Kalorienverbrauch beim Sport: So ungenau kann Ihre Smartwatch sein
Drei der vier Smartwatches zeigten zu viele Kalorien an
Die vier getesteten Smartwatches wichen beim berechneten Kalorienverbrauch teils deutlich von der Referenzmessung ab. Wie groß der Fehler ausfiel, hing auch vom Gerät ab. Apple Watch Series 8, Garmin Forerunner 955 und Samsung Galaxy Watch 5 überschätzten den Energieverbrauch im Mittel. Bei der Fitbit Sense 2 war die durchschnittliche Abweichung geringer, allerdings traten bei diesem Gerät besonders viele Ausreißer und fehlende Messwerte auf. Zeigt eine Fitnessuhr beispielsweise 500 verbrannte Kilokalorien an, sollte man diesen Wert deshalb nicht als exakte Angabe verstehen.
Vier beliebte Smartwatches im direkten Vergleich
Forscher der Florida International University untersuchten 58 Erwachsene. Die Teilnehmer absolvierten einen zehnminütigen Belastungstest auf einem Liegefahrrad und wechselten dabei zwischen mittlerer und hoher Intensität. Sie trugen die vier Smartwatches im Test gleichzeitig. Parallel bestimmten die Forscher den tatsächlichen Energieverbrauch mittels wissenschaftlicher Methode und verglichen die Werte mit den Angaben der Smartwatches.
Je höher der Körperfettanteil, desto größer die Messfehler
Ein besonders deutlicher Zusammenhang zeigte sich beim Körperfettanteil: Je höher er war, desto stärker wichen die Kalorienschätzungen vom gemessenen Energieverbrauch ab. Dieser Effekt zeigte sich über alle vier Marken hinweg.
Warum der Körperfettanteil die Genauigkeit beeinflusst, ist noch nicht geklärt. Die Autoren vermuten unter anderem einen Zusammenhang mit den Algorithmen, mit denen die Geräte den Energieverbrauch berechnen. Beim ebenfalls untersuchten Hauttyp fanden sie dagegen keinen signifikanten Einfluss auf die Genauigkeit. Untersucht wurden allerdings nur die Fitzpatrick-Hauttypen III bis V.
Welche Smartwatch-Werte beim Training hilfreicher sind
Die Forscher empfehlen, den angezeigten Kalorienverbrauch vorsichtig zu interpretieren und im Zweifel niedriger anzusetzen. Als Orientierung beim Training eignen sich Angaben zur Herzfrequenz und zur Trainingszeit in verschiedenen Pulsbereichen besser. Sinnvoller als einzelne Tageswerte ist es zudem, die persönliche Entwicklung über einen längeren Zeitraum zu beobachten.