Kinder im Hafturlaub missbraucht? Ministerin will Gesetz ändern
Stand: 20.08.2026 09:28 Uhr Ein Sexualstraftäter soll im Hafturlaub Kinder missbraucht haben. Eine Psychologin hatte Ausgänge befürwortet. Zudem hatte er Hafturlaub bekommen - ohne weiteres Gutachten. Für Niedersachsens Justizministerin ein Fehler. von Helmut Eickhoff Ministerin Kathrin Wahlmann (SPD) hatte den Landtag im Unterausschuss für Justizvollzug über den Fall informiert. Das Vorgehen der Jugendanstalt Hameln sei "kein klarer Verstoß" gegen das Niedersächsische Justizvollzugsgesetz. Wahlmann meint, vor Gewährung eines Hafturlaubs hätte die Psychologin ein weiteres Gutachten zu Rate ziehen müssen. Um das in ähnlichen Fällen künftig zu gewährleisten, will Wahlmann dem Landtag noch im Herbst einen neuen Gesetzentwurf vorlegen. Darin soll geregelt sein, dass in den Fällen, in denen bei Haftlockerungen grundsätzlich ein Gutachten einzuholen ist, das auch bei jeder weiteren Lockerungsstufe geschieht. CDU unterstützt Vorschlag "Ich finde den Vorstoß der Ministerin gut", sagte die Landtagsabgeordnete Veronika Bode (CDU). "Auch damit sich alle Beteiligten bestmöglich rechtlich absichern können." Es bleibe aber abzuwarten, wie der Entwurf im Detail aussehe. Auch die Abgeordnete Evrim Camuz (Grüne) unterstützt das Vorhaben. "Erkennbare Lücken im bisherigen Verfahren werden geschlossen, die Sicherheit der Gesellschaft rückt noch stärker in den Mittelpunkt der Haft", so Camuz. Mutmaßlicher Missbrauch in Hafturlaub