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Kinderkutsche bei "Bares für Rares": Düsseldorfer Händler zerlegt Experten-Preis

Nation

Über die Jahrzehnte und Generationen hinweg hat sich viel verändert – auch das Spielverhalten von Kindern. Während im 20. Jahrhundert Modelleisenbahnen, Puppen und Teddybären beliebt waren, kamen ab den 70er-Jahren immer mehr elektronische Geräte und Videospiele hinzu. Vom Gameboy und der Nintendo-Spielkonsole bis zu Minecraft und Nintendo Switch.

Der Geschmack, die Technologie, aber natürlich auch das Geld bestimmen, welche Spielzeuge Kinder besitzen. Der hochgeborene Adel musste im frühen 20. Jahrhundert natürlich auch nochmal etwas Besonderes haben, wie zum Beispiel eine „Kinderkutsche“. Ein kleines Gefährt aus Holz oder Metall, das Kinder hinter sich herziehen konnten. Bei „Bares für Rares“ ist der Düsseldorfer Händler Markus Wildhagen ganz hin und weg und legt für das Gefährt einige Scheine auf den Tisch.

📌 Markus Wildhagen von „Bares für Rares“

Alter und Herkunft: Markus Wildhagen wurde am 26. Mai 1966 in Düsseldorf geboren und ist 60 Jahre alt. Seit 2017 gehört er zum Händlerteam der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“.

Eigenes Antiquitätengeschäft: Seit 1993 betreibt er den Antiquitätenhandel „Wandel Antik“ in Düsseldorf-Unterbilk. Auf rund 1.300 Quadratmetern bietet er historische Möbel, Kunstgegenstände und außergewöhnliche Sammlerstücke an.

Verbindungen nach Hollywood: Wildhagen verleiht Antiquitäten als Requisiten für Film- und Fernsehproduktionen. Seine Gegenstände waren unter anderem in den Filmen „Der Untergang“, „Das Wunder von Bern“ und „Grand Budapest Hotel“ zu sehen.

Kinderkutsche bei „Bares für Rares“

Experte Sven Deutschmanek klärt auf, dass man die Kutschen oft „My Lord“-Kutsche nannte, weil sie eher für den hohen Adel angedacht war. Allerdings hätten nicht nur Kinder die Kutsche gezogen, sondern oft auch Haustiere wie Hunde oder Ziegen. Auch die 29-Jährige plante, ihre Ponys vor das Gespann zu schnallen. Doch dazu sei es nie gekommen und nach einem Umzug habe sie nicht mehr für Kutsche und Pferde Platz, deshalb müsse die Kutsche nun weichen.

Die Kutsche ist laut Einschätzung von Deutschmanek Anfang des 20. Jahrhunderts hergestellt worden, die über die Jahre wohl mehrfach restauriert worden sei. Um aber dem originalen Zustand wieder nah zu kommen, müsse noch viel Arbeit und Geld in die Kutsche gesteckt werden. Seiner Schätzung nach kann die Verkäuferin deshalb mit einem Verkaufspreis von 400 bis 500 Euro rechnen. Damit wäre die Pflegekraft aus Prackenbach schon zufrieden.

Expertise verdoppelt

Zu dem Zeitpunkt ahnte sie auch noch nicht, wie schnell die Expertise übertroffen werden sollte. Insbesondere die Herren in der Händlerrunde zeigten sich ganz angetan und schnell schnellten die Preise auf 850 Euro hoch. Damit lag das Angebot schon deutlich über der Wunschvorstellung der Verkäuferin, die bei 500 Euro lag. Doch sie erkannte die Chance und pokerte: „Es wäre schön, wenn noch ein bisschen was kommen würde.“

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Düsseldorfer Händler Markus Wildhagen spielte das Spiel mit und erhöhte den Preis auf 980 Euro. Damit war der Deal besiegelt. Als Wildhagen die Scheine auf den Tisch legte, setzte er sogar nochmal 20 Euro oben drauf, sodass sich die Expertise und ihre Wunschvorstellung am Ende verdoppelten.

Theresa Eder erwarb das außergewöhnliche Gefährt im Internet, und auch wenn sie in der ZDF-Trödelshow nicht verrät, wie viel Geld sie einst dafür bezahlt hat, lässt sich an ihrem Gesichtsausdruck erahnen, dass der Verkaufswert nun deutlich drüber liegt. „Also ich dachte nicht, dass die Händler so interessiert sind an der kleinen Kutsche. Aber mich freut es, denn je mehr Interesse da ist, umso größer wird der Preis“, sagt sie abschließend zufrieden.

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