KI: „Wir können diese Agenten schon heute nicht kontrollieren“
Berkeley. Er sitzt schon bereit am Tisch in einem hübschen kleinen Garten im Universitätsviertel von Berkeley. Michael Pollan, groß gewachsen, im blauen Jeanshemd, ein Mann im Einklang mit sich selbst. Er hat Generationen von Menschen erklärt, was auf ihren Tellern liegt, was Kaffee mit dem Gehirn und Psychedelika mit dem Geist machen.
Jetzt hat er sich das größte Rätsel des Menschen vorgenommen: das Bewusstsein. Vorher aber gibt es ein Stück Zitronenkuchen zur Stärkung. Das Nachdenken über das Bewusstsein geht eben auch durch den Magen.
Herr Pollan, wir kommen gerade vom Aquarium in Monterey. Die Quallen dort wirkten, als hätten sie ein Bewusstsein.
Meine Lieblingsstation dort. Aber wir müssen mit den Begriffen vorsichtig sein. Bei solchen Lebewesen spreche ich lieber von Empfindungsfähigkeit. Sie ist eine universelle Eigenschaft des Lebens: erkennen, was in der Umwelt gut oder schlecht ist, und darauf reagieren. Jedes Lebewesen macht das auf seine Weise, je nach Körper und Sinnesapparat. Hunde haben ihre Form von Bewusstsein, Quallen eine andere.