Juwelenraub in Paris: Kim Kardashian erhält einen Euro Entschädigung – „Opa
Zehn Jahre nach dem spektakulären Juwelenraub an US-Realitystar Kim Kardashian (45) hat ein Pariser Gericht der Unternehmerin einen symbolischen Schadenersatz von einem Euro (etwa 1,50 Dollar) zugesprochen. Die Summe entspricht exakt dem Betrag, den Kardashian selbst gefordert hatte. Bereits im Mai 2025 waren acht Angeklagte wegen ihrer Beteiligung an dem Überfall schuldig gesprochen worden.
Kardashian hatte den Raubüberfall wiederholt als „die furchterregendste Erfahrung meines Lebens“ bezeichnet. In einer gemeinsamen Erklärung mit ihrer Stylistin Simone Harouche dankte sie nun der französischen Justiz. Das Erlebte sei „zutiefst traumatisch“ gewesen und wirke bis heute nach. Bei der Entscheidung gehe es nicht um Geld, sondern um „Verantwortlichkeit und Anerkennung“, erklärten die beiden Frauen.
Der Überfall zählt zu den aufsehenerregendsten Kriminalfällen der vergangenen Jahre in Frankreich. In der Nacht zum 3. Oktober 2016 drangen mehrere Täter während der Pariser Modewoche in das luxuriöse Hôtel de Pourtalès ein, in dem Kardashian wohnte. Zwei als Polizisten verkleidete Männer verschafften sich Zugang zu ihrer Suite, fesselten die damals allein anwesende Prominente mit Kabelbindern und Klebeband und raubten Schmuck im Wert von mehr als sechs Millionen Dollar. Unter der Beute befand sich auch ein mehrere Millionen Dollar teurer Diamantring, den Kardashian kurz zuvor bei einer Givenchy-Schau getragen hatte.
Nach Angaben der Ermittler hatten die Täter die Aufenthaltsorte und Gewohnheiten des Stars über soziale Netzwerke ausgespäht. Der Fall wurde weltweit als Warnung vor den Risiken öffentlicher Echtzeit-Posts in sozialen Medien diskutiert.
Auch weitere Geschädigte erhielten nun Entschädigungen zugesprochen. Dem ehemaligen Rezeptionisten des Hotels, der nach eigenen Angaben durch den Überfall traumatisiert wurde, sprach das Gericht rund 110.000 Euro zu. Er hatte ursprünglich 550.000 Euro gefordert. Sein Anwalt Mohand Ouidja wertete die Entscheidung dennoch als Erfolg. Kardashians Stylistin Harouche erhielt die von ihr geforderten 50.000 Euro Schadenersatz. Das Hotel selbst kann nach dem Urteil mit einer Entschädigung von 50.000 Euro rechnen.
„Opa-Räuber“ spionierten Kardashian über Social-Media aus
Wegen ihres hohen Alters waren die Angeklagten in Frankreich unter dem Spitznamen „les papys braqueurs“ bekannt geworden, auf Deutsch etwa „die Opa-Räuber“. Mehrere von ihnen waren zum Zeitpunkt des Prozesses bereits in ihren Sechzigern und Siebzigern. Da die verhängten Strafen durch die bereits verbrachte Untersuchungshaft weitgehend abgegolten waren, musste keiner der Verurteilten erneut ins Gefängnis. Gegen das Urteil legte keiner von ihnen Rechtsmittel ein.
Nach den Schuldsprüchen hatte Kardashian erklärt, sie werde die Tat niemals vergessen. Zugleich glaube sie „an die Kraft von Entwicklung und Verantwortungsübernahme“ und hoffe auf Heilung für alle Beteiligten. Seither setzt sie sich nach eigenen Angaben weiterhin für Gerechtigkeit und ein faires Rechtssystem ein.