DAX +0,83 % 25.918,39 Pkt 10:34:12 MDAX +0,54 % 30.590,74 Pkt 10:34:13 Euro Stoxx 50 -0,90 % 6.151,16 Pkt 10:34:00 Dow Jones -0,07 % 52.342,56 Pkt 21:33:51 S&P 500 -0,03 % 7.720,39 Pkt 21:32:46 Nasdaq -1,11 % 26.184,73 Pkt 22:15:59 Nikkei -2,12 % 63.290,11 Pkt 07:45:03 Gold -0,79 % 3.999,50 USD 10:39:06 Silber -2,50 % 50,89 USD 10:39:02 Brent -2,05 % 112,53 USD 10:39:06 WTI +1,42 % 103,45 USD 10:39:12 Bitcoin -0,32 % 77.526,60 USD 10:49:08 EUR/USD +0,42 % 1,12030 USD 10:48:42 EUR/GBP -0,37 % 0,83380 GBP 10:49:12 EUR/CHF -0,44 % 0,91950 CHF 10:49:13 EUR/JPY +0,05 % 176,150 JPY 10:49:12

Kapitän Joshua Kimmich spaltet nach Niederlage gegen Griechenland die Gemüter: Unterschiedspieler oder Bremsklotz?

Sport

DFB-Kapitän Joshua Kimmich spaltet nach Niederlage gegen Griechenland die Gemüter: Unterschiedspieler oder Bremsklotz?

Eurosport bei Google

Joshua Kimmich ist unter Bundestrainer Jürgen Klopp der zentrale Mann im deutschen Aufbauspiel - doch seine Rolle sorgt einmal mehr für Diskussionen. Während einige Experten den Kapitän als unverzichtbaren Taktgeber sehen, hinterfragen andere seinen Einfluss in der Offensive. Ist der Bayern-Star der Unterschiedsspieler, den das DFB-Team braucht - oder bremst er das deutsche Spiel womöglich aus?

Bastian Schweinsteiger nahm kein Blatt vor den Mund.

"Wir sind keine Topmannschaft mehr. Wir sind im Mittelmaß angekommen", sagte der Weltmeister von 2014 nach der 0:1-Pleite der deutschen Nationalmannschaft in der Nations League gegen Griechenland.

Ein vernichtendes Urteil, das jedoch nicht von ungefähr kommt. Die DFB-Auswahl wartet nunmehr seit vier Pflichtspielen auf einen Sieg. Die Aufbruchstimmung, die nach dem peinlichen WM-Aus und der Übernahme von Jürgen Klopp als Bundestrainer aufgekommen war, droht nach den ersten beiden Auftritten bereits wieder zu verfliegen.

Aus Sicht von Schweinsteiger hat dies einen klaren Grund. "Wir haben nicht mehr die Spieler, die den Unterschied ausmachen", betonte der "ARD"-Experte und ergänzte: "Ich sehe bei uns insgesamt das Problem, wenn wir von hinten rausspielen müssen. Der einzige, der da kreative Pässe spielen kann, ist Kimmich. Wenn er nicht da ist, wird es schwierig."

Der DFB-Kapitän ist nach der Rückversetzung von der Rechtsverteidigerposition ins zentrale Mittelfeld auch unter Klopp der Dreh- und Angelpunkt im Aufbauspiel. Im Heimspiel gegen Griechenland lief fast jeder Angriff über den 31-Jährigen. Wirklich gefährlich wurde es dabei jedoch nur selten.

Es stellt sich daher die alte Frage: Ist Kimmich wirklich der einzige kreative Kopf in den schwarz-rot-goldenen Reihen - oder hat er womöglich zu viel Einfluss auf das Spiel?

Der Zauber ist verflogen: Deutschland im Mittelmaß gefangen

Effenberg warnt Klopp: "Er muss jetzt aufpassen"

Basler nimmt Klopp bei Kimmich in die Pflicht

Für Ex-Nationalspieler Mario Basler ist die Sache jedenfalls klar. "Kimmich ist kein Weltklasse-Spieler", erklärte er in seinem Podcast "Basler ballert" und führte aus: "Er hat in jedem Spiel gefühlt die meisten Ballkontakte, weil er auch überall hinrennt." Gegen Griechenland sei er erneut viel gelaufen und habe die meisten Ballkontakte gehabt, "aber es ist nichts rausgekommen", so der 57-Jährige weiter.

Die Zahlen belegen diese Aussagen zumindest teilweise: Kimmich führte am Sonntag sowohl die Statistiken bei den Ballaktionen (152), den Pässen ins letzte Drittel (43) als auch bei den Flanken (8) an. Daraus resultierten allerdings nur zwei Großchancen und insgesamt fünf Schüsse auf den griechischen Kasten.

"Ich finde, da muss auch Klopp in Zukunft eingreifen, weil der Fußball wird uns so nicht weiterbringen, wenn Kimmich den Ball durchs Mittelfeld dribbelt und das Spiel langsam macht", bilanzierte Basler.

Kompany nimmt bei Bayern Last von Kimmich

Genau das hat etwa Vincent Kompany während seiner Zeit als Trainer beim FC Bayern geschafft: Die Offensivlast und den Drang, alles selbst machen zu müssen, von Kimmichs Schultern zu nehmen.

Der Regisseur hat nach wie vor großen Einfluss auf das Spiel des Rekordmeisters, ist seit der Ankunft des belgischen Übungsleiters aber nicht mehr nahezu alleine für den Ballvortrag verantwortlich.

Stattdessen lässt er seine Teamkollegen mitunter das Zepter übernehmen. Mit Michael Olise, Luis Díaz und Harry Kane hat er in München allerdings auch Mitspieler der Kategorie absolute Weltklasse.

Es sind also auch im Nationaltrikot Kimmichs Nebenmänner, allen voran die technisch hochveranlagten Felix Nmecha und Florian Wirtz, gefragt, kreative Akzente zu setzen.

Kimmich reist vom Nationalteam ab

Einzig Nico Schlotterbeck, dessen Stärken ohnehin im Aufbauspiel liegen, tat sich beim Klopp-Debüt gegen die Niederlande (1:1) mit klugen Zuspielen aus der Kette in die Spitze hervor. Aufgrund der Belastungssteuerung nach seiner Sprunggelenkverletzung verzichtete Klopp gegen Griechenland auf den BVB-Verteidiger. Und das Fehlen des 26-Jährigen machte sich prompt bemerkbar.

Im zweiten Länderspielblock gegen Serbien (Donnerstag, 20:45 Uhr live im Ticker) und erneut Griechenland (Sonntag, 20:45 Uhr live im Ticker) wird Schlotterbeck dann wieder zum DFB-Team stoßen.

Im Gegensatz zu Kimmich, der in den kommenden beiden Partien - wie zuvor mit Klopp abgesprochen - nicht mehr vertreten sein wird. Auch wenn er die Mannschaft nur schweren Herzens verließ.

"Ich hatte bis zuletzt gehofft, zu bleiben, und wäre natürlich gerne geblieben. Aber ich verstehe, dass der Trainer einfach auch andere Jungs kennenlernen möchte", erklärte Kimmich am Montag.

Dennoch stieß die geplante Abreise des Anführers bei Lothar Matthäus auf Unverständnis. "Kimmich ist nicht nur der Kapitän der 22 Spieler im ersten Kader, sondern auch der Kapitän der anderen Spieler, die sich am Montag in Herzogenaurach getroffen haben. Ich hätte ihn bei allen vier Spielen im Kader gelassen, damit die Neulinge auch ihn kennenlernen", stellte der Rekordnationalspieler bei "Sky" klar.

Matthäus: "Kimmich ist der absolute Leader"

Sportlich mag Kimmich für die kommenden beiden Länderspiele zu ersetzen sein ("Er selbst hat bei Bayern den Unterschied ausgemacht, aber im DFB-Team bisher noch nicht" - O-Ton Matthäus), menschlich dagegen nur schwer.

"Er ist der absolute Leader dieser Nationalmannschaft", brachte es Matthäus auf den Punkt.

So wie einst Schweinsteiger. Dessen Aussagen haben die jüngste Debatte über Kimmich und dessen Rolle im DFB-Team erst richtig angestoßen.

Fakt ist: Klopp setzt voll auf den Bayern-Star - jedoch nicht, ohne ihn zugleich in die Pflicht zu nehmen. "Ich erwarte, dass er sein Potenzial bei uns jedes Mal voll einbringt", sagte der Bundestrainer.

Noch ist das nicht geschehen. Aber die Ära Klopp hat auch gerade erst begonnen.

Das könnte Dich auch interessieren: 18 Jahre später: Ronaldo erlebt historischen Bedeutungsverlust

Diesen Artikel teilen

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren