Kapitän gesucht: Klopp verrät seinen Plan gegen Serbien
Für das Nations-League-Spiel gegen Serbien lässt Klopp die Kapitänsfrage offen, deutet aber an, dass der Spieler mit den meisten Länderspielen die Binde tragen soll. Zugleich verurteilte er rassistische Kommentare gegen DFB-Spieler in sozialen Netzwerken
Jürgen Klopp hält sich in der Kapitänsfrage für das Nations-League-Spiel gegen Serbien am Donnerstag (20.45 Uhr/ZDF) in München bedeckt. "Die Mannschaft wird von dem Spieler aufs Feld geführt, der die meisten Länderspiele hat", sagte der Bundestrainer am Vorabend der Begegnung, "das habe ich meine ganze Karriere lang so gehandhabt. Wenn der Spielerrat nicht auf dem Platz war, hat der mit den meisten Spielen die Binde getragen."
Nach der Abreise des Großteils von "Kader eins" um den etatmäßigen Kapitän Joshua Kimmich, der nur in den ersten beiden Begegnungen mit den Niederlanden (1:1) und Griechenland (0:1) im Kader gestanden hatte, ist Serge Gnabry der Akteur mit den meisten Länderspielen im Aufgebot: Der Münchner lief bislang 61-mal mit dem Adler auf der Brust auf.
Hinter Gnabry kämen Florian Wirtz vom FC Liverpool (46 Länderspiele) und der Leipziger David Raum (39 Einsätze) infrage. Gesucht wird der 117. Kapitän der Nationalmannschaft. "Wenn der spielt, ist es der, wenn der spielt, der - wenn gar keiner spielt, ist es Jonas Urbig, der macht sein erstes Spiel", witzelte Klopp über die Frage, der er wohl nur wenig Bedeutung beimisst.
Rassismus gegen DFB-Spieler im Netz
Zudem hat Bundestrainer Klopp mit Abscheu auf rassistische und beleidigende Kommentare in den sozialen Netzwerken beim Länderspiel der Fußball-Nationalmannschaft gegen Griechenland reagiert. Angesprochen von einem Reporter auf Beiträge, die Mannschaft sei "nicht deutsch genug" oder "nicht weiß genug", sagte der Bundestrainer in der Pressekonferenz vor dem nächsten Nations-League-Spiel am Donnerstag (20.45 Uhr/ZDF) in München gegen Serbien zunächst, dass er das "nicht mitbekommen" habe.
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Danach wurde Klopp deutlich. "Also, es gibt keinen Grund, sich über diese Menschen Gedanken zu machen. Meine Gedanken kriegen sie nicht. Ich habe im normalen Leben wenig Zeit - und für die sozialen Medien auch nicht", sagte der 59-Jährige und fuhr fort: "Die große Crux unseres Lebens ist, dass jeder seine Meinung sagen darf. Das ist Wahnsinn, wenn so etwas da war."
Die Gruppe, die er im Camp der Nationalmannschaft beisammen habe - darunter etliche Spieler mit Migrationshintergrund -, "könnte nicht großartiger in diesem Zusammenleben sein", erklärte der 59 Jahre alte Chefcoach. (sid/bearbeitet von fra)