DAX +0,15 % 25.410,84 Pkt 18:00:00 MDAX +0,67 % 30.287,68 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.116,23 Pkt 18:00:00 Dow Jones -1,00 % 52.337,04 Pkt 20:52:33 S&P 500 +0,18 % 7.676,85 Pkt 20:52:34 Nasdaq +0,67 % 26.181,99 Pkt 20:52:32 Nikkei -0,80 % 62.189,65 Pkt 07:45:03 Gold +0,44 % 4.025,40 USD 20:42:32 Silber -0,04 % 53,93 USD 20:42:32 Brent -0,74 % 110,87 USD 20:42:30 WTI -1,30 % 101,93 USD 20:42:25 Bitcoin -0,23 % 79.839,97 USD 20:52:32 EUR/USD -0,33 % 1,11840 USD 20:51:45 EUR/GBP +0,06 % 0,83760 GBP 20:52:34 EUR/CHF +0,55 % 0,92510 CHF 20:52:33 EUR/JPY +0,27 % 176,066 JPY 20:52:34

"Kauft Notvorräte und Kurbelradios"

Welt

Wes Streeting betonte in dem BBC-Interview wiederholt, man wolle die Menschen „alert but not alarmed“ halten und nicht zu Panikkäufen wie zu Beginn der Corona-Pandemie animieren. Bei vielen Briten dürfte die Warnung nicht so gut angekommen sein: In der BBC-Sendung „Question Time“ warf etwa eine Zuschauerin dann dem Verteidigungsminister doch „Scaremongering“ (Panikmache) vor und warnte auch vor leeren Regalen und Preisanstiegen.

Tatsächlich ist das Statement des britischen Ministers voll Alarmismus. Zitat: „Es geht darum, den Haushalten im ganzen Land zu sagen, dass sie bereit sein sollen, indem sie einfach einige alltägliche Notwendigkeiten im Haus haben: drei Liter Wasser pro Person und Tag, Konserven im Schrank, die ein paar Tage reichen … Dinge, die nicht unbedingt im Herd oder in der Mikrowelle erhitzt werden müssen. Wenn man Babys hat, Dinge wie Babynahrung und Windelvorräte, Haustiere, Tierfutter, Wasser. Und dann Dinge wie batteriebetriebene Taschenlampen, Ladekabel fürs Handy. Habt ihr genug Bargeld im Haus, falls die lokalen Zahlungssysteme ausfallen? Solche Dinge, die wir alle tun können, um unseren Teil dazu beizutragen, für alltägliche Naturereignisse bereit zu sein.“

Streeting sagte auch, dass es auch um schwerwiegendere Risiken gehe: „Wie ich heute in meiner Rede in Telford gesagt habe, gibt es auch staatlich unterstützte Akteure und Terroristen, die unserem Land schaden wollen und das tun möchten, indem sie das Leben für gewöhnliche Bürger stören.“ In anderen Auftritten sprach er von „state-sponsored terrorism“ und fragte: „Wie würden wir zurechtkommen, wenn die Zahlungssysteme im örtlichen Supermarkt ausfallen?“

Keine Geheimdienst-Infos zu möglichem Angriff

Dann stellte der Verteidigungsminister jedoch fest: „Um die Menschen zu beruhigen: Es gibt keine spezielle Geheimdienstinformation, die darauf hindeutet, dass ein Angriff unmittelbar bevorsteht.“ Die Empfehlungen seien laut Wes Streeting vielmehr Ausdruck einer „notwendigen nationalen Resilienz in einer Zeit zunehmender hybrider Bedrohungen“. Er sagte dazu: „Wenn man sich einige unserer Freunde in Europa anschaut, zeigt sich, dass die britische Regierung Jahre zurückliegt, wenn es um Ratschläge an Haushalte und Unternehmen geht, sich auf jene Situationen vorzubereiten, die ich erwähnt habe, aber auch auf einige der schwerwiegenderen Bedrohungen.“

Einzelne Online-Händler meldeten bereits eine steigende Nachfrage nach Kurbelradios und ähnlichen Artikeln. Auf X und auf anderen Social-Media-Plattformen zeigte sich Skepsis, und User erinnerten an die Toilettenpapier-Hamsterkäufe, es kam zu scharfer Kritik an der Regierungspolitik.

„1000 Tage Zeit“, sich auf Krieg vorzubereiten

Premierminister Andy Burnham unterstützt die neue Linie grundsätzlich und sprach von häufiger werdenden unerwarteten Ereignissen. Sicherheitsminister Dan Jarvis nannte die deutliche Aufforderung zu Maßnahmen für den Fall einer Bedrohungslage „einfache Maßnahmen, um auf alltägliche Notfälle vorbereitet zu sein“ – das stärke die nationale Resilienz.

In einem Beitrag für den Telegraph schrieb Streeting, ein möglicher Gegner – er mint wohl Russland – könnte bis 2030 in der Lage sein anzugreifen, Großbritannien habe „etwas mehr als 1000 Tage“, um mit den Verbündeten bereit zu sein, „zu kämpfen und zu gewinnen“. Die Vorratsempfehlungen sind Teil eines größeren „national resilience conversation“-Ansatzes.

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