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Kaffee am Morgen senkt Risiko für Herz

Gesundheit

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Bei Kaffeetrinkern am Morgen beobachteten Forscher eine um 31 Prozent niedrigere Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen als bei Nichttrinkern

Von: Susanne Gellner

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Kaffee am Morgen zu trinken statt über den ganzen Tag verteilt, senkt laut einer großen US-Studie deutlich das Risiko für einen Herz-Kreislauf-Tod. Das bestätigt nun eine neue Untersuchung:

Kaffee gehört für viele Menschen zum täglichen Ernährungs-Ritual, ob als Wachmacher am Morgen oder als Pause zwischendurch. Forscher interessieren sich zunehmend nicht nur dafür, wie viel Kaffee jemand trinkt, sondern auch, zu welcher Uhrzeit das geschieht. Eine große Studie aus den USA hat genau diesen Zusammenhang zwischen Kaffee am Morgen und der Gesundheit des Herzens untersucht.

Dafür unterschieden die Wissenschaftler zwischen Menschen, die ihren Kaffee ausschließlich morgens trinken, und solchen, die ihn über den ganzen Tag verteilt konsumieren. Beide Gruppen nehmen oft ähnliche Mengen zu sich, doch die Frage war, ob sich daraus unterschiedliche gesundheitliche Folgen für das Herz-Kreislauf-System ergeben.

Kaffee am Morgen wirkt anders auf das Herz

Kaffee regt das Magenhormon Gastrin an, was der Grund ist, warum du nach dem Kaffeetrinken manchmal eilig zur Toilette musst. Aber die Analyse im Fachjournal „European Heart Journal“ geht viel weiter. Sie wertete Daten von 40.725 erwachsenen Amerikanerinnen und Amerikanern aus der Gesundheitsstudie NHANES aus, die fast zehn Jahre lang beobachtet wurden.

Menschen, die ihren Kaffee nur zwischen vier Uhr morgens und zwölf Uhr mittags tranken, hatten im Vergleich zu Nichttrinkern ein um 31 Prozent geringeres Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, und ein um 16 Prozent niedrigeres Risiko für die Gesamtsterblichkeit. Bei Personen, die ihren Kaffee über den ganzen Tag verteilt tranken, verschwand dieser Vorteil. Die Forscher vermuten, dass die innere biologische Uhr des Körpers hier eine entscheidende Rolle spielt.

Ein ähnlicher, wenn auch schwächerer Vorteil zeigte sich ebenfalls bei entkoffeiniertem Kaffee, wenn er morgens getrunken wurde. Das deutet darauf hin, dass nicht allein das Koffein, sondern auch andere Inhaltsstoffe wie Polyphenole und Antioxidantien je nach Tageszeit unterschiedlich vom Körper verarbeitet werden könnten. Als Erklärung diskutieren die Wissenschaftler mehrere mögliche Mechanismen:

Koffein am Nachmittag oder Abend kann die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin unterdrücken und so den Schlaf verkürzen.

Schlechterer Schlaf begünstigt langfristig chronische Mikroentzündungen in den Gefäßen und einen höheren Blutdruck.

Die positiven, entzündungshemmenden Effekte von Kaffee könnten durch diese zirkadianen Störungen am Nachmittag teilweise aufgehoben werden.

Am Morgen fällt die Blockade der Adenosinrezeptoren offenbar in ein Zeitfenster, in dem der Körper Entzündungen besonders gut regulieren kann.

Eine aktuelle Studie bestätigt die Vermutung

Eine aktuelle Studie im US-Fachmagazin „The Faseb Journal“ von September 2026 liefert tatsächlich eine Bestätigung. Ein Forschungsteam aus China analysierte dafür Daten von 21.553 Erwachsenen mit kardiovaskulärem Nieren-Stoffwechsel-Syndrom, kurz CKM-Syndrom, aus derselben großen US-Gesundheitsbefragung für die Jahre 1999 bis 2018. Über eine Nachbeobachtungszeit von 9,2 Jahren registrierten die Forscher 3.565 Todesfälle.

Beim Morgenkaffee, den fast die Hälfte der Teilnehmenden zu sich nahmen, war das Sterberisiko insgesamt um 21 Prozent und das Herz-Kreislauf-Sterberisiko um 25 Prozent niedriger als bei späterem Genuss. Zusätzlich testete das Team im Tierversuch: Mäuse, die morgens Kaffee erhielten, zeigten bessere Stoffwechsel- und Nierenwerte sowie niedrigere Entzündungsmarker und weniger Anzeichen für Herzmuskelschäden als Tiere, die ihn später bekamen.

Was schränkt die Aussagekraft der Studien ein?

Beide Studien sind Beobachtungsstudien und können daher keinen direkten Beweis für Ursache und Wirkung liefern. Der Zeitpunkt des Kaffeekonsums wurde außerdem über Befragungen erfasst, bei denen sich die Teilnehmenden selbst erinnern mussten, sodass Ungenauigkeiten nicht ausgeschlossen sind. Auch die Ergebnisse aus dem Mausmodell lassen sich nicht eins zu eins auf den Menschen übertragen.

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