"Keine Liebe mehr" für Harry Potter: Bremer YouTube-Star Coldmirror bricht
"Keine Liebe mehr"
Bremer YouTube-Star bricht mit Harry Potter und J. K. Rowling
Von t-online, dpa
03.10.2026 - 10:16 UhrLesedauer: 2 Min.
Coldmirror wurde mit "Harry Potter"-Parodien berühmt. Heute kann die Bremer YouTuberin die Filme nicht mehr mit gutem Gewissen anschauen – wegen J. K. Rowling.
Mit ihren Parodien auf die "Harry Potter"-Filme wurde Coldmirror vor rund 20 Jahren einem Millionenpublikum bekannt. Doch von der Welt des Zauberschülers hat sich die YouTuberin aus Bremen inzwischen distanziert.
"Ich habe keine Liebe mehr für Harry. Ein Grundinteresse schon, aber ich kann das nicht mehr mit gutem Gewissen angucken", sagte Kathrin Fricke, wie Coldmirror bürgerlich heißt, der "Süddeutschen Zeitung". Als Grund nannte die aus dem Raum Bremen stammende Medienkünstlerin das Engagement von Autorin J. K. Rowling gegen Transmenschen.
"Harry Potter" gab ihr früher Kraft
Bereits 2023 habe sie mit dem Ende ihres Podcasts über den ersten "Harry Potter"-Film einen Schlussstrich gezogen, sagte Fricke. "Was J.K. Rowling jetzt abzieht, das ist nicht mehr heimelig und schön und niedlich und magisch. Für mich ist das Thema durch." Auf Rowlings Äußerungen über Transmenschen angesprochen, warf Fricke der Autorin zudem vor, auch ihr Geld aktiv einzusetzen, um Menschen das Leben schwer zu machen.
Dabei spielte "Harry Potter" für Fricke lange eine wichtige Rolle. Die Geschichten hätten ihr durch eine schwere Zeit geholfen, sagte die 41-Jährige. Die magische Welt sei für sie ein Rückzugsort gewesen. Auf neue Bücher oder Filme habe sie sich freuen können.
Früherer Podcast war Liebeserklärung
Auch ihr Podcast zeugte von dieser Begeisterung: Acht Jahre lang analysierte Fricke den Film "Harry Potter und der Stein der Weisen" – jeweils in Abschnitten von fünf Minuten. Die Reihe sei eine große Liebeserklärung gewesen.
Um "Harry Potter" habe sie getrauert, sagte Fricke. Was Fans durch die Geschichten an Kraft gewonnen oder an Freundschaften gefunden hätten, bleibe ihnen jedoch erhalten.
Fricke veröffentlichte 2006 ihr erstes YouTube-Video. Bekannt wurde sie vor allem mit satirischen Neusynchronisationen der "Harry Potter"-Filme. Mehr als eine Million Menschen haben ihren Kanal inzwischen abonniert. Er gehört zum öffentlich-rechtlichen Netzwerk Funk.
Rowling steht seit Jahren in der Kritik
J. K. Rowling sorgt seit Jahren mit Äußerungen zur Debatte über Trans- und Frauenrechte für Kritik. Die Autorin vertritt die Auffassung, das biologische Geschlecht könne nicht geändert werden. Sie warnt unter anderem vor möglichen Gefahren für Frauen, wenn nach Geschlechtern getrennte Räume auch Transmenschen offenstehen.