DAX +0,41 % 26.440,31 Pkt 18:00:00 MDAX +0,40 % 32.464,39 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,09 % 6.539,59 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,07 % 53.732,41 Pkt 22:41:05 S&P 500 +0,48 % 7.785,76 Pkt 22:39:27 Nasdaq +0,53 % 26.729,16 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,59 % 68.713,80 Pkt 08:45:03 Gold +1,30 % 4.437,30 USD 23:00:00 Silber +0,18 % 65,11 USD 22:59:58 Brent 0,00 % 88,52 USD 22:59:58 WTI 0,00 % 82,40 USD 22:59:59 Bitcoin +0,12 % 63.100,85 USD 20:07:18 EUR/USD +0,37 % 1,15730 USD 23:29:57 EUR/GBP +0,11 % 0,85480 GBP 00:09:58 EUR/CHF +0,34 % 0,94060 CHF 23:29:57 EUR/JPY +0,38 % 184,365 JPY 23:29:57

Keine Playstation-Games mehr auf Discs: Wieso die Zukunft für Gamer noch teurer wird

Allgemein

Die Nachricht kommt plötzlich und war trotzdem abzusehen: Per Blog-Post verkündet Playstation, dass neue Spiele ab Januar 2028 nicht mehr auf Discs veröffentlicht werden. Stattdessen sollen Games nur noch über den Playstation Store und in digitaler Form im Einzelhandel erhältlich sein. Dies sei für das Unternehmen ein „natürlicher Schritt, um sich an die Verbrauchertrends anzupassen, da die allgemeine Nachfrage nach digitalen Medien die nach physischen Datenträgern mittlerweile deutlich übersteigt“. Das ist durchaus richtig. So liegt der Anteil an digitalen Verkäufen bei Herstellern inzwischen teils bei über 90 Prozent. Dennoch dürfte dieser Schritt für viele Gamer gravierend sein. Eigentlich nichts Neues – aber! Wer auf dem PC spielt, kennt diesen Umstand schon lange. Hier ist es nichts Neues, dass Games allein in digitaler Form verkauft werden. Der Großteil davon über die Verkaufsplattform Steam. Doch es gibt einen großen Unterschied zu einem Ökosystem wie der Playstation: auf dem PC hat man die freie Wahl. Sicherlich ist Steam die wichtigste Plattform für alle großen Entwicklerstudios. Wer mit seinem Spiel Erfolg haben will, muss hier präsent sein. Aber es gibt eben doch Alternativen. Vom Epic Games Store bis zu GOG: Gamer können auf dem PC entscheiden, wo sie ihr Spiel kaufen wollen. Und damit etwa auch Rabatte wahrnehmen, die in einem Store angeboten werden und im anderen nicht. Wer ab 2028 sein digitales Spiel auf der Playstation kaufen möchte, hat diese Möglichkeit nicht. Die Ökosysteme der Hersteller Playstation, Xbox und Nintendo basieren darauf, dass auf ihren Konsolen nur die eigenen Verkaufsplattformen genutzt werden können. Sie allein bestimmen die Preise, Alternativen gibt es nicht. Für die Hersteller ist das freilich sehr lukrativ. Zumal sie, anders als etwa auf dem PC, keine Abgaben an eine Plattform wie Steam zahlen müssen. Die Erlöse über den Playstation Store gehen bei den eigenen Spielen allein an Sony. Der Schritt hin zum rein Digitalen ist für das Unternehmen also ein monetär äußerst vorteilhafter. Keine Spiele, sondern Lizenzen Für die Gamer aber sieht es anders aus. Wo es keine Auswahl und Konkurrenz gibt, gibt es auch nur selten günstige Preise. Ein Vergleich wie auf dem PC ist nicht möglich. Zudem ermöglichen Plattformen wie GOG einen DRM-freien Kauf. Das heißt, dass Spiele ohne Kopierschutz verkauft werden, der oft eine konstante Online-Verbindung voraussetzt. Wer hier ein digitales Spiel kauft, besitzt es tatsächlich. Auf Konsolen sieht das anders aus. Wer etwa im Playstation Store ein Spiel kauft, der erwirbt eine Lizenz – die theoretisch aber auch wieder entzogen werden kann. Erst kürzlich machte Playstation damit Schlagzeilen, dass das Unternehmen um die 500 Inhalte aus seinem Store gelöscht hat. In diesem Fall handelte es sich um Filme, die nun nicht mehr gestreamt werden können – auch wenn sie käuflich erworben wurden. Schon seit Jahren bewegt sich die gesamte Industrie immer mehr in Richtung sogenannter Service-Games. Spiele also, die nur online gespielt werden können und darauf ausgelegt sind, dass Gamer sie über Monate, wenn nicht Jahre, spielen. Mit kontinuierlichen Updates und neuem Content. Doch wenn das Spiel nicht erfolgreich ist, werden die Server abgestellt – und das Spiel wird unbrauchbar. In einer Zukunft ohne physische Spiele und digitalen Games, die nur noch auf hauseigenen Plattformen angeboten werden, wird dieses Risiko nochmal größer. Denn dann könnte selbst das bereits gekaufte Singleplayer-Game nicht mehr funktionieren, wenn es aus dem digitalen Geschäft verschwindet. Codes in Plastikhüllen Im Blogpost erwähnt Playstation noch die Möglichkeit, dass Spiele auch 2028 noch im Einzelhandel angeboten werden können: „in digitalen Formaten“. Wahrscheinlich sind damit Codes in Spieleverpackungen gemeint, so wie es bei Grand Theft Auto 6 bereits der Fall ist. Doch es ist davon auszugehen, dass das nur eine Übergangslösung ist. Die wenigsten Gamer dürften Interesse daran haben, sich Verpackungen zu kaufen, die nur einen Code enthalten. Denn anders als etwa bei den Game Key Cards von Nintendo, für die es auch einige Kritik gab, können diese Codes nur einmalig verwendet werden. Einmal eingelöst, ist das Spiel dann an den jeweiligen Account gebunden. Ein Wiederverkauf ist nicht möglich. Und damit ist das wichtigste Argument für den Kauf physischer Medien hinfällig. Mit diesem Schritt von Playstation dürfte zudem die Wahrscheinlichkeit steigen, dass eine Playstation 6 kein Disc-Laufwerk mehr verbaut haben wird. Sollte es so kommen, könnten somit auch keine älteren Playstation-Spiele, die noch auf Disc gekauft wurden, auf der neuen Konsole abgespielt werden. Auch sie werden somit wertlos. Nach wie vor sind gebrauchte Spiele für viele Gamer die einzige Möglichkeit, sich überhaupt ein Spiel leisten zu können. Auch mit dem Wissen, dass sie ihr Spiel schließlich selbst wieder werden verkaufen können. Digitale Spiele, ob nun über den Playstation Store oder als Code in einer Plastikverpackung, verschließen auch diesen Zugang zum Gaming. Die Zukunft für Gamer dürfte also nicht nur in Bezug auf Hardware teuer werden.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren