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„Keine NATO-Flagge über dem Kreml“: So könnte Putin laut Kasparow den Ukraine-Krieg verlieren

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Startseite Politik „Keine NATO-Flagge über dem Kreml“: So könnte Putin laut Kasparow den Ukraine-Krieg verlieren Von: Lukas Richter Uns auf Google folgen Kreml-Kritiker Kasparow erklärt, wie eine russische Niederlage aussehen könnte – und warum die Krim zählt. Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der Frage nach einem möglichen Ende werden international verschiedene Szenarien diskutiert. Neben militärischen Lösungen spielen dabei zunehmend auch politische und gesellschaftliche Faktoren eine Rolle. Content-Partnerschaft Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de. Garri Kasparow hält eine russische Niederlage im Ukraine-Krieg auch ohne einen militärischen Zusammenbruch in Moskau für möglich. Der frühere Schachweltmeister und russische Oppositionelle zieht dabei einen historischen Vergleich: Entscheidend sei nicht, dass fremde Truppen russisches Territorium besetzen. Russland müsse vielmehr an einen Punkt kommen, an dem es den Krieg politisch, wirtschaftlich und psychologisch nicht mehr fortsetzen könne, erklärte Kasparow vergangene Woche im Interview mit der Journalistin Arleta Bojke des polnischen Formats Kanal Zero.. Eine solche Niederlage werde „nicht das Jahr 1945“ sein, sagte Kasparow. Es gehe nicht darum, Moskau einzunehmen: „Ich kann mir keine NATO-Flagge über dem Kreml vorstellen.“ Als Vorbild nennt er stattdessen das Ende des Ersten Weltkriegs 1918. Deutschland habe damals kapituliert, obwohl deutsche Truppen noch in Frankreich und Belgien standen und kein ausländischer Soldat auf deutschem Reichsgebiet gewesen sei. Kasparow sieht Krim als entscheidendes Symbol Nach Kasparows Vorstellung könnte die Krim eine ähnliche psychologische Wirkung entfalten. „Eine ukrainische Flagge über Sewastopol wäre der entscheidende Moment für eine Veränderung des russischen Bewusstseins“, sagte er in dem Interview. Sollte es der Ukraine gelingen, die Halbinsel zu isolieren und dort ein normales Leben unmöglich zu machen, könne dies die Haltung vieler Russen zum Krieg verändern. Kasparow begründet das mit der symbolischen Bedeutung der Krim und Sewastopols für Russland. Präsident Wladimir Putin stütze sich nicht allein auf staatliche Macht, sondern auf ein tief verwurzeltes imperiales Selbstbild. Dieser „imperiale Virus“ sei auch unter gut ausgebildeten Russen verbreitet, sagte der Oppositionelle. Einen breiten Widerstand gegen den Krieg sehe er weder in Moskau noch in St. Petersburg. Auch die Zahl politischer Gefangener wertet Kasparow nicht als Beleg für eine starke Opposition. Wenn Mitstreiter auf rund 4.000 politische Gefangene in Russland verwiesen, halte er ihnen entgegen, dass im nationalsozialistischen Deutschland Hunderttausende Antifaschisten in Lagern gesessen hätten. Viele Gegner Putins hätten Russland stattdessen verlassen. Niederlage könnte Putins Herrschaft erschüttern Ein sichtbarer Verlust der Krim könnte Kasparow zufolge deshalb weit über den Krieg hinausreichen. Erst wenn offensichtlich werde, dass Russland zentrale Symbole seines imperialen Anspruchs nicht halten könne, bestehe die Chance auf einen grundlegenden politischen Wandel. Ein ukrainischer Sieg dieser Größenordnung könne „die Voraussetzungen für große Veränderungen in Russland“ schaffen und schließlich zum Sturz des Putin-Regimes beitragen. Kasparow verbindet damit auch eine grundlegende Neuorientierung der russischen Außenpolitik. Nach einem Ende des imperialen Denkens könnten Oppositionelle den Russen vermitteln, dass langfristig China die größere geopolitische Herausforderung darstelle. Er verwies auf riesige Gebiete im russischen Fernen Osten zwischen Wladiwostok und Tschita, die das Russische Reich im 19. Jahrhundert von China übernommen habe. China versuche, seinen Einfluss dort mit wirtschaftlichen, demografischen und politischen Mitteln auszubauen, sagte Kasparow. Ein russischer Staat nach Putin müsse deshalb darüber nachdenken, wie seine Regionen innerhalb einer künftigen Konföderation zusammengehalten werden könnten. Für Kasparow beginnt diese mögliche Entwicklung mit einer klar sichtbaren Niederlage: Russland müsse erkennen, dass sein imperialer Machtanspruch nicht mehr aufrechterhalten werden könne. Garri Kasparow – Vom Schachweltmeister zum Aktivisten Garri Kasparow ist ein ehemaliger Schachweltmeister und zählt zu den schärfsten Kritikern des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der 1963 in Baku geborene Großmeister dominierte über Jahre die internationale Schachszene und gilt bis heute als einer der besten Spieler der Geschichte.

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