Kapitän Remberg verletzt sich
Die Sorgenfalten auf der HSV-Bank waren deutlich sichtbar nach gut einer halben Stunde der Partie in Hoffenheim (3:2). Kapitän Nicolai Remberg deutete Knie-Probleme an, versuchte weiterzuspielen, musste sich aber kurz vor der Pause geschlagen geben und wurde verletzt ausgewechselt. Ihm droht das Saison-Aus. Es ist ein herber Verlust für die Hamburger. Ausgerechnet der Unkaputtbare, der nie zuvor in seiner Karriere verletzt gewesen ist, muss plötzlich ersetzt werden. Und das wird alles andere als leicht für den HSV.
Nach 34 Minuten gab Nicolai Remberg das erste Signal in Richtung der Trainerbank. Der HSV-Kapitän deutete auf sein rechte Knie und gab zu verstehen, dass er nicht weitermachen kann. Er besprach sich kurz an der Seitenlinie, blieb ein paar Minuten draußen, probierte es noch mal – legte sich dann aber doch recht schnell wieder auf den Rasen und musste noch vor der Pause ausgewechselt werden.
HSV-Kapitän Remberg verletzt sich im Zweikampf
Was genau los ist, ist noch unklar. Trainer Merlin Polzin wagte kurz nach Spielschluss eine erste, düstere Prognose. „Bei Rambo sieht es absolut beschissen aus. Es sieht nach einer Kreuzbandverletzung aus“, sagte der Coach bei Sky. Das wäre wohl gleichbedeutend mit dem Saison-Aus für Remberg.
Vorausgegangen war ein Zweikampf mit Hoffenheims Bambasé Conté, eine unglückliche Drehung und ein leichter Zusammenprall mit dem rechten Knie von Remberg. Er wollte weitermachen, biss auf die Zähne, doch ein paar unrunde Bewegungen später merkte der HSV-Kapitän: Es geht einfach nicht. Remberg musste sich seinen Schmerzen geschlagen geben.
Für den 26-Jährigen ist das ein ganz neues Gefühl. Nie zuvor in seiner Profi-Karriere war Remberg verletzt, verpasste – wenn er nicht gesperrt war – in der vergangenen Saison keine einzige Pflichtspiel-Minute für den HSV. Auch zuvor für Holstein Kiel (2023 bis 2025) und Preußen Münster (2020 bis 2023) fehlte der Mittelfeldspieler niemals verletzungsbedingt. Das könnte sich nun ändern.
Remberg ist beim HSV derzeit kaum zu ersetzen
„Es ist immer schwierig, wenn so ein zentraler Spieler ausfällt. Das tut weh“, kommentierte Ex-HSV-Profi Sven Schipplock bei Sky den Ausfall von Remberg, sprach den Teamkollegen gleichzeitig aber Mut zu: „Ich glaube, die Mannschaft fängt das schon auf.“ Für Remberg kam in der 41. Minute schließlich Miro Muheim in die Partie und damit zu seinem Saison-Debüt.
Alleine diese Einwechslung zeigt, wie schwer es für den HSV werden wird, Remberg überhaupt zu ersetzen. Abgesehen von seiner Präsenz als Kapitän auf dem Platz und in der Kabine gibt es auch kaum Alternativen für Trainer Merlin Polzin im zentralen defensiven Mittelfeld. Bilal Nadir (22) musste im Abschlusstraining am Freitag kurzfristig mit Adduktorenproblemen passen und schaffte es gar nicht in den Spieltagskader, Youngster Kofi Amoako (21) hat noch keine Bundesliga-Minute absolviert. Entsprechend griff Polzin notgedrungen mit Muheim auf einen Linksverteidiger zurück, der – ausgerechnet – am Ende mit seinem Tor in der Nachspielzeit zum umjubelten Matchwinner werden sollte.
HSV-Kapitän Remberg nach dem Spiel auf Krücken
Getrübt war der Jubel aber durch den Anblick von Remberg, der sich nach dem Spiel auf Krücken zeigte. Wie schlimm seine Verletzung ist, wird sich in den kommenden Stunden und Tagen zeigen. Eine Diagnose steht noch aus, Schlimmes wird befürchtet. Bei seiner Auswechslung aber musste Remberg bereits gestützt werden und schaffte es nur mit Unterstützung seiner Kollegen Alexander Røssing-Lelesiit und Jordan Torunarigha humpelnd in die Kabine.
Sein Aus würde den HSV schwer treffen – egal, wie lange er ausfallen würde. „Rambo ist das Paradebeispiel als Leader, wie wir uns das vorstellen für den HSV“, sagte Polzin. „Das wird uns sehr schwer treffen. Die Jungs haben es in der zweiten Halbzeit auch für ihn getan. Das war schon sehr emotional. Jetzt warten wir die Untersuchung ab und dann werden wir eine Lösung finden, auch wenn es uns schwerfällt.“