KI-Rechenzentren lassen US-Stromverbrauch auf Rekordhoch steigen
Hunderte Milliarden Dollar fließen gerade in den Ausbau von KI-Rechenzentren. Für den Strommarkt in den USA wird das zum Stresstest. Wie die US-Energiebehörde EIA in ihrer kurzfristigen Energieprognose mitteilt, dürfte die Stromnachfrage in den kommenden Jahren weiter steigen. Nach dem bisherigen Höchstwert von 4.195 Terawattstunden (TWh) im Jahr 2025 erwartet die EIA im laufenden Jahr 4.268 TWh. 2027 könnte der Stromverbrauch auf 4.391 TWh klettern. Der Anstieg sei vor allem auf Rechenzentren für KI und Kryptowährungen zurückzuführen. Zudem würden private Haushalte und Unternehmen zunehmend Strom statt fossiler Brennstoffe zum Heizen und für den Verkehr, zum Beispiel für E-Autos nutzen. Texas zieht Notbremse Regional gibt es in den Vereinigten Staaten aber massive Unterschiede. So steigt etwa im US-Bundesstaat Texas die Nachfrage besonders schnell. Viele große Betreiber wie Google, Microsoft oder Amazon bauen hier neue Rechenzentren für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Anfang August hatte der republikanische Gouverneur Greg Abbott die Notbremse gezogen und einen Baustopp für neue Rechenzentren verhängt. Entsprechend hat die US-Energiebehörde ihre Prognose deutlich gesenkt. Für Texas werde der Strombedarf 2027 nur noch um sechs Prozent wachsen, nachdem zuvor ein Plus von 14 Prozent erwartet worden war. Auch New York zog schon Konsequenzen Als erster US-Bundesstaat hatte New York im Juli vorübergehend den Bau weiterer sogenannte Hyperscale Datacenter verboten. Immer öfter versuchen Techfirmen ihren Strom selbst zu produzieren, bauen Gaskraftwerke oder lassen stillgelegte Atomkraftwerke wieder hochfahren. Insgesamt gehen etwa vier bis sechs Prozent des Stromverbrauchs in den Vereinigten Staaten auf Rechenzentren. Gas und Kernkraft sind dabei noch immer die wichtigsten Energiequellen. Die US-Energieagentur rechnet vor, dass der Anteil Erneuerbarer Energien am Strommix im Jahr 2027 auf 27 Prozent steigen könnte. Ausbau stößt auch in Deutschland an Grenzen Probleme beim KI-Ausbau gibt es aber auch in Deutschland. In Frankfurt, wo die meisten Rechenzentren angesiedelt sind, wird ebenfalls der Strom knapp. Dort können große und leistungsstarke Neuanschlüsse erst ab Mitte der 2030er-Jahre wieder bereitgestellt werden, teilte der Netzbetreiber laut einem Bericht im Spiegel mit. Umweltschützer kritisieren aber nicht nur den steigenden Strombedarf der Rechenzentren, sondern auch den Wasserbedarf. Denn zur Kühlung der Server wird viel Wasser benötigt. Das wird in vielen Regionen der Welt immer knapper.