KI: Ex-Google-Chef warnt vor russischem Angriff auf ein Nato-Land
München. Der frühere Google-Chef Eric Schmidt rechnet mittel- bis langfristig mit einem russischen Angriff auf ein Nato-Land. „Je stärker Russland wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass es sich irgendwann ein Ziel in einem Nato-Land aussucht“, sagte Schmidt zu Wochenbeginn auf der Münchener Gründerkonferenz „Bits & Pretzels“.
Dort sprach er mit Handelsblatt-Chefredakteur Sebastian Matthes. Am ehesten träfe ein russischer Angriff die baltischen Staaten, sagte Schmidt, der seit 2025 Vorstandsvorsitzender und Verwaltungsratschef des Raketenunternehmens Relativity Space ist.
„Ich mache mir sehr, sehr große Sorgen um Europa“, sagte Schmidt. Der Krieg in der Ukraine treibe die militärische Innovation auf beiden Seiten in bislang ungekanntem Tempo voran: „Eine neue Technologie auf russischer Seite wird binnen drei Monaten in der Ukraine nachgeahmt – und umgekehrt.“ Russlands Tempo bei dieser Entwicklung habe zuletzt zugenommen.
Europas Armeen bezeichnete Schmidt als „sehr klein im Vergleich zu dem, was tatsächlich benötigt wird“. Die Entscheidung europäischer Staaten, ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen, begrüßte er ausdrücklich: „Insbesondere Deutschland macht dabei einen hervorragenden Job.“