Kiew attackiert Ölraffinerie in Russland
Startseite
Politik
Ukraine-Krieg aktuell: Kiew startet großen Drohnenangriff – Ölraffinerie unter Beschuss
Von: Christian Stör
Uns auf Google folgen
Aktuelle News-Lage im Ukraine-Krieg im Ticker: Drohnen attackieren russisches Staatsgebiet weit hinter der Front. Verluste für Russland bleiben hoch.
Update, 11:52 Uhr: Mehr als 80 Prozent der Ukrainer sind überzeugt, dass ihr Land den Krieg gegen Russland letztlich für sich entscheiden wird. Das geht aus einer Umfrage des Kiewer Internationalen Instituts für Soziologie (KIIS) hervor, die zwischen dem 16. und 31. Juli 2026 durchgeführt wurde. Darin heißt es: „Die überwältigende Mehrheit der Ukrainer – 82 Prozent – glaubt, dass die Ukraine den Krieg letztendlich gewinnen wird, davon sind 59 Prozent völlig davon überzeugt (die übrigen 23 Prozent glauben eher, dass die Ukraine gewinnen wird).“
Update, 10:46 Uhr: Polen will künftig seine Bürger per SMS darüber informieren, wenn seine Luftwaffe während Angriffen gegen die Ukraine Kampfjets aufsteigen lässt. Damit ziehe man eine Konsequenz aus dem Raketenabsturz Ende Juli, sagte Vize-Verteidigungsministerin Magdalena Sobkowiak-Czarnecka dem Portal Wirtualna Polska.
Am 30. Juli war während schwerer russischer Luftangriffe auf die Ukraine ein Flugobjekt in den Luftraum des NATO-Staats Polen eingedrungen und in der Nähe der Stadt Lublin abgestürzt. Nach Angaben der Regierung in Warschau handelte es sich um einen russischen Marschflugkörper vom Typ Ch-101. Verletzt wurde niemand. Bürger in der betroffenen Region beklagten anschließend, über die Gefahrensituation unzureichend informiert worden zu sein. Zwar hätten in der Großstadt Lublin und benachbarten Landkreisen die Sirenen geheult. Jedoch hat zunächst niemand gewusst, worin die Gefahr besteht.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Ukraine-Krieg aktuell: Neue Details zu Russlands Rüstungsindustrie
Update, 9:40 Uhr: Russland hat die Produktion der Kinschal-Aeroballistik-Raketen im April eingestellt, um stattdessen die Fertigung anderer, präziserer Raketentypen hochzufahren. Das erklärte Generalmajor Wadym Skibizkyj, stellvertretender Leiter des ukrainischen Militärgeheimdienstes (DIU), in einem Interview mit RBC-Ukraine. Mit Blick auf die gesteigerte Produktion ballistischer Raketen in Russland sagte Skibizkyj, die Russen verfügten inzwischen über ein „vereinfachtes System der technischen Qualitätskontrolle bei der Raketenproduktion“ und sähen sich „echten Konsequenzen beim Verfehlen der Produktionsziele“ ausgesetzt. „Die Russen konnten die Produktion ballistischer Raketen auch deshalb steigern, weil sie die Produktion der Kinzhal-Raketen eingestellt haben. Daher wird der Raketentreibstoff nicht mehr für Kinzhal-Raketen, sondern für andere ballistische Raketen verwendet.“
Erstmeldung: Kiew/Moskau – Die Angriffe im Ukraine-Krieg gehen mit unverminderter Härte weiter. So haben die ukrainischen Streitkräfte in der Nacht zum 10. August den Industriestandort Nischnekamsk attackiert. Wie die Telegram-Kanäle Dozhd und Astra berichten, filmten Anwohner zahlreiche unbemannte Flugkörper über der Stadt sowie aufsteigende Rauchsäulen. Laut russischen Nachrichtenagenturen handelte es sich um einen großen Drohnenangriff. Den dortigen Behörden zufolge wurden mehrere Menschen getötet.
In Nischnekamsk befindet sich eine der größten Ölraffinerien in Russland. Der Industriekomplex in der Stadt gilt als zentrales Element der russischen Energieinfrastruktur: Neben der hochmodernen TANECO-Raffinerie des Ölkonzerns Tatneft sind dort auch die Anlage TAIF-NK sowie das Petrolchemiewerk Nischnekamskneftekhim des Sibur-Konzerns angesiedelt – einer der größten Petrochemie-Standorte Europas. Nischnekamsk liegt in der Region Tatarstan rund 1000 Kilometer östlich von Moskau.
Angriff von Russland
Auch Russland startete in der Nacht neue Angriffe auf die Ukraine. Dabei sind in der ukrainischen Stadt Sumy den örtlichen Behörden zufolge mindestens fünf Menschen verletzt worden. Wie die Militärverwaltung der Stadt Sumy mitteilte, wurden in den beiden Stadtbezirken Saritschnyi und Kowpakiwskyi Wohnhäuser und zivile Infrastruktur beschädigt. Russland setzte dabei erneut gelenkte Luftbomben ein – ein Angriffsmuster, das es in Sumy zuletzt regelmäßig gegeben hat.
Unterdessen ist die Zahl der am Vortag beim russischen Angriff auf den ukrainischen Hafen von Odessa verletzten Personen auf 14 gestiegen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte daraufhin seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin angeklagt: „Damit führen die Russen Krieg gegen die weltweite Ernährungssicherheit.“ Die Häfen von Odessa sind die Hauptroute für die umfangreichen Agrarexporte der Ukraine.
Verluste für Russland
Am Morgen hat Kiew neue Zahlen zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Nach Angaben des Generalstabs haben die russischen Streitkräfte binnen 24 Stunden etwa 1470 Soldaten verloren. Insgesamt sind demnach bereits mehr als 1,45 Millionen russische Soldaten im Kampf getötet oder schwer verwundet worden. Zudem gibt die Ukraine an, in den vergangenen 24 Stunden 48 Artilleriesysteme und 1746 Drohnen zerstört zu haben. Nachfolgend ein Überblick der von Kiew genannten Zahlen zu den russischen Gesamtverlusten im Ukraine-Krieg.
Soldaten: 1.459.210 (+1470 zum Vortag)
Panzer: 12.255 (+2)
Artilleriesysteme: 47.669 (+48)
Mehrfach-Raketenwerfer: 2019 (+6)
Luftabwehrsysteme: 1558 (+2)
Drohnen: 452.994 (+1746)
Marschflugkörper: 5007 (=)
Die Daten lassen sich unabhängig nicht überprüfen und basieren auf Schätzungen des ukrainischen Generalstabs. (red)