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Kann man mit Vitamin D einer Erkältung vorbeugen?

Gesundheit

Wenn im Herbst die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, halten sich Menschen wieder öfter in geschlossenen Räumen auf. Dadurch steigt das Risiko für Atemwegsinfektionen wie Erkältungen, Grippe und Co. Zwischen wenig Sonnenlicht, mehr Zeit drinnen und in öffentlichen Verkehrsmitteln bekommen viele Menschen eine Erkältung. Da liegt schnell die Frage nahe, ob sich der Körper mit bestimmten Vitaminen auf die kalte Jahreszeit vorbereiten lässt.

Vitamin D, das „Sonnenvitamin“, erfüllt wichtige Funktionen im Körper und ist vor allem für die Knochengesundheit wichtig, so das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Doch auch das Immunsystem profitiert von einer ausreichenden Zufuhr.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat deshalb im Jahr 2020 untersucht, welche Rolle der Vitamin-D-Status bei verschiedenen Erkrankungen spielt. Kann eine gute Versorgung des Körpers mit Vitamin D tatsächlich Erkältungen vorbeugen?

Kann Vitamin D vor Erkältungen schützen?

Laut der DGE gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Status und dem Risiko für akute Atemwegsinfektionen: Je niedriger der Vitamin-D-Status, desto höher war in ausgewerteten Studien das Risiko für solche Infektionen. Eine ausreichende Versorgung könnte demnach eine Rolle bei der Vorbeugung spielen. Die DGE spricht allerdings von einer möglichen präventiven Wirkung – nicht von einem sicheren Schutz vor Erkältungen.

Grundlage der Einschätzung ist ein sogenannter „Umbrella Review“, bei der Wissenschaftler der DGE 73 Studien untersucht haben. Obgleich dabei ein niedriger Vitamin-D-Status mit einem höheren Risiko für akute Atemwegsinfektionen verbunden war, handelt es sich zunächst um einen statistischen Zusammenhang, so die DGE.

Bei einer unzureichenden Vitamin-D-Versorgung könnte eine Supplementation also einen positiven Einfluss auf die Prävention akuter Atemwegsinfektionen haben. Sicher ist dies laut DGE jedoch nicht.

Hilft Vitamin D auch Menschen, die keinen Mangel haben?

Eine allgemeine Empfehlung, Vitamin D vorsorglich in hohen Mengen einzunehmen, spricht die DGE daher nicht aus. Die Gesellschaft weist darauf hin, dass eine Supplementierung über den Bedarf hinaus, insbesondere in hohen Dosierungen, keine zusätzlichen präventiven Vorteile bringt.

Das passt auch zu den Ergebnissen der Studie „Vitamin-D-Gabe ohne signifikanten Effekt auf respiratorische Infekte bei Älteren“ aus dem Jahr 2021. Mehr als 21.000 Menschen zwischen 60 und 84 Jahren erhielten entweder monatlich Vitamin D oder ein Placebo. Bei der Häufigkeit von Atemwegsinfekten zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen.

Wann ist eine Vitamin-D-Supplementierung sinnvoll?

Zunächst ist die Frage entscheidend, ob überhaupt eine Vitamin-D-Unterversorgung besteht. Den Vitamin-D-Status kann der Hausarzt laut DGE anhand der Konzentration von 25-OH-D (Calcidiol) im Blut feststellen. Die DGE unterscheidet dabei zwischen einer mangelhaften Versorgung und einem ausreichenden beziehungsweise optimalen Bereich:

Unter 25–30 nmol/l (10–12 ng/ml): mangelhafte Vitamin-D-Versorgung

Ab 50 nmol/l (20 ng/ml): anzustrebender Bereich

Falls eine Einnahme von Vitamin D notwendig ist, empfiehlt die DGE eine tägliche Zufuhr von 20 Mikrogramm, das entspricht 800 Internationalen Einheiten (IE).

Hilft Vitamin D in der Erkältungssaison?

Vitamin D kann Teil einer ausreichenden Nährstoffversorgung sein. Ein Schutzschild gegen Erkältungen ist es laut DGE-Bewertung jedoch nicht. Entscheidend ist vor allem die Versorgungssituation: Bei einem Mangel könnte eine Supplementation bei der Vorbeugung akuter Atemwegsinfektionen hilfreich sein. Für Menschen ohne entsprechende Unterversorgung gibt es hingegen keinen Grund, Vitamin D in hohen Dosen einzunehmen.

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