DAX +1,62 % 25.590,77 Pkt 18:00:00 MDAX +2,07 % 30.495,47 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.164,69 Pkt 18:00:00 Dow Jones +0,31 % 52.377,57 Pkt 21:48:23 S&P 500 +1,30 % 7.722,60 Pkt 21:48:15 Nasdaq +2,01 % 26.477,81 Pkt 22:15:59 Nikkei +1,73 % 63.268,37 Pkt 07:45:03 Gold +0,86 % 4.073,10 USD 21:59:59 Silber +0,72 % 54,50 USD 21:59:56 Brent -5,24 % 109,74 USD 21:59:43 WTI -1,53 % 100,20 USD 21:59:48 Bitcoin +0,95 % 80.763,89 USD 23:09:52 EUR/USD -0,77 % 1,11320 USD 23:09:44 EUR/GBP -0,25 % 0,83640 GBP 23:09:53 EUR/CHF -0,17 % 0,92250 CHF 23:09:54 EUR/JPY -0,08 % 175,774 JPY 23:09:52

Kein Beweis für Testosteron-Effekt

Gesundheit

Wer in Fitnesskreisen unterwegs ist, kennt die Dosen: „Testosteron-Booster“, darauf ein Pflanzenname, den kaum jemand aussprechen kann – Tribulus terrestris. Manche Produkte werben mit 3600 Milligramm Extrakt pro Tag. Eine US-Untersuchung fand allerdings, dass bei 89 Prozent der geprüften Sport-Nahrungsergänzungsmittel die Angaben auf dem Etikett nicht vollständig oder korrekt waren.

Kein Nachweis für mehr Testosteron

Die Verbraucherzentralen haben die Pflanze im August 2026 geprüft. Ergebnis: kein überzeugender Nachweis für mehr Testosteron, mehr Muskeln oder bessere Leistung. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) führt Tribulus terrestris als Stoff, dessen Verwendung möglicherweise sogar gesundheitsschädigend ist, weil belastbare Daten fehlen.

Die Werbung stützt sich auf Steroidsaponine, vor allem Protodioscin. Neuere Studien an Sportlern zeigen allerdings weder einen Anstieg des Testosteronspiegels noch mehr Kraft oder Muskelmasse. Positive Befunde stammen aus wenigen kleinen Untersuchungen.

Das zweite Verkaufsargument lautet, Tribulus sei eine wichtige Stickstoffquelle für den Muskelaufbau. Das ist nicht haltbar: Wer sich in Deutschland durchschnittlich ernährt, nimmt über Fleisch, Milchprodukte, Eier oder Hülsenfrüchte reichlich Eiweiß und damit Aminosäuren auf – meist mehr als nötig. Eine Kapsel liefert dagegen keine relevante Menge. Das gilt auch für Menschen, die gezielt Muskeln aufbauen.

Sportler riskieren sogar einen positiven Dopingtest

Hier gehen drei Zahlen durcheinander: Der beworbene Gesamtgehalt von 80 bis 90 Prozent Saponine beschreibt den Extrakt, nicht einen Effekt. Die Protodioscin-Angabe – oft 20 bis 25 Prozent der Saponine– ist ebenfalls nur Rezeptur-Information. Und der Saponingehalt schwankt je nach Herkunft, Pflanzenteil und Verarbeitung erheblich. Viele Packungen nennen beides gar nicht.

Saponine sind weitverbreitete Pflanzenstoffe. Sie stecken in etwa drei Vierteln aller Pflanzenarten, unter anderem in Zwiebeln, Soja und Spargel und ihr bloßes Vorhandensein sagt nichts über eine Wirkung im Körper aus.

Auf der WADA-Dopingliste steht die Pflanze nicht. Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) warnt trotzdem: Präparate können mit Hormonen, Anabolika oder Stimulanzien verunreinigt sein. Das Australian Institute of Sport führt sie im Sports Supplement Framework 2022 in Gruppe D. Haften muss der Sportler selbst.

Was Sie vor dem Kauf prüfen sollten

Die Pflanze enthält die Alkaloide Harman und Norharman, die möglicherweise das Erbgut schädigen. Studien zur Sicherheit beim Menschen fehlen. Europäische Behörden zählen Tribulus zu den 13 besonders kritischen von 117 geprüften Stoffen.

Die Verbraucherzentralen empfehlen den Verzicht – für Schwangere, Stillende und Kinder unter zwölf Jahren ausdrücklich. Drehen Sie die Dose um: Fehlt die Angabe zu Pflanzenteil und Extraktherstellung, weiß niemand, was drin ist. Bei Potenzproblemen führt der Weg in die Hausarztpraxis, nicht in den Supplement-Shop.

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