DAX +0,66 % 25.629,24 Pkt 18:00:00 MDAX -0,82 % 31.980,52 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,21 % 6.358,01 Pkt 18:00:00 Dow Jones +1,73 % 52.485,03 Pkt 23:22:18 S&P 500 +2,37 % 7.489,72 Pkt 23:22:12 Nasdaq +3,81 % 25.373,85 Pkt 23:15:59 Nikkei +4,03 % 64.362,02 Pkt 08:45:03 Gold +1,43 % 4.107,00 USD 22:59:54 Silber +0,34 % 57,79 USD 22:59:48 Brent 0,00 % 90,12 USD 20:28:19 WTI 0,00 % 84,67 USD 22:59:59 Bitcoin +0,72 % 63.216,15 USD 11:18:20 EUR/USD +0,52 % 1,15270 USD 23:29:53 EUR/GBP -0,31 % 0,85510 GBP 23:29:53 EUR/CHF -0,23 % 0,93060 CHF 23:29:53 EUR/JPY -3,08 % 181,491 JPY 23:29:53

Kandidat startet vier Tage zu früh – und macht kurioses Angebot

Nation

Den Menschen im Berliner Ortsteil Frohnau bot sich in dieser Woche ein überraschendes Bild. Am Ludolfingerplatz wurden sie schon am Mittwoch von zwei riesigen SPD-Plakaten begrüßt, auf denen der Direktkandidat Kai Kottenstede und der Reinickendorfer Spitzenkandidat Alexander Ewers abgebildet sind. Eigentlich, so schreibt es das Berliner Straßengesetz vor, dürfen Plakate für die Abgeordnetenhauswahl am 20. September erst ab diesem Sonntag, dem 2. August, um 12 Uhr mittags aufgehängt werden. Ausgenommen davon sind Flächen privater Vermieter. Wer sich nicht an die Regeln hält, muss unter Umständen ein Bußgeld bezahlen. Stadtweit wollen allein die sieben bekanntesten Parteien fast eine Viertelmillion Wahlplakate hängen und kleben. Dabei sind noch nicht mal alle Plakate mitgezählt, auf denen Kandidaten fürs Abgeordnetenhaus oder die Bezirksverordnetenversammlungen für sich werben wollen. Die CDU stand diesmal zusätzlich vor der Herausforderung, noch rechtzeitig Plakate mit dem Bild von Finanz- und Kultursenator Stefan Evers drucken zu lassen, nachdem Kai Wegner erst am 10. Juli seine Spitzenkandidatur zurückgezogen und Evers übernommen hatte. Bei früheren Wahlen begann das Plakatieren immer um Mitternacht. Dass es nun erst an einem Sonntagmittag losgeht, soll die vielen ehrenamtlich tätigen Parteimitglieder entlasten. Sie sollen nicht im Dunkeln auf Trittleitern klettern müssen. Außerdem hatte es im Wettbewerb um die besten Plätze an den Laternenmasten immer wieder Diskussionen um Verstöße gegen die Startzeit gegeben. BSW brüstet sich „gefährlich ehrlich“ mit früher Plakatierung Keine Rücksicht auf die jüngst geänderten Vorgaben des Straßengesetzes nahm das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) in Lichtenberg. Dort begann man schon in der Nacht von Freitag auf Samstag mit der Plakatierung. „1.8. Plakatierungsstart in Lichtenberg“, verkündete der Bezirksvorsitzende Norman Wolf kurz nach Mitternacht bei X und ergänzte stolz: „Wir sind die ersten“. Auf einem Bild war ein Helfer vorm Linden-Center am Prerower Platz zu sehen, eine Leiter an einen Mast gelehnt. „Gefährlich ehrlich“ steht als Slogan auf dem Plakat. Gefährlich ehrlich war auch Wolfs Post: Das BSW riss die Frist um 36 Stunden. Womöglich etwas zu ehrlich, denn bereits am Samstagabend war der entsprechende Beitrag auf X nicht mehr abrufbar. Auch die CDU ist in Steglitz-Zehlendorf früh dran Diesen Frühstart wollte die CDU ihrer Konkurrenz offenbar nicht lassen – zumindest hingen in Steglitz-Zehlendorf auch am Samstagabend bereits Plakate, auf denen der örtliche Direktkandidat Christoph Wegener abgebildet ist. Wahlplakat-Fehlstart: Schuld hat wohl SPD-Dienstleister Dass die Reinickendorfer Sozialdemokraten vier Tage zu früh dran waren, liegt wohl am beauftragten Dienstleister. Der Start der Kampagne sei klar abgesprochen und datiert gewesen, erklärte Kai Kottenstede dem Tagesspiegel. Noch am Mittwoch wurden die Plakate wieder abgebaut. „Als sozialdemokratischer Kandidat für das Amt des Bezirksbürgermeisters ist mir ein fairer und respektvoller Wahlkampf besonders wichtig. Deshalb möchte ich mich bei meinen Mitbewerberinnen und Mitbewerbern ausdrücklich für diesen Vorfall entschuldigen“, so Spitzenkandidat Alexander Ewers. Ob diese Entschuldigung auch seine Parteigenossen in Neukölln erreichte, ist fraglich – am Kottbusser Damm hingen am Samstagabend bereits Plakate der SPD-Direktkandidatin Anne Roever. SPD-Kandidat wirbt jetzt auch für die Konkurrenz Neben einer Entschuldigung machte Kottenstede seinen Mitbewerbern im Wahlkreis noch ein Angebot: Die Kandidaten der Grünen, Linken, CDU und FDP dürfen in seiner Instagram-Story einen Beitrag teilen, der automatisch nach 24 Stunden wieder verschwindet. Gemeint sei dies als Geste des demokratischen Geistes, sagte Kottenstede dem Tagesspiegel. Einem Kandidaten der AfD werde er seine Plattform als Sozialdemokrat allerdings nicht zur Verfügung stellen. (mit dpa) Anm. d. Redaktion: In einer früheren Version hatten wir Alexander Ewers damit zitiert, dass er sich für den Vorschlag entschuldige; gemeint war natürlich der Vorfall. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

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