Keine Chance für Schummler: Claude bekommt jetzt ein unsichtbares Wasserzeichen
Chatbots sind praktisch, um Texte zu optimieren oder eine E-Mail an den Chef zu verfassen. Das spart Zeit und trägt zur vielbeschworenen Produktivitätssteigerung bei. Ebenso häufig wird generative KI allerdings auch genutzt, um Recherchen abzukürzen oder gleich eine komplette Abschlussarbeit zu verfassen. Anthropic will mithilfe eines unsichtbaren Wasserzeichens in seinen Claude-Modellen diese Form des Betrugs künftig erschweren. Weiterlesen nach der Anzeige Wie KI-Schummelei unterbunden werden soll Um den Einsatz von KI besser nachvollziehen zu können, integriert Anthropic jetzt ein unsichtbares Wasserzeichen in Claude-Texte. Das werde weder die Bedeutung noch die Lesbarkeit verändern, aber beim Kopieren und Einfügen als unsichtbarer Hinweis erhalten bleiben. Dieser Schritt solle zudem dabei helfen, Diebstahl oder das Kopieren von Werken zu verhindern. Anthropic kommt damit den Vorgaben eines EU-Gesetzes nach, das das Ziel verfolgt, den Einsatz von KI transparenter zu gestalten. Claude-Modelle, die ab dem 2. August veröffentlicht werden, unterstützen die Kennzeichnung von Beginn an. Laut Anthropic wird zudem daran gearbeitet, das unsichtbare Wasserzeichen auch in ältere Modelle zu integrieren. Die Kennzeichnung gilt weltweit für alle von Claude erzeugten Inhalte. Anthropic ist nicht der erste KI-Anbieter, der seine Texte markieren will. Google hat mit SynthID für Text zum Beispiel schon vor einigen Monaten eine Wasserzeichen-Technologie vorgestellt, die es Stück für Stück in seine KI-Systeme integriert. Für Bild- und Videoerzeugnisse gibt es schon diverse Möglichkeiten. Dennoch gibt es bei ihnen allen noch Schlupflöcher, auch bei Claudes Wasserzeichen: Laut Anthropic können umfangreiche Bearbeitungen, Umformulierungen, Übersetzungen oder das Vermischen von KI-Inhalten mit anderen Texten das Wasserzeichen unkenntlich machen. Außerdem könne schon das Korrekturlesen oder Übersetzen mit KI Spuren hinterlassen. Chatbots sind längst Teil des Alltags. Das zeigt sich etwa bei literarischen Werken. Laut einer BoD-Umfrage nutzen inzwischen 52 Prozent der Autoren KI-Tools für ihre Schreibprojekte. Im Jahr 2024 waren es noch rund ein Drittel. Auch die Nutzungshäufigkeit steigt: Der Anteil täglicher Nutzer liegt jetzt bei 23 Prozent und hat sich damit mehr als verdoppelt. An Schulen und Universitäten fällt das Problem noch größer aus: In einer Befragung der Hochschule Darmstadt gaben 92 Prozent der Studenten in Deutschland an, zumindest gelegentlich KI-Tools zu nutzen. Für die Lernfähigkeit kann diese Form des Schummelns aber gravierende Folgen haben. Eine Studie des Center for Universal Education zeigt, dass KI-Modelle Bildungsprozesse untergraben können, wenn Kinder und Jugendliche ihr Denken zunehmend an sie abgeben. Dabei äußerten 65 Prozent der befragten Schüler selbst die Sorge, KI könnte ihre kognitiven Fähigkeiten schwächen. Weiterlesen nach der Anzeige Einige Schulen und Universitäten gehen daher jetzt einen Schritt weiter: So müssen dänische Schüler im Alter von 16 bis 19 Jahren ihre schriftlichen Arbeiten künftig mündlich verteidigen. An der University of Chicago Law School gilt für Studenten im ersten Semester außerdem ein Laptop-Verbot. Beide Maßnahmen sollen eigenständiges und kritisches Denken fördern. Claudes Wasserzeichen ist eine weitere Maßnahme, die es erschweren könnte, KI-Texte als eigene auszugeben. Dieser Beitrag ist zuerst auf t3n.de erschienen.