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KBA erteilt erste Genehmigung dieser Art

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Kein Fahrer, keine Kabine: Lidl schickt Deutschlands ersten fahrerlosen Elektro-Lkw auf öffentliche Straßen

Von: Sebastian Oppenheimer

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Deutschland erlebt eine Premiere: einen E-Lastwagen, der komplett ohne Fahrer auskommt. Lidl testet die neue Technik bereits mitten im echten Alltagsbetrieb einer Filiale.

Kassel – Ein Lkw ohne Fahrer, ohne Kabine, ohne Sicherheitspersonal an Bord – und trotzdem mitten im Straßenverkehr: In Edermünde bei Kassel ist das ab sofort keine Zukunftsvision mehr, sondern Realität. Lidl testet dort gemeinsam mit dem schwedischen Technologieunternehmen Einride erstmals in Deutschland einen vollautonomen Elektro-Lkw im Alltagsbetrieb auf öffentlichen Straßen.

Der Lkw fährt bis zu dreimal täglich eine feste Route: vom Verwaltungs- und Warenverteilzentrum Edermünde direkt zu einer nahegelegenen Lidl-Filiale. An Bord hat er Platz für 15 Europaletten und übernimmt komplett die Belieferung mit Trockenware auf dieser Strecke. Über den viermonatigen Testzeitraum sollen so mehr als 3000 Paletten transportiert werden.

Spezielle Genehmigung durch das KBA – die erste ihrer Art

Möglich macht das eine offizielle Genehmigung des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) – laut Einride die erste ihrer Art in Deutschland. Der Lkw fährt nach der sogenannten SAE-Stufe 4. Das bedeutet: Er bewegt sich innerhalb eines klar festgelegten Streckenabschnitts komplett selbstständig, ganz ohne menschliches Eingreifen. Nur außerhalb dieses Bereichs bräuchte er noch einen Fahrer. Ein Blick auf Google Maps zeigt allerdings: Die angesteuerte Filiale in Edermünde ist vom Lager nicht wirklich weit entfernt – der Lkw dürfte maximal wenige hundert Meter auf einer öffentlichen Straße zurücklegen.

Für Lidl ist das Projekt ein Test, ob sich die Technik im Alltag der Lebensmittellogistik bewährt. „Intelligenz schafft Effizienz, und das ist das Rückgrat für eine dauerhaft verlässliche Warenverfügbarkeit“, sagt Thomas Dangelmayer, Leiter der operativen Logistik bei Lidl in Deutschland. Ziel sei es, dass Produkte immer pünktlich und in guter Qualität in den Filialen ankommen.

Nicht nur Lidl kämpft mit einem Mangel an Lkw-Fahrern

Der Hintergrund: Der Lebensmitteleinzelhandel kämpft mit engen Lieferketten und einem wachsenden Mangel an Lkw‑Fahrern. Mit dem Pilotprojekt will Lidl frühzeitig Erfahrungen sammeln, wie sich autonome Technik künftig in die eigene Logistik einbauen lässt. Läuft der erste Streckenabschnitt erfolgreich, soll in einer zweiten Phase ein sogenanntes „Milkrun“-Modell mit mehreren Stopps an einem weiteren Standort folgen. Mit 39 Verteilzentren und über 3250 Filialen in Deutschland verfügt das Unternehmen über ein besonders dichtes Netzwerk.

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