Kämpfe im Jemen: Heftige Kämpfe zwischen Huthi-Miliz und Regierungstruppen im Jemen
Im Jemen gehen die Kämpfe zwischen den Huthis und Truppen der international anerkannten Regierung weiter. Seit der Nacht konzentrieren sich die Gefechte auf den Westen der Provinz Tais, nahe der Meerenge Bab al-Mandab. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus jemenitischen Militärkreisen. Die bergige Provinz Tais ist von strategischer Bedeutung, um die Küste zu kontrollieren. Kürzlich hatte die mit der iranischen Führung verbündete Huthi-Miliz das Küstengebiet unter ihre Kontrolle gebracht.
Der Regierung gelange es demnach unter anderem mithilfe von Luftangriffen, ein weiteres Vorrücken der Huthis an zwei Fronten zu verhindern. Zahlreiche Milizionäre seien getötet oder verwundet worden, hieß es aus dem Umfeld der Regierungstruppen. Zudem sei eine Huthi-Drohne nahe der Meerenge abgeschossen worden.
Huthi-Medien berichten von saudiarabischen Luftangriffen in den Provinzen Tais und Haddscha. Die Angriffe hätten unter anderem drei Sendemasten gegolten. Die Angaben der Konfliktparteien lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Zehntausende fliehen vor den Kämpfen
In der Region Tais sind nach Schätzungen der Regierung mindestens 67.000 Menschen geflohen. Insgesamt wird von mehr als 125.000 Menschen ausgegangen, die seit Beginn des Monats durch die Kämpfe in die Flucht getrieben wurden.
In der vergangenen Woche hatten die Huthis in einer Blitzoffensive die gesamte Westküste des Jemen unter ihre Kontrolle gebracht und strategisch gelegene Inseln in Bab al-Mandeb erobert. Sie haben damit praktisch uneingeschränkten Zugriff auf die Meerenge, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet. Durch diesen Wasserweg führt die wichtigste Schifffahrtsroute zwischen Europa und Asien.