Kehrt das hässlichste Auto der Welt zurück? Fiat präsentiert den Multiplay
Kaum ein Auto polarisiert so sehr wie der Fiat Multipla – auch über 30 Jahre nach dem Debüt der ersten Version. Mit seinen glupschäugigen Scheinwerfern, der unkonventionellen zweigeteilten Front und der bulligen Karosserie sah der Van aus, als hätte Fiat zwei verschiedene Autos übereinandergestapelt.
Für die einen war er im Oktober 1996, als er in Paris als Konzept vorgestellt wurde, ein mutiger Entwurf, für viele andere schlicht eine totale Designkatastrophe. Schnell wurde der Multipla bei einigen zum Sinnbild automobiler Hässlichkeit und symbolisierte die Irrwege, die die Autoindustrie in den vergangenen Jahren eingeschlagen hat.
Maximale Raumnutzung auf minimaler Fläche
Drei Dekaden später und ebenfalls auf dem legendären Pariser Autosalon präsentiert Fiat nun ein Konzeptfahrzeug, das nicht nur an einen Multipla erinnern, sondern gleich drei Fahrzeugtypen in einem vereinen soll. Die ausgefallene Idee des italienischen Autoherstellers: Auf 4,45 Metern Länge soll der sogenannte Multiplay die Geräumigkeit eines Vans mit dem robusten Charakter eines SUVs und der Nutzbarkeit eines Pick-ups kombinieren.
Der Multiplay soll zunächst als Ideenlabor für zukünftige Modellgenerationen dienen, heißt es, und blickt dabei – wie der Name bereits erahnen lässt – auf eine traditionsreiche Geschichte zurück.
Wurde mehrfach als hässlichstes Auto aller Zeiten ausgezeichnet: der Fiat Multipla
© Sven-Erik Johansson/Imago
Das neue Modell soll eine Brücke zu zwei historischen Meilensteinen schlagen, die für ihre maximale Raumnutzung auf minimaler Fläche bekannt wurden. Denn obwohl der Multipla zumindest optisch streitbar und eine Geschmacksfrage ist, war er von Beginn an ein Platzwunder und für viele Familien das optimale Auto. Bereits 1956 transportierte eine Variante des Fiat 600 namens Multipla auf einer Länge von rund 3,5 Metern bis zu sechs Personen.
1998 folgte dann die erste eigenständige Generation des Multipla in Serie – zwei Jahre nach der Präsentation in Paris. Auf einer Länge von rund vier Metern bot der Wagen Platz für sechs Personen in zwei Dreierreihen. Als er auf die Straßen kam, schieden sich an ihm die Geister.
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2011 wurde der Multipla etwa von der Auto Bild zum „peinlichsten Auto aller Zeiten“ gekürt. Vor zwei Jahren bezeichnete die Leserschaft des britischen Magazins Car Throttle ihn als „hässlichstes Auto aller Zeiten“, und auch der ADAC setzte den Multipla in seiner Liste der hässlichsten Autos auf Platz eins.
Andererseits wurde er auch von vielen gefeiert und als pionierhaft angesehen. Sogar im New Yorker Museum of Modern Art wurde er als eines von neun wegweisenden Autos ausgestellt. Top Gear kürte ihn gar zum „Auto des Jahres“.
Fiat Multiplay: Elektrisch oder back to Verbrenner?
Aber zurück in die Gegenwart und zum Multiplay – der rein optisch herzlich wenig mit seiner Inspirationsquelle gemein hat. Funktionales Herzstück des Konzeptautos ist eine spezielle C-Säulen-Konstruktion namens „Metamorfosi“. Ein in Längsrichtung auf Schienen verschiebbares Heckmodul macht das Fahrzeug wandelbar.
In der geschlossenen Standardkonfiguration bietet der Wagen 6+1 Sitze, wobei sich die dritte Sitzreihe im Fahrzeugheck befindet. Wird das Modul nach vorn geschoben, entsteht anstelle der dritten Sitzreihe eine Ladefläche für sperrige Gegenstände, beispielsweise Fahrräder oder Angelausrüstung.
In der geschlossenen Standardkonfiguration bietet der Multiplay 6+1 Sitze.
© Imago
Für die Polsterung im Innenraum verwendet Fiat nach eigenen Angaben ein im 3D-Strickverfahren hergestelltes, recycelbares Material. In das Armaturenbrett ist ein großes Display integriert, das bei ausgeschaltetem Motor unsichtbar wird. Die Steuerung erfolgt maßgeblich über Sprachbedienung.
Wie bei Konzeptautos nicht unüblich, gibt es bislang keine Angaben zu Antrieb, Leistung oder Reichweite. Messeautos wie der Multiplay werden häufig nur mit minimaler Hilfselektronik oder einem kleinen Elektromotor im Schritttempo bewegt, um sich auf dem Messestand zu positionieren. Ein echter Alltagsmotor ist bislang nicht verbaut.
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