Kinder-Altersvorsorge: Staatlich geförderte Altersvorsorge soll für Sechsjährige starten
Die geplante staatlich geförderte Altersvorsorge für Kinder und Jugendliche in Deutschland nimmt Gestalt an. Laut einem Gesetzentwurf, der der ZEIT vorliegt, sollen 6- bis 18-Jährige künftig zehn Euro monatlich für ein kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot erhalten, sofern ihre Eltern einen entsprechenden Vertrag für sie abschließen. Wird kein individueller Vertrag geschlossen, legt der Bund die Mittel kollektiv am Kapitalmarkt an, wo sie von der Bundesbank verwaltet werden. Wenn die Kinder volljährig werden, soll ein nahtloser Übergang in eine steuerlich geförderte private Altersvorsorge ermöglicht werden. Ausgezahlt werden soll das angelegte Geld grundsätzlich nicht vor Vollendung des 65. Lebensjahres. Dem Entwurf zufolge soll die sogenannte Frühstartrente zunächst für Sechsjährige starten, also für den Geburtenjahrgang 2020. Das Gesetz soll 2027 in Kraft treten, das Geld für die aktuell Sechsjährigen soll rückwirkend ausgezahlt werden. Pro Jahr soll dann immer der Jahrgang der aktuell Sechsjährigen Anspruch erhalten. Ältere minderjährige Jahrgänge erhalten demnach keine Förderung. Damit wird von früheren Überlegungen der Koalition abgerückt, die eine nachträgliche Einbeziehung ab 2029 vorsahen. Ab dem Jahrgang 2020 soll ein Kind in Deutschland bis zur Volljährigkeit also künftig insgesamt 1.440 Euro für die Altersvorsorge erhalten. Eltern können dies mit eigenen Zahlungen aufstocken. Regierung rechnet zum Start mit knapp 200 Millionen Euro Kosten Die Bundesregierung schätzt die Kosten für die Frühstartrente im Haushaltsjahr 2027 zunächst auf knapp 200 Millionen Euro. Durch das Hinzukommen weiterer Jahrgänge sollen die Kosten bis zum Haushaltsjahr 2030 auf 411 Millionen Euro steigen. »Wir wollen, dass alle besser und früher für das Alter vorsorgen können«, sagte Finanzminister und SPD-Co-Chef Lars Klingbeil der Funke Mediengruppe. Mit der Frühstartrente gebe man jungen Menschen ein Startkapital für die private Vorsorge. Die Frühstartrente hatten CDU, CSU und SPD im April 2025 im Koalitionsvertrag vereinbart. Das Finanzministerium gab den Entwurf am Mittwoch in die regierungsinterne Abstimmung. Aus der Finanzbranche und von Verbraucherschützern kam grundsätzlich Zuspruch für die Pläne, aber auch Kritik an Details. Der Fondsverband BVI kritisierte die staatliche Auffanglösung, da sie der Finanzbildung widerspreche. Der Versicherungsverband GDV betonte, dass die Frühstartrente erst durch zusätzliche private Einzahlungen »wirklich stark« werde. Der Verbraucherzentrale Bundesverband warnte, dass mit der Frühstartrente kein neues Vertriebsgeschäft für Finanzanbieter entstehen dürfe, und forderte eine Stärkung der unabhängigen Finanzbildung.