DAX +0,72 % 26.521,97 Pkt 15:05:26 MDAX +0,84 % 32.605,37 Pkt 15:05:26 Euro Stoxx 50 +0,22 % 6.559,60 Pkt 15:05:15 Dow Jones +0,09 % 53.839,99 Pkt 22:39:34 S&P 500 +0,92 % 7.798,99 Pkt 22:35:03 Nasdaq +1,35 % 26.803,03 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,59 % 68.713,80 Pkt 08:45:03 Gold +1,69 % 4.437,30 USD 15:10:23 Silber +0,64 % 65,29 USD 15:10:18 Brent -0,14 % 86,95 USD 15:10:11 WTI +0,12 % 81,35 USD 15:10:20 Bitcoin -1,28 % 62.587,51 USD 15:20:19 EUR/USD +0,31 % 1,15660 USD 15:20:22 EUR/GBP +0,04 % 0,85420 GBP 15:20:26 EUR/CHF +0,19 % 0,93920 CHF 15:20:24 EUR/JPY +0,14 % 183,928 JPY 15:20:25

Kernfusion: Realta gewinnt erstmals Strom direkt aus Plasma

Wissenschaft

In Madison im US-Bundesstaat Wisconsin hat Realta Fusion am 19. Juni 2026 einen wichtigen Schritt bei der Kernfusion erreicht. Bisherige Konzepte von Fusionskraftwerken erzeugen Strom überwiegend über Wärme, Dampf und Turbinen. Realta wandelte dagegen die Bewegungsenergie geladener Teilchen im Plasma unmittelbar in elektrischen Strom um. Nach Angaben des Unternehmens gelang dies erstmals einem kommerziellen Fusionsunternehmen an einer Fusionsanlage. Der elektrostatische Wandler lieferte mehrere Ampere bei rund 100 Volt und damit einige Hundert Watt Leistung. Nun muss Realta die Technik von dieser Versuchsdimension auf Leistungen skalieren, die für spätere Kraftwerke relevant sind. Kernfusion könnte Strom ohne thermischen Umweg liefern Konventionelle Kraftwerke erzeugen elektrische Energie meist über mehrere Umwandlungsschritte. Eine Wärmequelle erhitzt Wasser, anschließend treibt Dampf eine Turbine und einen Generator an. Auch viele geplante Fusionskraftwerke setzen auf dieses Prinzip. Realta versucht jedoch, einen Teil der im Plasma vorhandenen Energie direkt als elektrischen Strom nutzbar zu machen. Dafür nutzt das Unternehmen die besondere Bauweise seines magnetischen Spiegelreaktors WHAM. Geladene Teilchen können das eingeschlossene Plasma bevorzugt an den Enden des Magnetfeldes verlassen. Dort bremst ein elektrostatisches System die schnellen Teilchen gezielt ab. Dabei überträgt sich ein Teil ihrer Bewegungsenergie unmittelbar auf das elektrische System. Drei feinmaschige Gitter übernehmen dabei unterschiedliche Aufgaben bei der Trennung und Sammlung der Ladungsträger. Energie direkt aus dem Plasma könnte Wirkungsgrad erhöhen Das physikalische Prinzip der direkten Energieumwandlung ist allerdings nicht völlig neu. Forschungsanlagen untersuchten entsprechende Verfahren bereits vor Jahrzehnten an magnetischen Spiegelkonzepten. Realta hat die Technik nun jedoch in ein modernes kommerzielles Programm für die Kernfusion integriert. Damit rückt eine bislang wenig beachtete Frage stärker in den Mittelpunkt: Wie lässt sich die Energie eines heißen Plasmas möglichst effizient in nutzbaren Strom überführen? Der mögliche Vorteil liegt vor allem in den geringeren Umwandlungsverlusten. Realta hält bei künftigen direkten Energiewandlern Wirkungsgrade von mehr als 90 Prozent für technisch erreichbar. Bei klassischen thermischen Kraftwerkskreisläufen liegt dieser Wert deutlich niedriger. Der aktuelle Versuch belegt diese hohe Effizienz allerdings noch nicht. Das Unternehmen veröffentlichte bislang keinen gemessenen Wirkungsgrad des eingesetzten Prototyps. Von Hunderten Watt zu Leistungen im Megawattbereich Beim aktuellen Experiment erzeugte der Wandler mehrere Ampere bei einer Spannung von ungefähr 100 Volt. Daraus ergab sich eine elektrische Leistung von einigen Hundert Watt. Realta demonstrierte die erzeugte Energie unter anderem mit mehreren angeschlossenen Glühlampen. Für einen Kraftwerkseinsatz reicht diese Größenordnung jedoch bei weitem nicht aus. Deshalb plant das Unternehmen bereits deutlich größere Systeme. Als nächster Schritt sollen Wandler im Kilowattbereich folgen. Anschließend will Realta die Technik auf mehrere Megawatt skalieren. Auch auf der bestehenden WHAM-Anlage hält das Unternehmen langfristig wesentlich höhere Leistungen für möglich. Entscheidend sind dabei jedoch nicht nur größere elektrische Ströme. Die Bauteile müssen außerdem dauerhaft hohe Temperaturen, Teilchenströme und elektromagnetische Belastungen überstehen. Kernfusion erhält damit einen zweiten Weg zur Stromerzeugung Für künftige Anlagen könnte die direkte Energieumwandlung eine zusätzliche Möglichkeit zur Stromgewinnung schaffen. Ein Fusionskraftwerk müsste dann nicht sämtliche nutzbare Energie zunächst in Wärme umwandeln. Stattdessen könnte ein Teil der geladenen Plasmateilchen unmittelbar elektrische Leistung liefern. Dadurch könnten weniger Energieverluste entstehen und gleichzeitig der Eigenbedarf des Kraftwerks sinken. Die Kernfusion steht damit nicht nur vor der Aufgabe, Fusionsreaktionen dauerhaft und wirtschaftlich zu kontrollieren. Ebenso wichtig wird die Frage, wie sich die erzeugte Energie möglichst effizient in Strom umwandeln lässt. Realta hat nun gezeigt, dass sich aus den geladenen Teilchen eines Fusionsplasmas unmittelbar elektrische Energie gewinnen lässt. Ob daraus eine wirtschaftliche Kraftwerkstechnik entsteht, hängt vor allem von der geplanten Skalierung und einem zuverlässigen Dauerbetrieb ab. Verfasser: Blackout News Verwendete Quellen: The Fusion Conclusion (17.07.26) – Golem (16.07.26) – Realta Fusion (30.06.26) Lesen Sie auch:

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren