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Karim Adeyemi blüht bei Barcelona auf: BVB zieht Konsequenzen

Sport

Adeyemi blüht bei Barça auf

Dortmund zieht bereits Konsequenzen

Aktualisiert am 19.10.2026 - 07:45 UhrLesedauer: 4 Min.

Beim BVB fiel Karim Adeyemi vor allem durch Leistungsschwankungen und Skandale auf. Nach seinem Abgang blüht er auf. Sein Ex-Klub zieht Konsequenzen.

Die Ablösesumme sagte eigentlich alles: Als Karim Adeyemi im vergangenen Sommer für gerade einmal 22 Millionen Euro an fixer Ablöse von Borussia Dortmund zum FC Barcelona wechselte, war es das Ende einer Beziehung, von der sich alle Beteiligten wohl mehr erhofft hatten.

Im Sommer 2022 war Adeyemi noch für 30 Millionen Euro von RB Salzburg zu den "Schwarz-Gelben" gewechselt. Die Summe war damals Ausdruck des Potenzials, das die BVB-Verantwortlichen in dem schnellen Flügelspieler sahen. Ein Potenzial, das Adeyemi jedoch nie konstant verwirklichen konnte. Seine vier Jahre im Ruhrgebiet waren geprägt von Leistungsschwankungen und Skandalen, die im geräuschvollen Abschied im Sommer mündeten. Seit seiner Ankunft in Barcelona blüht Adeyemi jedoch auf. Auch in Dortmund bleibt das nicht unbemerkt – der Bundesligist zieht deshalb sogar Konsequenzen für die Zukunft.

Auf dem Papier lesen sich Adeyemis Zahlen im Dortmund-Trikot solide: In 146 Spielen für den Klub erzielte er immerhin 36 Tore und bereitete 25 weitere Treffer vor. Die Realität auf dem Platz ist allerdings komplexer: Phasenweise lieferte der Flügelspieler zwar überragende Leistungen ab, wie unter anderem bei der 7:1-Gala im Oktober 2024 in der Champions League gegen Celtic Glasgow. Adeyemi steuerte drei Tore bei und wurde zum bis dahin jüngsten deutschen Dreierpacker der "Königsklassen"-Geschichte.

Kontrastiert wurden derartige Leistungen aber auch immer wieder von gänzlich enttäuschenden Auftritten. Nicht umsonst hatte Adeyemi während nahezu seiner gesamten Zeit in Dortmund Probleme, sich konstant für die Startelf zu empfehlen, geschweige denn zu einer Säule der Mannschaft zu werden.

Speziell gegen Ende seiner Zeit in Dortmund fiel er darüber hinaus auch immer wieder mit kleineren und größeren Skandalen auf. So warf Adeyemi im Oktober 2025 nach seiner Auswechslung im Bundesliga-Spiel gegen den 1. FC Köln wutentbrannt eine Wasserflasche gegen die Rückwand der Ersatzbank. Trainer Niko Kovač kritisierte seinen Spieler daraufhin: "Man kann sauer sein, das ist okay, aber das ist unnötig", sagte er über den Flaschenwurf und drohte dem Profi gar mit einer Verbannung auf die Tribüne.

Wirklich daraus gelernt zu haben, schien Adeyemi jedoch nicht. Im Dezember 2025 reagierte er nach einer Auswechselung gegen Borussia Mönchengladbach erneut ungehalten und musste vom damaligen Sportdirektor Sebastian Kehl daran gehindert werden, direkt in die Kabine zu gehen. Kehl war es dann auch, der nach dem Spiel eine Geldstrafe gegen Adeyemi ankündigte, die Medienberichten zufolge im hohen fünfstelligen Bereich gelegen haben soll.

Der Skandal um die "Mystery Box"

Zwischen den beiden sportlichen Vorfällen erregte Adeyemi zudem abseits des Platzes negative Aufmerksamkeit, als gegen ihn ein Strafbefehl wegen illegalen Waffenbesitzes und eine Geldstrafe verhängt wurde. Adeyemi erklärte den Vorfall mit der Bestellung einer "Mystery Box", deren Inhalt er nicht gekannt habe.

Trotz allem wollte Dortmund den Vertrag mit Adeyemi, der noch bis Sommer 2027 gültig gewesen wäre, verlängern. Doch der 24-Jährige erklärte, für eine Verlängerung nicht zur Verfügung zu stehen und den Klub spätestens nach Ablauf des Arbeitspapiers verlassen zu wollen. Der BVB geriet unter Zugzwang – und musste den Spieler am Ende für eine Ablöse von 22 Millionen Euro ziehen lassen, um im kommenden Sommer nicht gänzlich leer auszugehen. Inklusive Boni kann die Summe zwar noch auf 30 Millionen Euro ansteigen, doch auch das entspräche gerade mal dem Einkaufswert.

Umso frustrierender für Dortmund: In Spanien blüht Adeyemi seither auf. Unter Trainer Hansi Flick, der ihn während seiner Amtszeit als Bundestrainer bereits zum Nationalspieler machte, ist Adeyemi ein wichtiger Teil der offensiven Dreiereihe – häufig als Impulsgeber von der Bank. In elf Pflichtspielen erzielte Adeyemi bereits vier Treffer und steuerte drei weitere Vorlagen bei. Zuletzt war er mit einem Treffer am 4:1-Sieg in der Champions League bei Galatasaray Istanbul beteiligt – auch in diesem Wettbewerb schon sein zweites Tor im zweiten Spiel.

Nachdem Adeyemi unter Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann nicht für den WM-Kader berufen worden war, verschaffte ihm der starke Saisonstart zuletzt auch eine Berufung in den ersten Kader von Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp.

Doch warum ist Adeyemi auf einmal in Topform? Zum einen dürfte ihm helfen, dass er in Spanien etwas aus dem Rampenlicht der deutschen Medienöffentlichkeit gerückt ist, die durch seine Fehltritte zunehmend kritisch auf ihn blickte.

Vor allem kommt ihm aber das System von Trainer Hansi Flick zugute: Während Adeyemi in Dortmund auf einer der Halbpositionen hinter der Spitze spielen musste, darf er in Barcelona wieder als echter Flügelspieler auflaufen. Dort kann er seine große Stärke, die Geschwindigkeit, voll zur Entfaltung bringen. Eine Qualität, die für Barças temporeiches Spiel dringend gebraucht wird.

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Der BVB zieht Konsequenzen

Trotz der teils schwachen Leistungen in Dortmund war Flick deshalb von Beginn an überzeugt, in Adeyemi ein passendes Puzzlestück für eine erfolgreiche Mannschaft gefunden zu haben. Schon im August sagte er: "Karim bringt uns Geschwindigkeit, Bewegung, Aggressivität und, am wichtigsten, diese Gelassenheit vor dem Tor."

Dass dieser Plan genau aufgegangen ist, nimmt man derweil auch in Dortmund zur Kenntnis. Der Ruhrpott-Klub möchte deshalb nun offenbar Konsequenzen ziehen, um einen Abgang wie den Adeyemis in Zukunft zu vermeiden. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, wollen sich die Klub-Verantwortlichen nun wesentlich früher mit Vertragsverlängerungen ihrer Profis befassen. So werde konkret aktuell mit Waldemar Anton, Julian Ryerson und Gregor Kobel über eine Verlängerung gesprochen, die allesamt noch bis 2028 ein gültiges Arbeitspapier haben.

Bei allen drei sollen die Chancen auf eine Verlängerung dem Bericht zufolge gut stehen. Bei Adeyemi kann der Klub jedoch weiter nur zuschauen.

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