Kanada: Großbrand auf Militärbasis Wainwright - Tote und Verletzte
Dutzende Verletzte – Neue Details über Ursache
Unglück in Kanada: "Ich habe so etwas noch nie gesehen"
Von t-online, sic, wan
Aktualisiert am 19.10.2026 - 04:12 UhrLesedauer: 3 Min.
Auf einem der meistgenutzten Militärstützpunkte Kanadas ist es zu einem schweren Unglück gekommen. Es gibt Tote und Verletzte, ein Feuer scheint außer Kontrolle geraten zu sein.
Bei dem Brand auf einem Armeestützpunkt im Westen Kanadas sind nach Angaben von Premierminister Mark Carney vier Soldaten getötet worden. Mindestens 39 Personen seien teilweise "schwer verletzt" worden, teilte Carney am Sonntag mit. Verteidigungsminister David McGuinty hatte am Samstag mitgeteilt, ein "schwerwiegender Vorfall" auf dem Stützpunkt Wainwright in der Provinz Alberta habe einen Großbrand ausgelöst. Der Stützpunkt liegt etwa 200 Kilometer südöstlich der Provinzhauptstadt Edmonton.
Ein Arzt in einem Krankenhaus von Edmonton, Warren Thirsk, sagte dem staatlichen Sender CBC, die medizinischen Einrichtungen in der Kleinstadt Wainwright seien "völlig überfordert" von der Anzahl der Patienten, die zu versorgen seien. Es sei eine Katastrophe, wie sie nur alle 15 bis 25 Jahre vorkomme.
Ursache wohl ein Buschbrand bei einer Übung
Der Gemeindebezirk Wainwright meldete über Onlinenetzwerke, dass sich das Feuer aufgrund von starken Winden schnell über das Areal der Militärbasis hinaus ausgebreitet habe. Feuerwehren aus mehreren Bezirken hätten den Brand "für den Augenblick im Griff", würden die Gegend aber weiter engmaschig überwachen.
Der Großbrand ist nach offiziellen Angaben auf einen Buschbrand zurückzuführen. Das Feuer brach am Samstagnachmittag gehen 16 Uhr während einer Übung mit scharfer Munition aus und wurde durch starken Wind zu einer Feuerwand angefacht, teilten die kanadischen Behörden am Sonntag (Ortszeit) mit.
Verteidigungsminister: "Kann mich in jüngster Zeit an kein derartiges Ereignis erinnern"
Der Vorfall löste ein großes Feuer aus. Der Großbrand wüte noch immer, sagte Verteidigungsminister McGuinty am Samstagabend. "Ich kann mich in jüngster Zeit an kein derartiges Ereignis erinnern." Er bezeichnete die Situation als "sehr angespannt und heikel". Die Regierung mobilisiere für den Einsatz alle nötigen Ressourcen. Man arbeite daran, zu klären, was genau am Samstag auf dem Stützpunkt passiert sei, sagte er. Weitere Informationen würden in den kommenden Stunden und Tagen folgen, sobald es gesicherte Erkenntnisse gebe, sagte der Minister.
Die 85 betroffenen Soldaten auf dem Stützpunkt bereiteten sich auf einen Einsatz in Lettland vor, die derzeit größte internationale Militäroperation Kanadas. Der Wind habe die Flammen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 96 Kilometern pro Stunde vorangetrieben und habe Angehörige der kanadischen Streitkräfte auf einem Schießplatz eingekesselt, hieß es weiter. Das Feuer habe sich rasend schnell ausgebreitet und einen Kilometer in 30 bis 60 Sekunden zurückgelegt. Generalmajor Wade Rutland beschrieb das Feuer als ein ungewöhnliches und schnelles Ereignis. "Ich habe so etwas noch nie gesehen", sagte der Kommandeur der ersten kanadischen Division.
Alberta stimmt am Montag über Abspaltung von Kanada ab
Die Ministerpräsidentin von Alberta, Danielle Smith, erklärte in sozialen Medien, dass "viele unserer tapferen Militärangehörigen" von dem Feuer betroffen seien. Der Brand hatte den Zaun des Stützpunktes übersprungen und sich auf ein angrenzendes Gebiet ausgebreitet. Laut dem Gemeindebezirk Wainwright waren starke Winde für die schnelle Ausbreitung verantwortlich. Feuerwehren aus mehreren Bezirken hätten den Brand "für den Augenblick im Griff", würden die Gegend aber weiter engmaschig überwachen. Evakuierungen wurden bislang jedoch nicht angeordnet.
Der Stützpunkt Wainwright ist einer der meistgenutzten Armeestützpunkte in Kanada, vor allem Trainings für Soldaten und die Vorbereitung von Kampfeinsätzen finden hier statt. Die Gegend rund um die Basis ist ländlich geprägt. Im Ort Wainwright selbst leben rund 7.000 Menschen.
Der Brand ereignete sich kurz vor einer Abstimmung am Montag, bei der die Bevölkerung der ölreichen Provinz klären soll, ob sie weiter ein Teil Kanadas bleiben will. Entscheiden sich die Wahlberechtigten dagegen, soll es ein weiteres, dann bindendes Referendum über eine Abspaltung geben. Die vorzeitige Stimmabgabe wurde durch das Feuer unterbrochen.