Kennedy Center: Von Donald Trump eingesetzte Führung beschließt Schließung
Wenige Stunden zuvor hatte ein Richter erneut untersagt, dass Trumps Name wieder an der Fassade des Gebäudes in Washington, D.C. angebracht werden darf. In einem Post auf seiner Plattform »Truth Social« machte es Trump für die Renovierung allerdings erneut zur Voraussetzung, dass sein eigener Name an der Fassade des Gebäudes angebracht wird.
Wie die »Washington Post« berichtet, werfen Kritiker dem Trump-treuen Verwaltungsrat vor, die baulichen Mängel zu übertreiben, um die Schließung zu rechtfertigen – vielmehr könnte mit dem Schritt die finanzielle Misswirtschaft unter Trump kaschiert werden. Der Republikaner kämpft seit Monaten darum, dass sein Name an der Fassade der berühmten Kulturinstitution zu sehen ist.
Die »Washington Post« hatte zuvor von einer eindringlichen Warnung aus der Führungsriege der berühmten Kulturinstitution in der US-Hauptstadt berichtet, wonach das Zentrum unmittelbar vor der Insolvenz stehe.
Der US-Präsident kündigte an, die Schließung für Renovierungsarbeiten erfolge unverzüglich. Die Leitung habe argumentiert, dass die Aufnahme von Trumps Namen zu Ehren seiner Bemühungen notwendig sei, um dessen Engagement für den Fortbestand des Zentrums sicherzustellen.
Wie die »LA Times« berichtet , hat die demokratische Abgeordnete Joyce Beatty eine einstweilige Verfügung beantragt, um die Schließung zu verhindern. Sie spreche von einer »Geiselnahme« eines Kunstwahrzeichens.
Eigentlich wollte Trump das Kulturhaus bereits im Juli schließen lassen, damit Renovierungsarbeiten erfolgen können. Doch ein Richter hatte die Schließung vorläufig gestoppt. Ende August hatte die Trump-Regierung dann mit dem Abriss des Kulturzentrums gedroht.
Trump hatte der renommierten Einrichtung eine links-»woke« Haltung vorgeworfen und sich selbst an die Spitze eines Verwaltungsrats mit handverlesenen Mitgliedern gesetzt. Dass der US-Präsident seinen Namen an der Fassade des Zentrums anbringen ließ, führte zu einem langwierigen Rechtsstreit und einem Einbruch der Besucherzahlen. Es gibt Bands und Bühnenwerke, die das Kennedy Center seither meiden.
Warum das Kennedy, äh, Trump Center vor der Pleite stehen soll, lesen Sie hier.