KI: Tech-Konzerne sammeln 2,7 Billionen Dollar „Schattenverschuldung“ an
Düsseldorf. Die fünf großen amerikanischen Unternehmen der Boombranche Künstliche Intelligenz (KI) haben ihre finanziellen Verpflichtungen drastisch ausgeweitet. Die Summe der rechtlich bindenden Leasingverträge stieg bei Microsoft, Meta, Alphabet, Amazon und Oracle binnen fünf Jahren von 68 Milliarden auf 1,1 Billionen Dollar.
Weitere Verpflichtungen, etwa für Software, Infrastruktur und Energie, wuchsen von 129 Milliarden auf 1,6 Billionen Dollar. Insgesamt stehen damit aktuell 2,7 Billionen Dollar an festen Zusagen für KI-Investitionen, die bisher nicht in den Bilanzen auftauchen.
Zugleich kehrte sich die Finanzsituation der Konzerne um: Aus 209 Milliarden Dollar Nettoliquidität per Ende Juni 2021 wurden insgesamt 106 Milliarden Dollar bereinigte Nettoschulden. Oracle trägt davon mit 88 Milliarden Dollar den größten Anteil.
Das zeigt eine Auswertung des Kölner Flossbach von Storch Research Institute. Grundlage sind die Berichte, die die Konzerne bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht haben, sowie Daten des Finanzspezialisten Bloomberg.
Die Bilanzpositionen der Hyperscaler und ihre künftigen finanziellen Verpflichtungen sind vor allem für Anleger relevant. Schon jetzt schrumpfen die Liquiditätsreserven, sodass die Unternehmen ihre Geschäfte nicht mehr aus eigener Kraft finanzieren können.