Kehlsteinhaus in Berchtesgaden: Festnahme nach Brand in einstigem Nazi-Berghaus
Bei dem Feuer im Kehlsteinhaus am Obersalzberg in Berchtesgaden laufen die Löscharbeiten und die Ermittlungen zur Brandursache auf Hochtouren. Eine verdächtige Person sei vorläufig festgenommen worden, teilte die Polizei in Oberbayern am frühen Morgen mit. Ob die festgenommene Person mit dem Brand in Zusammenhang steht, werde noch untersucht. Die Kriminalpolizei Traunstein habe die Ermittlungen übernommen.
Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd waren die ersten Rettungskräfte um 21.52 Uhr am Freitagabend an der Berggaststätte eingetroffen und hatten einen Großbrand festgestellt.
Zugang zur Berggaststätte schwierig
Die Anfahrt zum Kehlsteinhaus mit den Löschzügen gestaltete sich demnach wegen der Lage des Gebäudes schwierig. Zudem konnten das nähere Umfeld der Gaststätte sowie das Gebäude selbst nur mir schwerer Atemschutzausstattung betreten werden.
Das Gebäude befindet sich auf einem Berggipfel und sollte ausschließlich von NS-Größen genutzt werden. Adolf Hitler hat es nur wenige Male besucht. Entgegen weitverbreiteten Annahmen sei das Kehlsteinhaus kein Geschenk zu Hitlers 50. Geburtstag im Jahr 1939 gewesen, heißt es auf der Website des Hauses.
Für die Auffahrt wurde ein goldener Fahrstuhl in den Fels gebaut, der die letzten rund 125 Meter bis zum Gebäude überwindet. Die Anfahrt erfolgt über die Kehlsteinstraße, auf der heute ausschließlich Busse verkehren.
Hitler hatte den Obersalzberg mehrfach besucht und dort bereits 1933 ein Landhaus erworben, das er danach zum Berghof umbauen ließ. Er wohnte zeitweise auch dort und nutzte den Berghof, um Politiker zu empfangen. Im sogenannten Führersperrgebiet Obersalzberg hatten auch andere NSDAP-Politiker wie Martin Bormann, Hermann Göring und Albert Speer Häuser. Heute befindet sich auf dem Areal unter anderem ein Dokumentationszentrum.
Hinweis der Redaktion: Informationen der Polizei zum Brand und zur vorläufigen Festnahme eines Verdächtigen wurden ergänzt.