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Kauft der Klub einen Ersatz für Kapitän Remberg?

Sport

Viel schlimmer hätte es den HSV nicht treffen können. Der Sieg in Hoffenheim (3:2) wurde durch Nicolai Rembergs Kreuzbandriss teuer bezahlt, für den Kapitän dürfte die Saison aller Voraussicht nach beendet sein. Wie aber reagiert der Verein auf den Verlust des Mittelfeldspielers? Durchaus möglich, dass die Bosse in der im Januar beginnenden Winter-Transferperiode aktiv werden.

Claus Costa wird die Sekunden, in denen sich das Drama ereignete, nicht so schnell vergessen können. Der HSV-Sportdirektor saß auch in Hoffenheim auf der Bank und war ganz nah dran, als Remberg vom Platz geführt wurde. „Rambos Verletzung hat mich natürlich auch getroffen“, sagt Costa mit zwei Tagen Abstand. „Man konnte sofort in seinen Augen sehen, wie geschockt er war und dass er ahnte, dass etwas Schlimmes passiert ist.“

HSV-Kapitän Remberg erlitt in Hoffenheim einen Kreuzbandriss

Noch am Abend, nach eingehenden Untersuchungen im Athleticum im Volkspark, hatte Remberg traurige Gewissheit. Monatelang muss er pausieren. Ein Comeback noch in dieser Saison ist unwahrscheinlich. Und nun? Wie will der HSV seinen Kapitän ersetzen?

Bereits am Sonntag nahmen Costa und Scouting-Chef Sebastian Dirscherl Kontakt zueinander auf, um alle denkbaren Szenarien durchzusprechen. Dabei sollen die beiden Macher, die beim HSV trotz des Wirkens von Sportvorständin Kathleen Krüger an vorderster Front für die Zusammenstellung des Kaders verantwortlich sind, auch über das theoretische Szenario eines Winter-Transfers gesprochen haben. Bereits in Kürze soll eine Liste mit möglichen Kandidaten zusammengestellt werden. Aufgrund der Vorarbeit der Scouting-Abteilung kein allzu komplizierter Akt.

Der HSV hat den Transfermarkt genau im Blick

Costa hat alle Möglichkeiten im Blick. „Ich bin davon überzeugt, dass unser Trainerteam aufgrund unserer Kaderqualität und der Profile, die zur Verfügung stehen, dafür sorgen wird, dass wir Ideen und Lösungen finden werden, um Rambos Ausfall zu kompensieren“, sagte der HSV-Sportdirektor der MOPO. „Darüber hinaus werden wir aber natürlich im Winter schauen, wie die Situation ist, und vorher schon unsere Hausaufgaben machen. Das ist bei einem so schwerwiegenden Ausfall völlig normal. Es gibt aber aktuell nicht den Plan, zwingend tätig werden zu müssen.“

Grundsätzlich hoffen sie im Volkspark, den Ausfall durch den vorhandenen Kader weitestgehend kompensieren zu können. Vor allem der im Sommer aus Dresden gekommene Kofi Amoako (21) gilt als Kandidat dafür, sich auf der für ihn maßgeschneiderten Position in den kommenden Wochen freischwimmen und festspielen zu können. Auch Nicolás Capaldo (28), der sich allerdings als rechtes Glied der Dreier-Abwehrkette etabliert hat, könnte in die Bresche springen. Ebenso wie Bilal Nadir (22).

Der HSV-Kader wird durch Rembergs Ausfall dünner

Klar ist aber auch: Durch Rembergs langfristigen Ausfall wird der Kader automatisch dünner. Nicht auszudenken, noch ein Spieler aus dem zentral-defensiven Bereich würde sich verletzen. Allein deshalb bleibt ein Winter-Transfer ein alles andere als unrealistisches Szenario.

Wie geht es nun weiter? Krüger, Costa und Dirscherl werden sich zunächst ein genaues Bild davon machen, wie sehr der Schuh durch Rembergs Ausfall wirklich drückt. Davon und davon, wie die Alternativen performen, wird abhängen, wie groß der HSV im Winter denken muss und wird. Von einem Top-Transfer (beispielsweise auf Leihbasis für den Rest der Saison) bis hin zu einer nur als Kader-Ergänzung angedachten Verpflichtung ist alles möglich.

Im Sommer gab der HSV 31 Millionen Euro für Transfers aus

Über finanziellen Spielraum verfügt der HSV in jedem Fall. Das unterstrichen die Bosse bereits in der gerade zurückliegenden Sommer-Transferperiode, als Ausgaben von rund 31 Millionen Euro Einnahmen von nur rund zehn Millionen gegenüberstanden. Am letzten Tag des Fensters nahm der HSV noch einmal richtig Geld in die Hand, überwies neun Millionen Euro für Fábio Vieira an den FC Arsenal und acht Millionen für Zakaria El Ouahdi nach Genk.

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