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Kanada will Vergeltungszölle gegen die USA durchsetzen

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Handelskrieg zwischen Kanada und den USA: Carney kontert Trump – „Wir sind Herr im eigenen Haus“

Von: Konstantin Ochsenreiter

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Kanada reagiert auf neue US-Zölle mit Gegenzöllen: Trump antwortete prompt und verschärfte den Ton – Experten warnen vor einer teuren Spirale.

Washington, D.C. – Der Zollkrieg zwischen den USA und Kanada eskaliert weiter: Nachdem die USA neue Zölle von 50 Prozent auf kanadische Produkte durchgesetzt hatten, kündigte Kanadas Premierminister Mark Carney am Samstag (22. August) Vergeltungszölle an. Zuvor waren tagelange Verhandlungen zwischen den wirtschaftlich eng verflochtenen Nachbarn gescheitert.

Vor diesem Hintergrund wächst bei Experten die Sorge vor einem Handelskrieg: Die Wirtschaftsverbände in beiden Ländern warnen vor schweren ökonomischen Folgen und drängen vehement auf eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Die letzten Aussagen der US-Regierung unter Donald Trump machen jedoch wenig Hoffnung auf eine rasche Lösung des Konflikts.

Carney im Zollstreit gegen Trump: „Wir sind Herr im eigenen Haus“

Hockeyschläger, Zement, Wein, Möbel und Honig – darauf zielen die neuen 50‑prozentigen US‑Zölle gegen Kanada. Betroffen sind kanadische Produkte im Wert von rund 20 Milliarden Dollar (gut 17 Milliarden Euro). Die machen zwar nur 5,5 Prozent der kanadischen Exporte in die USA aus, doch erstmals nimmt die Regierung in Washington auch Waren ins Visier, die unter das nordamerikanische Freihandelsabkommen USMCA fallen.

Der kanadische Premierminister Carney nannte die Forderungen „unfair“ und „wirtschaftlich unsinnig“. Er betonte am Samstag (22. August): „Wir sind Herr im eigenen Haus“ – und kündigte Gegenmaßnahmen an, welche die US-Zölle „Dollar für Dollar“ erwidern würden. „Man befindet sich im Krieg, wenn man angegriffen wird, und wir wurden angegriffen.“ Die neuen kanadischen Zölle sollen sich seinen Angaben zufolge besonders gegen die US-Stahl- und Milchindustrie richten und am 8. September in Kraft treten. Trump reagierte bereits via Truth Social auf Carneys kämpferische Worte.

Carney kündigt Vergeltung an: Trump erklärt, damit „ist jetzt Schluss!!!“

US-Präsident Donald Trump hatte erbost auf die angekündigten Vergeltungszölle reagiert. „Kanada will die Vorteile eines Staates haben, ohne einer zu sein“, schrieb Trump, der wiederholt gefordert hatte, Kanada zum 51. US-Bundesstaat zu machen, am Sonntag (23. August) in seinem Onlinedienst Truth Social. „Sie haben auch unseren großartigen Farmern viele Jahre lang massive Zölle auferlegt“, schrieb Trump weiter. „Damit ist jetzt Schluss!!!“

Verhandler der beiden Nachbarstaaten hatten bis in die Nacht zum Samstag über eine Vereinbarung beraten, um die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle abzuwenden. Andrea Lawlor, außerordentliche Professorin für Politikwissenschaft an der McMaster University in Ontario, betonte im Guardian: „Unabhängig davon, wie eng die historischen Beziehungen auch sein mögen, hat die US-Regierung signalisiert, dass sie nun ihre eigenen Interessen über eine Art globaler wirtschaftlicher Koordination oder Harmonie stellt. Es sieht so aus, als seien diese Gespräche ‚gescheitert‘. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob es überhaupt einen Erfolg gegeben hätte.“ Sie ist nur eine von vielen Experten, die den Konflikt mit Sorge betrachten.

Experten warnen: Kosten für US-Unternehmen und Verbraucher könnten steigen

Richard Fontaine, der Leiter des Center for a New American Security, schrieb auf der Plattform X, dass sich beide Länder bereits jetzt in einem Handelskrieg befänden. Sollte die kanadische Regierung „nachziehen und Trump darauf mit einer Eskalation reagieren, würden beide Seiten in eine kostspielige und schädliche Spirale aus Vergeltungsmaßnahmen geraten“. Fontaine schrieb außerdem: „Sie sind zu dem Schluss gekommen, dass ein Nachgeben gegenüber der Trump-Regierung nur weitere Forderungen nach sich ziehen würde“, so Fontaine.

Der Chef des kanadischen Industrieverbandes, Dennis Darby, wünschte sich, dass beide Seiten „schnell wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. Ich glaube aber nicht, dass das zeitnah passieren wird,“ sagte Darby der Zeitung Globe and Mail am Samstag. Darby ist auch Mitglied des Beratungsgremiums von Premierminister Mark Carney für die Wirtschaftsbeziehungen zu den USA. Besonders problematisch sei die anhaltende Ungewissheit für die Investitionsbereitschaft von Unternehmen, so Darby.

Die neuen Zölle könnten außerdem die Kosten für US-Unternehmen und Verbraucher erhöhen, wichtige Lieferketten stören und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern belasten, warnte Joshua Bolten. Der Vorsitzende der US-Managervereinigung Business Roundtable forderte, dass beide Regierungen an den Verhandlungstisch zurückkehren und schädliche Zölle abschaffen sollten.

Verspielt Trump in Kanada die Midterms?

Trumps furiose Zollpolitik bedrohte bereits einige Länder. Die Folgen des jüngsten Handelskrieges könnten sich auch auf die im November anstehenden Zwischenwahlen in den USA auswirken. Am 3. November wird bei den „Midterms“ etwa ein Drittel des Senats und das komplette Repräsentantenhaus neu gewählt.

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