DAX +0,15 % 25.410,84 Pkt 18:00:00 MDAX +0,67 % 30.287,68 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.116,23 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,96 % 52.361,58 Pkt 21:43:41 S&P 500 +0,17 % 7.676,77 Pkt 21:43:43 Nasdaq +0,62 % 26.169,38 Pkt 22:15:59 Nikkei +1,75 % 63.277,43 Pkt 06:50:35 Gold -0,39 % 4.022,70 USD 06:55:36 Silber -1,25 % 53,43 USD 06:55:43 Brent -5,03 % 109,99 USD 06:55:25 WTI -0,79 % 100,96 USD 06:55:37 Bitcoin -0,31 % 79.762,61 USD 07:05:35 EUR/USD -0,44 % 1,11690 USD 07:05:42 EUR/GBP -0,11 % 0,83760 GBP 07:05:44 EUR/CHF +0,04 % 0,92450 CHF 07:05:45 EUR/JPY +0,13 % 176,151 JPY 07:05:44

Käufe der USA: Patrick Witt verlässt Krypto

Technologie

Im Zuge der Pro-Krypto-Neuausrichtung der USA unter Präsident Donald Trump wurde ein Krypto-Beirat (Presidential Council of Advisers on Digital Assets) geschaffen. Zu dessen Aufgaben gehörte es, sich im Kongress für Krypto-Gesetze wie den GENIUS Act oder CLARITY Act stark zu machen. Daneben beschäftigte sich der Krypto-Beirat mit Angelegenheiten rund um die im März 2025 geschaffene Bitcoin-Reserve.

Zunächst war Bo Hines der Exekutivdirektor des „Presidential Council of Advisers on Digital Assets“. In mehreren Interviews oder Auftritten erklärte der 31-Jährige, dass die USA so viele Bitcoin wie möglich haben wollen und man sich mit Methoden zur budgetneutralen Akkumulation weiterer BTC auseinandersetze, wie es Trumps Dekret vorsieht.

Dabei sprach Hines unter anderem über die Neubewertung der Goldzertifikate, Zolleinnahmen, Mining-Erträge oder auch BitBonds – wobei er immer suggerierte, dass die USA kurz davor seien, Bitcoin zu kaufen.

Nachdem mehrere Monate schließlich gar nichts passierte, trat Bo Hines im August 2025 als Exekutivdirektor des US-Krypto-Beirats zurück und wechselte kurz darauf zum Stablecoin-Emittenten Tether.

Seine Rolle übernahm Patrick Witt, der in seinem ersten Interview schließlich betonte, dass die Bitcoin-Reserve noch eine hohe Priorität der Trump-Administration sei, doch es wurde in den Folgemonaten deutlich ruhiger um das Thema.

Im März 2026 endete schließlich die Amtszeit von KI- und Krypto-Zar David Sacks, der auf der Bitcoin-Konferenz im Mai 2025 ebenfalls Hoffnungen auf Bitcoin-Käufe der USA machte.

Patrick Witt äußerte sich Anfang des Jahres derweil wieder häufiger zur strategischen Bitcoin-Reserve. Dabei erklärte er auch, dass es für richtige Käufe mit Haushaltsmitteln die Genehmigung des Kongresses brauche, also erst einmal ein entsprechendes Gesetz verabschiedet werden müsse.

Am 11. Oktober erschien schließlich ein neues Interview mit Patrick Witt, in dem er sich wieder ausführlicher zu möglichen Bitcoin-Käufen äußerte. Wann das Gespräch aufgezeichnet wurde, ist unklar.

Dabei wurden mehrere spannende Aussagen getroffen, die suggerierten, dass sich in der Administration weiterhin mit der Akkumulation von BTC auseinandergesetzt werde und möglicherweise etwas in Bewegung kommt.

Über die beschlagnahmten Vermögenswerte hinaus prüfen wir Möglichkeiten, wie wir auf haushaltsneutrale Weise weitere Bitcoin ansammeln können. […] Da wir derzeit keine entsprechende Ermächtigung des Kongresses besitzen, um Bitcoin direkt am freien Markt zu kaufen, würden wir dafür definitiv eine solche Genehmigung benötigen. Aber es gibt andere Möglichkeiten, wie Einnahmen an die Regierung fließen, die möglicherweise direkt in Bitcoin bezahlt oder in Bitcoin umgewandelt werden könnten. All diese Möglichkeiten prüfen wir derzeit. […] Aber wie Sie bereits erwähnt haben, ist die Neubewertung der Goldreserven eine dieser Überlegungen. Dann gibt es natürlich die Zolleinnahmen und andere Einnahmen der Regierung, beispielsweise Steuern oder andere Zahlungen, die für staatliche Dienstleistungen an die Regierung geleistet werden. Außerdem wird viel über ungenutzte Energieressourcen diskutiert, die von der Regierung verwaltet werden. […] Es gibt auch Gespräche darüber, kleine modulare Kernreaktoren, sogenannte SMRs, auf unseren Militärstützpunkten einzusetzen. Diese würden beträchtliche Mengen an Energie erzeugen. […] Aber jede dieser Möglichkeiten bringt ihre eigenen Fragen und Probleme mit sich, die wir zunächst aus rechtlicher Sicht klären müssen, bevor wir sie verfolgen können.

Patrick Witt im neuen Interview

Doch nur drei Tage nach Veröffentlichung des Interviews wurde schließlich bekannt, dass Patrick Witt das Weiße Haus verlassen hat. Wie die Journalistin Eleanor Terrett sowie das Krypto-Medium The Block am Mittwoch unter Berufung auf einen Regierungsvertreter berichteten, sei Witts befristete Abordnung ausgelaufen.

Der bisherige Exekutivdirektor des Krypto-Beirats ist eigentlich Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums und war nur vorübergehend im Weißen Haus tätig. Schon im Juli hatte Witt ursprünglich geplant, seine Position aufgrund einer verpflichtenden Ausbildung bei der Nationalgarde des Bundesstaates Georgia aufzugeben. Diese war jedoch verschoben worden, als die heiße Phase beim CLARITY Act, der letztlich im Senat scheiterte, anstand.

Das Weiße Haus würdigt sein Engagement und seinen Einsatz für die Trump-Regierung und wünscht ihm viel Erfolg für seine zukünftigen Vorhaben.

Regierungsvertreter gegenüber The Block

Witt ist damit neben David Sacks und Bo Hines der nächste hochrangige Krypto-Verantwortliche, der dem Weißen Haus den Rücken zukehrt. Auch Witts Stellvertreter Harry Jung hatte im Juli seinen Posten aufgegeben. Wer beziehungsweise ob jemand die Nachfolge von Patrick Witt antreten soll, ließ das Weiße Haus auf Nachfrage offen.

Dass nun auch Witt das Weiße Haus verlassen hat, wirft die Frage auf, wie es mit der eigentlich geplanten Vergrößerung der strategischen Bitcoin-Reserve weitergehen kann. Schließlich war er einer der zentralen Verantwortlichen, die sich mit dem Vorhaben beschäftigten.

Die jüngsten Aussagen des ehemaligen Krypto-Beraters deuten darauf hin, dass zumindest zum Zeitpunkt der Aufzeichnung des Interviews noch verschiedene Möglichkeiten in Erwägung gezogen wurden.

Allerdings bleibt festzuhalten, dass trotz zahlreicher Ankündigungen und großer Worte bislang keine konkreten Fortschritte erkennbar waren.

Ob die USA über das bloße Halten beschlagnahmter Bitcoin hinaus tatsächlich noch weitere Coins für die strategische Reserve akkumulieren werden und wer die entsprechenden Bemühungen künftig vorantreiben soll, ist letztlich unklar.

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