Kernfusion: Chinesischem Unternehmen gelingt Durchbruch
Für die Kernfusion gibt es neuerdings weitere Fortschritte. Die Technologie wurde in China erneut um einen Schritt vorangetrieben. Es handelt sich allerdings um ein besonderes Verfahren.
Kernfusion: Ein sauberer Reaktor
Konkret geht es bei dem neuen Experiment um ein spezielles Verfahren zur Kernfusion, das an einem chinesischen Reaktor gelang. Ende September 2026 konnte das Unternehmen ENN einen Test durchführen, der eine Wasserstoff-Bor-Fusion zum Erfolg brachte. Der Reaktor „Xuanlong-50U“ erzielte eine „saubere, neutronenfreie Fusionsreaktion mit fortschrittlichen Brennstoffen“, wie Xin’ao Fusion berichtet.
Teil der Fusion waren Brennstoffe aus Wasserstoff, Bor und Deuterium-Helium-3. Dem Bericht zufolge konnten die Expert*innen von ENN den Anteil von schnellen Protonen stark steigern, wodurch sich eine Fusionsreaktionsrate von über 10⁸ pro Sekunde für den Wasserstoff-Bor erreichen ließ. Damit, so der Konzern, sei ein „bedeutender Durchbruch“ in der chinesischen Entwicklung einer eigenständigen Technologie für Kernfusion erreicht.
Topaktuell
Der Weg ist (noch) weit
Der konkrete Vorteil des Verfahrens, das hier Anwendung fand, liegt in den kommerziellen Vorteilen dahinter. So sind die notwendigen Rohstoffe reichlich verfügbar, etwa Bor sowie Wasserstoff. Allerdings sind die zur Herstellung der Reaktion nötigen Temperaturen sehr viel höher und die Bedingungen komplexer als beim klassischen Deuterium-Tritium-Verfahren.
Der Versuch in China stützt sich auf die Verschmelzung eines Wasserstoff-Protons mit einem Bor-11-Atomkern. Dabei entstehen drei Heliumkerne, was Energie freisetzt. Normalerweise soll üblich bei solchen Verfahren diese Energie dann in Strom umgewandelt werden, indem Wärme beispielsweise zur Umwandlung von Wasser in Wasserdampf genutzt wird. Bei herkömmlichen Wärmekraftwerken wird dadurch meist eine Turbine angetrieben, deren Drehbewegung schließlich elektrischen Strom erzeugt. Der Weg zu dieser Art der Nutzung der Kernfusion ist allerdings vermutlich noch weit, insbesondere wenn es um Profitabilität geht. Im Fall des neuen Verfahrens könnte aus der Reaktion direkt Strom produziert werden.
Quellen: Xin’ao Fusion