DAX +0,15 % 25.410,84 Pkt 18:00:00 MDAX +0,67 % 30.287,68 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.116,23 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,96 % 52.361,58 Pkt 21:43:41 S&P 500 +0,17 % 7.676,77 Pkt 21:43:43 Nasdaq +0,62 % 26.169,38 Pkt 22:15:59 Nikkei -0,80 % 62.189,65 Pkt 07:45:03 Gold -0,18 % 4.031,00 USD 21:59:59 Silber -0,56 % 54,04 USD 21:59:54 Brent -0,42 % 110,27 USD 21:59:57 WTI -0,50 % 101,25 USD 21:59:57 Bitcoin +0,04 % 80.058,08 USD 22:51:46 EUR/USD -0,36 % 1,11810 USD 22:51:42 EUR/GBP +0,05 % 0,83750 GBP 22:51:59 EUR/CHF +0,47 % 0,92430 CHF 22:51:46 EUR/JPY +0,20 % 175,954 JPY 22:51:59

KI kopiert kommerzielle Software wie Spiele, Photoshop oder Word

Technologie

»Das Ende der Geheimhaltung im Softwarebereich steht kurz bevor. Das Ende der Closed-Source-Software und der endgültige Triumph von Open Source«, kündigt der renommierte Softwareentwickler Eric Steven Raymond auf X an. Er bezieht sich damit auf eine rasante Entwicklung im Softwarebereich, die im September und Oktober 2026 begonnen hat: Mithilfe von KI-Sprachmodellen wurde der Programmcode von beliebten Spielen und teuren Softwarepaketen wie Photoshop oder Microsoft Office reproduziert. Die KI-generierten Programmklone stehen nun allen kostenfrei zur Verfügung.

Viele Personen blicken begeistert auf diese Geschehnisse. Vorbei scheint die Zeit, in der man teure Abomodelle abschließen musste und sich mit Programmen zufriedengeben musste, die nur auf bestimmten Betriebssystemen oder besonderer Hardware laufen. Damit wird möglich, was bisher undenkbar schien: ein PlayStation-Spiel auf dem Computer zu spielen oder lästige Werbung auf dem Smart-TV zu entfernen. Das GitHub-Projekt »Reverse Engineer Anything«, das Nutzende bei der Entwicklung solcher Wunschprogramme unterstützt, zählt inzwischen zu den beliebtesten auf der Open-Source-Software-Plattform.

Doch viele Experten warnen auch vor unliebsamen Konsequenzen, denn die KI-generierten Programme enthalten oft Fehler, sogenannten AI‑Slop. Und wenn Nutzende ohne Fachwissen Computercode erzeugen lassen, können sie die Fehler meist nicht bemerken – geschweige denn ausbessern. »Wir werden miterleben, wie überstürzt gegründete Hardware-Start-ups schlecht kopierte Software einsetzen, die kaum funktioniert, und wir werden in Restaurants über einen Touchscreen mit kopierter Software, die seltsame Fehler aufweist, unser Essen bestellen«, prophezeit Jason Koebler, Gründer von 404 Media. Auch die KI-Versionen von Photoshop und den Office-Programmen funktionieren wohl nicht so zuverlässig wie die Originale.

Was macht die KI da eigentlich?

Viele Personen sprechen davon, dass KI-Modelle bestehende Software »dekompiliert«. Das würde bedeuten, dass Sprachmodelle aus einem lizenzierten Programm, in dem Maschinenanweisungen binär codiert sind, den zugehörigen Programmcode rekonstruieren. Das kann man sich wie das Ermitteln eines Kochrezepts vorstellen, nachdem man ein zubereitetes Gericht probiert hat.

Wer schon einmal gekocht hat, weiß, dass es praktisch unmöglich ist, die exakte Dosierung und Zubereitung aller Zutaten aus einem fertigen Gericht zu rekonstruieren. Ähnliches gilt für das Dekompilieren von Software.

»Ja, man kann einer KI eine Liste mit allen Funktionen geben, die ein Spiel offenbar ausführt, und dann stolz zeigen, wie hervorragend sie diese Funktionen nachbildet«, schreibt der Mathematiker Jose Crespo. »Aber sagen Sie einem erfahrenen Softwareentwickler bloß nicht, dass Sie damit den Code wiederhergestellt hätten, den die ursprünglichen Entwickler geschrieben haben.«

Zwar gibt es Beispiele dafür, dass Sprachmodelle in Einzelfällen tatsächlich in der Lage waren, besonders einfache Software zu dekompilieren. Doch in der Regel kreiert die KI bloß Programme, die ähnliche Funktionen haben wie die Originale. So kommt es dann auch zu Bugs oder fehlenden Funktionen.

Doch das spielt für viele Nutzende keine Rolle. Sie erfreuen sich daran, nicht mehr von der Preispolitik und den Abomodellen großer Tech-Firmen abhängig zu sein. »Wir haben eine großartige Gelegenheit, das Internet von den monopolistischen Plattformen zurückzuerobern, die sich uns gegenüber als Nutzer und Kunden schlecht verhalten haben«, sagte Brandon Thomas, der die Photoshop- und Office-Alternativen mithilfe von KI erzeugt hat.

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