Kanada spottet über Trump
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„Lake America“ oder „Lake Ontario“? Kanada spottet über Trump mit Schild am Seeufer
Von: Simon Schröder
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Trump will den Lake Ontario in „Lake America“ umbenennen. Kanadas Politiker schlagen zurück – mit Schildern, Spott und scharfen Worten.
Toronto – Doug Ford hat im Namensstreit mit US-Präsident Donald Trump um den Lake Ontario nachgelegt. Der Regierungschef der kanadischen Provinz Ontario veröffentlichte auf der Plattform X ein knapp 40 Sekunden langes Video, in dem er im roten Trikot der kanadischen Fußball-Nationalmannschaft vor einem riesigen blauen Schild am Seeufer posiert. Aufgestellt wurde das Schild nahe Grimsby, Ontario, auf dem in Englisch und Französisch zu lesen ist: „Lake Ontario – Now and Always“ beziehungsweise „Lac Ontario – Aujourd‘hui et pour toujours“.
In dem Video erklärte Ford knapp, warum der Name unveränderlich sei: Schon lange, bevor Trump ins Amt gekommen sei, habe der See Lake Ontario geheißen – und so werde es auch nach seinem Abschied aus dem Weißen Haus bleiben. „Falls Präsident Trump oder sonst jemand es vergisst: Wir haben dieses Schild aufgestellt, um sie daran zu erinnern, dass es ‚Lake Ontario‘ heißt – jetzt und für immer“, sagte Ford.
Kanada wehrt sich gegen Trumps Umbenennung des Lake Ontario
Auslöser der Aktion war eine Verfügung Trumps, mit der er US-Bundesbehörden anwies, den Grenzsee künftig „Lake America“ zu nennen. Trump verknüpfte den Schritt mit dem laufenden Zollstreit und erklärte, die USA rechneten nicht mehr damit, nennenswerte Geschäfte mit Ontario zu tätigen – Kanadas bevölkerungsreichste und wirtschaftlich eng mit den USA verflochtene Provinz. Seit dem Scheitern der Handelsgespräche zwischen Washington und Ottawa vor gut einer Woche hat sich der Konflikt zwischen den Nachbarländern spürbar verschärft.
Ford hatte seinen Unmut über Trump bereits nach dem Platzen der Verhandlungen offen gezeigt. Er bezeichnete den US-Präsidenten als „Diktator“, „Verlierer“ und „König der Bankrotte“. Trump reagierte, indem er Ford als „Handlanger“ des kanadischen Premierministers Mark Carney abtat und ihn als den „weniger charismatischen, intelligenten und insgesamt unbeeindruckenden Bruder“ des verstorbenen Torontoer Bürgermeisters Rob Ford verspottete.
Indigener Ursprung des Namens Ontario: „See des glänzenden Wassers“
Auch andere kanadische Politiker reagierten mit Spott. Manitobas Premier Wab Kinew verglich Trumps Umbenennung mit einem alternden Rockstar, der im Casino alte Hits spiele: „Ich glaube, das ist der Teil von Donald Trumps Präsidentschaft, an dem wir gerade sind“, sagte Kinew. Pierre Picard, Großhäuptling des indigenen Stammes „Wendat Nation“, dessen Volk dem See seinen Namen gab, nannte Trumps Vorgehen einen Versuch, indigene Geschichte auszulöschen: „Es ist für uns als Nation inakzeptabel, einen Präsidenten zu haben, der unsere Geschichte, unsere Kultur und unsere Identität auslöschen kann“, schreibt die Nachrichtenagentur Associated Press (AP).
Premierminister Mark Carney lehnte die Umbenennung ebenfalls ab. Der Name des Sees geht auf das indigene Wort „oniatarí:io“ – „See des glänzenden Wassers“ – zurück. Der Name des Sees reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, wie die AP berichtet. Trump hat Umbenennungen dieser Art in seiner zweiten Amtszeit bereits mehrfach als Machtdemonstration eingesetzt – so benannte er den Golf von Mexiko in „Golf von Amerika“ um und gab Nordamerikas höchstem Berg in Alaska wieder den Namen Mount McKinley. (Quellen: dpa/Associated Press/X) (sischr)