DAX +0,68 % 25.534,53 Pkt 13:54:07 MDAX +0,98 % 32.420,35 Pkt 13:54:07 Euro Stoxx 50 -0,31 % 6.269,91 Pkt 13:54:00 Dow Jones +1,03 % 52.747,32 Pkt 23:10:23 S&P 500 +0,21 % 7.428,78 Pkt 23:10:14 Nasdaq -0,22 % 24.876,91 Pkt 23:15:59 Nikkei -1,49 % 61.434,19 Pkt 08:45:03 Gold +1,36 % 4.091,30 USD 13:59:03 Silber +0,97 % 57,85 USD 13:58:58 Brent +4,61 % 87,97 USD 13:58:07 WTI +4,31 % 82,68 USD 13:59:05 Bitcoin +0,76 % 64.355,99 USD 14:09:04 EUR/USD +0,12 % 1,13830 USD 14:08:20 EUR/GBP +0,12 % 0,85640 GBP 14:09:06 EUR/CHF +0,18 % 0,93310 CHF 14:09:06 EUR/JPY +0,04 % 186,262 JPY 14:09:06

KI-Frust im Job: Wissensarbeiter wünschen sich Zeit vor ChatGPT zurück

Technologie

Große Ernüchterung KI-Frust: Wissensarbeiter wollen ihr altes Leben zurück Von t-online, llb 29.07.2026 - 07:18 UhrLesedauer: 3 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Die Euphorie rund um Künstliche Intelligenz bekommt erste Risse. Eine aktuelle Studie zeigt, warum sich viele Mitarbeiter eine Zeit vor KI zurückwünschen. Eine Revolution namens Künstliche Intelligenz verändert die Lebenswelt der Menschen jeden Tag ein Stück mehr. An den Börsen treiben KI-Aktien die Kurse, im Berufsalltag übernimmt KI immer mehr Aufgaben. KI-Pioniere wie OpenAI-Chef Sam Altman (ChatGPT), xAI-Gründer Elon Musk (Grok) oder Nvidia-CEO Jensen Huang zeichnen dabei ein Bild einer Zukunft mit mehr Wohlstand und Freiheit. Doch was aus Sicht der Tech-Milliardäre wie ein Fortschrittsversprechen klingt, hinterlässt bei vielen Menschen einen faden Beigeschmack. Wie kritisch Beschäftigte den Einsatz von KI inzwischen sehen, zeigt eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Adaptavist. Die Ergebnisse machen deutlich: Viele fürchten, durch Künstliche Intelligenz ersetzt zu werden – und wünschen sich die Zeit vor generativer KI zurück. Die große KI-Ernüchterung im Berufsalltag Seit der Veröffentlichung von ChatGPT im Herbst 2022 haben sich KI-Modelle rasant weiterentwickelt. Doch mit diesem Tempo kommen viele Beschäftigte offenbar nicht mehr mit. Die Studie von Adaptavist zeigt eine deutliche Sehnsucht nach der Arbeitswelt vor generativer KI. Fast drei Viertel (72 Prozent) der 2.500 befragten Wissensarbeiterinnen und Wissensarbeiter aus Großbritannien, den USA, Kanada, Spanien und Deutschland blicken regelmäßig auf die Zeit vor dem Einsatz generativer KI zurück. 41 Prozent geben sogar an, sie würden entsprechende KI-Tools komplett abschaffen, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. Als Wissensarbeiter bezeichnet die Studie Beschäftigte, deren wichtigstes Kapital ihr Wissen ist. Dazu zählen unter anderem Ärzte, Apotheker, Architekten, Ingenieure, Wissenschaftler, Designer, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte und Redakteure. Warum viele Beschäftigte ihre Arbeit entwertet sehen Am stärksten ausgeprägt ist der Wunsch nach einer Zeit vor KI bei der Generation Z (1997 bis 2012): 40 Prozent würden die Entwicklung am liebsten zurückdrehen. Bei der Generation X (1965 bis 1980) liegt der Anteil bei 22 Prozent, bei den Babyboomern (1946 bis 1964) bei 29 Prozent. Einer der Hauptgründe ist laut den Studienautoren der wachsende Konflikt zwischen kreativer Freiheit und ethischer Verantwortung. Viele Wissensarbeiter sind überzeugt, dass ihre Arbeit vor der breiten Einführung generativer KI einen höheren Stellenwert hatte. Als häufigste Gründe nennen die Befragten sinnentleerte Arbeit (45 Prozent), Kreativitätsverlust (25 Prozent) und ethische Bedenken (20 Prozent). Viele glauben, dass KI immer weniger Raum für Kreativität lässt. Gleichzeitig sinkt die Motivation, weil die Beschäftigung mit sogenanntem "KI-Müll" den Eindruck vermittelt, die eigene Arbeit verliere an Sinn. Hinzu kommen die sogenannten Verifizierungskosten. Mehr als jeder dritte Beschäftigte (39 Prozent) investiert laut Studie mehr Zeit in die Überprüfung, Korrektur und Validierung von KI-Ergebnissen, als durch deren Nutzung tatsächlich eingespart wird. KI-Müll bremst Produktivität und Motivation Auch mit der Qualität der KI-Ergebnisse sind viele Beschäftigte unzufrieden. 42 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass KI die Produktivität bremst und Projekte verlangsamt. Fast jeder Zweite (49 Prozent) sagt zudem, dass KI die Gesamteffizienz des Teams beeinträchtigt. Besonders kritisch sehen viele den sogenannten AI Slop, einen Überfluss an minderwertigen KI-generierten Inhalten. Nach Ansicht der Wissensarbeiter schadet diese Entwicklung der Arbeitsmoral und macht den Arbeitsplatz unübersichtlicher und träger als zuvor. Keine grundsätzliche KI-Ablehnung Als grundsätzliche Ablehnung von KI wollen die Autoren ihre Ergebnisse jedoch nicht verstanden wissen. Aus Sicht der Unternehmen sei die positive Haltung gegenüber Künstlicher Intelligenz nachvollziehbar. Zwei von drei Beschäftigten (67 Prozent) wünschen sich sogar, dass ihr Unternehmen den KI-Einsatz weiter ausbaut. Knapp ebenso viele (64 Prozent) vertrauen darauf, dass KI ethisch verantwortungsvoll eingesetzt wird. Das Fazit der Studie lautet: Viele Beschäftigte in Wissensberufen leiden unter einer sogenannten KI-Fatigue, also einer KI-Erschöpfung. Sie erleben einerseits, wie minderwertige KI-Inhalte ihre kreative Arbeit entwerten. Andererseits verstehen sie nicht, warum sie dennoch immer stärker auf KI setzen sollen. Neal Riley von Adaptavist sieht jedoch einen Ausweg. "Wenn KI durchdacht eingeführt wird – mit den richtigen Rahmenbedingungen und echter Unterstützung für die Menschen, die sie nutzen –, kann sie das, was Arbeit sinnvoll und wirkungsvoll macht, stärken, statt es zu untergraben."

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