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„Kämpfen täglich“: Konkretes Angebot

Sport

Die Gäste, die am Dienstagabend in die Therme des „Aqua Dome“ schlenderten, staunten nicht schlecht – denn der Vorplatz des Wohlfühl-Tempels war fest in HSV-Hand. Etwa 80 Fans waren gekommen, um dem Vorstands-Talk mit Eric Huwer und Kathleen Krüger zu lauschen. Muntere 60 Minuten, in denen die Anhänger Fragen stellten und den beiden Bossen so manches Geheimnis entlockten. Rund drei Wochen ist Krüger mittlerweile als HSV-Sportvorständin im Amt. Während des Trainingslagers in Längenfeld erfährt sie einmal mehr, welche Wucht der HSV auslöst. Hunderte Anhänger strömen jeden Tag zu den Trainingseinheiten der Profis. Eine Erfahrung, die die 41-Jährige auch auf Anraten von Bayern-Legende Uli Hoeneß sammelt. HSV-Chefin Krüger holte sich vorm Wechsel den Segen von Uli Hoeneß „Es ist kein Geheimnis, dass Uli Hoeneß mich einst bei den Bayern eingestellt hat“, erklärte Krüger und bezeichnet den Ex-Boss der Münchner als „ganz wichtigen Wegbegleiter“. Als sich abzeichnete, dass der HSV sie in den Volkspark lotsen wollte, bat sie Hoeneß deshalb zum Gespräch: „Ich glaube, diesen Respekt sollte ich ihm zollen. Und er hat gesagt: Wenn ich die Chance erhalte, dann soll ich sie ergreifen. Das habe ich getan. Es war ein sehr gutes und wohlwollendes Gespräch und hat mir auch gut getan, um loszulassen.“ Zugreifen will der HSV bei Fábio Vieira, der nach seiner Leihe aus der Vorsaison erstmal zum FC Arsenal zurückgekehrt ist. Besteht die Chance, den Portugiesen fest zu verpflichten? Huwer bestätigte, dass der HSV den Londonern bereits ein konkretes Angebot vorgelegt habe. Der HSV würde für Vieira keine Schulden machen „Fábio ist ein großartiger Spieler, um den wir gefühlt gerade täglich kämpfen“, so der Finanzvorstand. „Wir haben bei Arsenal unser Interesse auch mit Zahlen hinterlegt, das Thema ist bekannt. Aber da zuckt jetzt gerade noch keiner.“ Und weiter: „Wir trauen uns auch zu, Fábio im Rahmen unserer Möglichkeiten ein sehr wettbewerbsfähiges Angebot zu machen, ohne Schulden aufzunehmen. Ob er und Arsenal es dann annehmen, da sind wir natürlich sehr gespannt drauf.“ Klar sei: „Wir haben uns letztes Jahr ein bisschen in Fábio verliebt, werden aber nicht unvernünftig. Wenn Arsenal ja sagt, freuen wir uns auf Fábio, wenn sie er nein sagen, freuen wir uns auf jemand anderen.“ Grundsätzlich sieht Huwer den HSV auf einem sehr guten Weg und geriet ins Schwärmen. Einen kleinen Seitenhieb auf Krügers früheren Arbeitgeber FC Bayern wollte er sich nicht verkneifen: „Wir beim HSV wissen, was es heißt, ein Team zu sein. Wenn du jedes Jahr Deutscher Meister wirst, ist es leicht ein Team zu sein.“ Aber mit der Geschichte und auch den Tiefen der vergangenen Jahre sei der HSV „das stärkste Team Deutschlands“. Lächelnd stellte er fest: „Die Konkurrenz macht sich langsam auch ein bisschen Sorgen.“ HSV-Ziel: Der Verein will zurück in den Europacup Dennoch: Beide Vorstände betonten, wie weit der Weg des HSV noch sei, um perspektivisch zu Deutschlands Spitzenklubs aufschließen zu können. Augsburg und Mainz etwa sind dem HSV finanziell (noch) enteilt, streichen bis zu 20 Millionen Euro mehr TV-Gelder ein. Perspektivisch aber denkt Huwer groß. Die Frage, wo er den HSV gern in zehn Jahren sehen würde, beantwortete er klar: „Ich wäre froh, wenn wir in zehn Jahren auch mal wieder über eine Grenze fahren und es nicht wegen des Trainingslagers der Fall ist.“ Der Boss versprach den Fans: „Man merkt seit geraumer Zeit: Es entsteht etwas. Die Reise geht gerade erst los.“ Auch zu den Ausbauplänen des Stadions bezog Huwer Stellung und sagte: „In zwölf bis 18 Monaten wollen wir zu den 60.000er-Stadien in Deutschland gehören.“ Möglichst noch bis zum Saisonstart soll das Fassungsvermögen des Volksparkstadion in einem ersten Schritt wie geplant von 57.000 auf 58.000 steigen. Zudem bestätigte der 42-Jährige, dass der HSV seine ohnehin schon großartigen Kontakte nach Dänemark weiter ausbauen wolle, insbesondere die Freundschaft zum FC Kopenhagen: „Wir waren zuletzt ja schon mehrfach da und wollen das intensivieren.“ Ehe die Anhänger die 400 Meter rüber zum abendlichen Training der Profis zurücklegten, hatte Huwer noch Überraschendes zu berichten. Ob er ein Vorbild habe, wurde er gefragt und erzählte von einem früheren Südafrika-Abstecher. Dort habe er die frühere Zelle von Nelson Mandela besucht und stellte nun ehrfürchtig fest: „Was ich am meisten bewundere, ist, wie lange er da in dieser Haft war und keinerlei dunkle Gefühle hatte, als er dort rausgegangen ist. Wie kann man als Mensch so sein? Das finde ich sehr, sehr bewundernswert.“ Solle er ein Vorbild nennen, „gehe ich auf Nelson Mandela“.

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