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Kanzler Merz besucht seine alte Schule im Kreis Soest: „Zweite Chance“

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Kanzler Merz besucht seine alte Schule im Kreis Soest: „Macht ein besseres Abitur als ich!“

Von: Marvin K. Hoffmann, Daniel Schröder

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Der Kanzler kehrt an einen prägenden Ort seiner Jugend zurück: Friedrich Merz besucht zum Schuljubiläum sein früheres Gymnasium in Rüthen. Hier hatte er seine „zweite Chance“.

Rüthen – Der Kanzler zurück an dem Ort, an dem für ihn über Umwege vor mehr als 50 Jahren ein neuer Lebensabschnitt begann: Bundeskanzler Friedrich Merz wurde am Montagmorgen, 5. Oktober, am Friedrich-Spee-Gymnasium in Rüthen herzlich begrüßt. „Wenn ich früher hierhin gekommen bin, war das nicht so“, sagte er gut gelaunt in Richtung der applaudierenden Schüler.

Die Schule im östlichen Teil des Kreises Soest wird 100 Jahre alt. Merz war im Rahmen der Reihe „Ehemalige erzählen“ zu Gast. Bei einem Bühnengespräch kam er mit Schülern des Gymnasiums ins Gespräch. Das etwa 45 Minuten lange Gespräch mit den Schülern fand hinter verschlossenen Türen statt.

Darin blickte Merz unter anderem auf den Anfang der 1970er-Jahre zurück, als er nach Rüthen kam: „Einer der Gründe, warum ich in Brilon nicht weitergemacht habe, war erstens, dass ich die Klasse wiederholen musste, und zweitens, dass ich mit Mathematik nicht zurechtgekommen bin.“ Mit drei Freunden ging es für den heutigen Kanzler 1971 auf das Rüthener Gymnasium, das damals noch Aufbaugymnasium hieß. „Hier habe ich mich wohlgefühlt“, sagte Merz am Montag. Und das wohl nicht zuletzt wegen seines Mathelehrers. Er sorgte dafür, dass Mathe und Physik zu Merz‘ Lieblingsfächern wurden.

Lange habe er überlegt, was er später machen will: „Ich wollte immer gerne Chirurgie machen, also Medizin studieren. Dann habe ich lange geschwankt zwischen Physik und Nachrichtentechnik, habe mich dann aber entschieden, Jura zu studieren – nicht zuletzt im Hinblick auf die damals geltenden Numerus-Clausus-Regeln.“ Mit seinem Abitur-Schnitt hätte er „ziemlich lange warten müssen“. Also ging es zur Bundeswehr und dann ins Jura-Studium. „Das habe ich nie bereut.“

Zurück in Rüthen – Merz besucht seine alte Schule

Merz war 1971 vom Gymnasium Petrinum in Brilon ans Rüthener Friedrich-Spee-Gymnasium gewechselt – unter anderem wegen „grundlegender Meinungsverschiedenheiten in disziplinarischen Fragen“, wie „Der Patriot“ später berichtete. 2018 sagte Merz‘ ehemaliger Lehrer Paul Grun im Patriot-Gespräch, dass Merz damals einer Lehrerin in Brilon einen „Jungenstreich“ gespielt habe – „eigentlich harmlos“. Auf dem „FSG“ in Rüthen habe Merz seine „zweite Chance“ dann genutzt – er wurde Klassensprecher und hielt auch die Rede zum Abitur, mit dem er sich 1975 aus Rüthen verabschiedete.

Seine Abiturnote ist eine Art Staatsgeheimnis: „Mein Abiturzeugnis liegt bei mir zu Hause im Tresor und kommt auch nicht raus“, sagte er 2025 im „Zeit“-Podcast „Alles gesagt?“ scherzhaft. Auf Nachhaken verriet Merz in dem Podcast, wo ungefähr sein Abi-Schnitt liegt. Als die Zahl 3,8 fällt, sagt er: „Gehen Sie mal davon aus, dass es in dieser Bandbreite war.“ Auf die Nachfrage „3,8?“, antwortete er: „So, lassen wir es dabei.“ Merz habe damals „keinen Bock“ auf Schule gehabt.

An die Schüler in Rüthen gerichtet, sagt er daher auch bei seinem Besuch am Montag mit einem Augenzwinkern: „Lernt ordentlich und macht ein besseres Abitur als ich.“ Und einen weiteren Scherz mit Blick auf seine schulische Laufbahn konnte er sich dann später auch nicht verkneifen: „Ich hatte keine Schwierigkeiten mit der Schule, die Schule hatte Schwierigkeiten mit mir.“

Merz in Rüthen: Vom Schulwechsel ins Kanzleramt

Als Kanzler hat er sich nun vorgenommen, sich auch ganz persönlich mehr in der Bildungspolitik zu engagieren. Er sehe es als „eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Aufgabe unserer Gesellschaft“ an, dass Kinder und Jugendliche eine gute Ausbildung bekommen, sagt er vergangene Woche bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises in Berlin. Lehrer bezeichnete er als „die wichtigste Berufsgruppe“ des Landes. „Wir vertrauen Ihnen das Wertvollste an, was wir haben. Das sind unsere Kinder.“

Und wie fanden die den Besuch des Kanzlers? Einige berichten vom außerordentlich festen Händedruck des Kanzlers. „Er kam sehr sympathisch rüber“, sagte eine Schülerin.

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