatisch, dass auch die Fragen vorher bekannt sind.
Trump hatte Biden 2023 auf Truth Social vorgeworfen, einen bestimmten Reporter aufzurufen, dessen Frage zu erhalten und anschließend eine vorbereitete Antwort abzulesen. „Mit anderen Worten: Er kennt die Frage und liest dann die Antwort vor“, schrieb Trump damals. Schon 2020 hatte er behauptet, Biden seien Fragen vorab gegeben worden.
Biden räumte während seiner Präsidentschaft mehrfach ein, Listen mit Reportern zu haben, die er aufrufen sollte. Die White House Correspondents’ Association und die Nachrichtenagentur Associated Press erklärten jedoch, Journalisten hätten ihre Fragen nicht im Voraus an das Weiße Haus übermittelt.
Auch Vance und Bessent arbeiteten mit Listen
Auch andere Mitglieder der aktuellen Regierung arbeiteten zuletzt mit solchen Vorgaben. Vizepräsident JD Vance nutzte bei einer Pressekonferenz am 3. September einen ausgedruckten Sitzplan. Finanzminister Scott Bessent las im August offenbar Namen von Reportern ab.
Kritik zog Blanches Auftritt auch wegen seiner eigentlichen Funktion auf sich. Der US-Aktivist Aaron Rupar schrieb auf X, der Vorgang zeige, dass das Justizministerium „nichts anderes als ein Arm von Trumps politischer Operation“ sei. Aus der Reporter-Liste allein lässt sich dieser Vorwurf nicht belegen.