„Kein Interesse an weiterer Diskussion auf diesem Niveau“: Wadephul will erst wieder bei „konstruktivem Ansatz“ mit Russland reden
Wieder mit Russland reden: Was Teile der deutschen Öffentlichkeit und Politik seit Jahren fordern, hat der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) am Samstag am Rande einer UN-Versammlung getan. Ungefähr 20 Minuten lang sprach er mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow. Der Kreml-Vertreter bezeichnete das Treffen anschließend als sinnlos. Wie will Wadephul nun weiter mit Russland umgehen?
Dem Portal web.de sagte er, dass er weitere Gespräche zwar nicht ausschließe. Doch „auf der russischen Seite müsste ein konstruktiver Ansatz zu erkennen sein“. Dieser sei „in den kurzen Bemerkungen auf der Pressekonferenz von Herrn Lawrow nicht zu finden“ gewesen.
Wadephul habe daher „kein Interesse daran, weiter zu diskutieren, wenn wir uns auf diesem Niveau bewegen“.
Das klingt rigoros. Allerdings habe der deutsche Außenminister auch den Eindruck, „dass Herr Lawrow etwas mitgenommen hat“. Wenn man genau hinschaue, sehe man „eine gewisse Entwicklung“ auf russischer Seite: „Russland hat am Anfang nur auf eine militärische Lösung gesetzt. Die wird zwar weiterverfolgt. Parallel gibt es aber Anzeichen, dass man sich in Moskau nicht mehr so siegessicher ist.“
Russland bombardiert und sabotiert weiter
Klar ist: Russland setzt seinen Angriffskrieg in der Ukraine mit unverminderter Härte fort. Die Armee führte am 30. September den ersten Großangriff auf die ukrainische Energieversorgung seit dem vergangenen Herbst durch, wie der „Kyiv Independent“ berichtet. Außerdem drohte Russland dem Westen erneut mit Atomkrieg.