Karibik-Kreuzfahrer landen in Kanada - Passagiere um bekannte Schauspielerin reagieren erbost
Startseite
Welt
Karibik-Kreuzfahrer landen in Kanada – Passagiere um bekannte Schauspielerin reagieren erbost
Von: Maximilian Kettenbach
Uns auf Google folgen
Die Reederei Royal Caribbean leitete leitete eine Karibik-Kreuzfahrt wegen eines Unwetters nach Kanada um. Eine Schauspielerin filmte ihren Frust.
Bayonne/Halifax – Sonne, Strand, dazu Badehosen oder Bikinis: So hatten sich mehr als 5000 Urlauber ihre siebentägige Auszeit an Bord der „Oasis of the Seas“ vorgestellt. Am 18. Oktober sollte der Ozeanriese im US-Bundesstaat New Jersey ablegen. Auf dem Fahrplan standen Stopps in Port Canaveral (Florida), Nassau auf den Bahamas sowie ein Tag auf der Privatinsel Perfect Day at CocoCay.
Doch nur rund zwölf Stunden vor dem geplanten Auslaufen informierte die Reederei Royal Caribbean die Gäste über eine drastische Routenänderung: Wegen eines schweren Tiefdruckgebiets vor der US-Ostküste ging die Reise nicht in den sonnigen Süden, sondern nach Halifax in der kanadischen Provinz Nova Scotia. Statt sommerlicher Wärme von über 25 Grad erwarteten die Passagiere an der kanadischen Küste herbstliche zwölf Grad und kühles Wetter.
Passagiere verzweifeln nach Kreuzfahrt-Änderung: „Wir haben nicht die Kleidung dafür“
Die US-Schauspielerin Mikayla Iverson (31) machte ihrem Unmut über die kurzfristige Planänderung öffentlich Luft. Unmittelbar nach der Landung am Flughafen Newark filmte sie sich und teilte das Video auf Instagram. „Nachdem wir gerade in Newark gelandet sind, wurde uns mitgeteilt, dass unsere Familienkreuzfahrt auf die Bahamas, die in zwölf Stunden losgeht, jetzt nach Nova Scotia führen soll?!?“, erklärte sie. An die Reederei gerichtet betonte die Schauspielerin, dass ihre Familie für einen Strandurlaub gepackt habe und schlicht keine passende Kleidung für das herbstliche Kanada im Gepäck sei. Der Clip entwickelte sich im Netz rasch zum viralen Hit und verzeichnete Millionen Aufrufe.
Auch andere Gäste waren von dem plötzlichen Klimawechsel überrascht. Passagierin Marie Durning aus New Jersey schilderte dem kanadischen Sender CTV, ihr Ehemann habe die Nachricht zunächst für einen Scherz gehalten. Wintermütze und Ohrenschützer habe sie zwar vorsorglich eingepackt, den warmen Schal jedoch zu Hause gelassen.
Auch Bermuda-Kreuzfahrt landet in Kanada
Die „Oasis of the Seas“ war kein Einzelfall: Auch die Passagiere der „Vision of the Seas“, die am 17. Oktober in Baltimore ablegte, waren von einer Umleitung betroffen. Statt der geplanten Stationen auf Bermuda steuerte das Schiff Saint John in der kanadischen Provinz New Brunswick an. Es ist nicht das erste Mal, dass starke Tiefdruckgebiete für wetterbedingte Kursänderungen vor der US-Ostküste sorgen. In Saint John durften die Urlauber wegen extremer Winde und gefährlich hohem Seegang zeitweise nicht einmal an Land gehen, wie die Lokalzeitung The Royal Gazette berichtete. Mehrere Reisende fordern laut dem Reisemagazin TheTravel deshalb eine vollständige Rückerstattung des Reisepreises.
Bordguthaben und Reisegutscheine als Ausgleich
Wie aus Passagierberichten und Mitteilungen der Reederei hervorgeht, bot Royal Caribbean den betroffenen Urlaubern finanzielle Ausgleiche an: Reisende in Innen- und Außenkabinen erhielten ein Bordguthaben von 200 US-Dollar pro Person. In Balkonkabinen betrug die Gutschrift 300 Dollar, in Suiten 600 Dollar für die ersten beiden Passagiere; jede weitere Person in der Kabine erhielt 100 Dollar. Darüber hinaus stellte die Reederei einen Gutschein über 50 Prozent des gezahlten Reisepreises für eine künftige Kreuzfahrt in Aussicht. Bereits bezahlte Landausflüge für die gestrichenen Häfen wurden vollständig erstattet.
Rechtliche Einordnung: Welche Rechte haben Kreuzfahrt-Gäste bei Routenänderungen?
Wetterbedingte Kursänderungen kommen auf hoher See immer wieder vor, denn die Sicherheit des Schiffes und seiner Passagiere hat bei Unwettern und Stürmen Vorrang. Dennoch müssen Urlauber fundamentale Änderungen der Reiseroute – wie den Wechsel von einer tropischen Badedestination in herbstliche Kaltwetter-Regionen – nicht in jedem Fall entschädigungslos hinnehmen.