Kindle-App für Android: Neues Feature macht euer Tablet zum Notizbuch - Kindle Scribe bald unnötig?
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Kindle-App für Android: Neues Feature macht euer Tablet zum Notizbuch - Kindle Scribe bald unnötig?
27. Oktober 2026 um 09:20 Uhr
netzwelt.de
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Amazon verpasst der Kindle-App für Android ein Update. Mit dem könnt ihr fortan handschriftliche Notizen in euren E-Books festhalten. Ist der Kindle Scribe damit jetzt überflüssig?
Amazon veröffentlicht ein Update für alle Android-Besitzer, die die Kindle-App nutzen. Das Update ist kostenlos und erfolgt direkt via App-Update. Es bringt eine Funktion, für die ihr bisher einen teuren Kindle Scribe besitzen musstet: handschriftliche Notizen. Künftig braucht ihr also nur noch ein Tablet mit Stift, wie das Galaxy Tab mit S Pen, um eure Notizen jederzeit schriftlich festzuhalten. Damit wird der Kindle Scribe zwar nicht gänzlich überflüssig, eine seiner zentralen Funktionen ist jetzt aber ganz normal für Nutzer der Android-App verfügbar.
Sobald ihr das Update installiert habt, könnt ihr die Funktion in der Kindle-App nutzen. Beim Öffnen informiert euch ein Pop-up über die neue Funktion: In geöffneten E-Book-Texten macht ihr Notizen, kritzelt eine kleine Zeichnung hinein oder haltet einen wichtigen Kommentar fest. Das ist praktisch, wenn ihr anderen später eine bestimmte Stelle im Buch vorstellen möchtet oder ihr in einem Lehrbuch wichtige Passagen mit einer Anmerkung versehen wollt.
Das Besondere am Feature ist aber die Umsetzung: Der E-Book-Text umfließt eure handschriftlichen Notizen dynamisch (Text-Flow). Wie das Technikmagazin Android Authority berichtet, könnt ihr Stiftstil, Stiftgröße und Stiftfarben anpassen, Passagen unterstreichen und verschiedene Outline-Tools nutzen.
Kindle-App für Android: So nutzt ihr das neue Feature für handschriftliche Notizen
Aktualisiert die Kindle-App, indem ihr über den Google Play Store die neuste Version herunterladet.
Öffnet ein beliebiges E-Book auf eurem Tablet.
Bestätigt das Pop-up, das euch über das Update informiert.
Ruft die Stift-Werkzeugleiste in der Leseansicht auf.
Passt nach Belieben Strichstärke, Stiftstil und Farbe an und beginnt, mit dem Stylus eure Notizen direkt auf den Screen zu schreiben.
Das Update macht das Festhalten handschriftlicher Notizen vor allem auf Geräten wie dem Samsung Galaxy Tab, dem XP-Pen Magic Note Pad oder dem Onyx BOOX Go 7 einfacher - besonders wenn ihr einen Stylus nutzt. Laut Android Authority ist das neue Feature auch in der Kindle-App für Smartphones verfügbar. Theoretisch könnt ihr eure Notizen statt mit einem Stylus auch mit dem Finger auf den Screen schreiben, allerdings ist das meist etwas ungenauer und wird nicht immer fehlerfrei erkannt, weshalb wir eher zur Nutzung eines S Pen oder ähnlicher Eingabestifte raten.
Praktisch für alle von euch, die neben einem Gerät mit Kindle-App weitere Reader von Amazon oder zum Beispiel ein Kindle Scribe nutzen: Eure handschriftlichen Notizen werden Amazon zufolge zwischen euren Geräten synchronisiert, solange ihr sie mit demselben Konto verwendet.
Wie das US-amerikanische Nachrichtenportal The Verge erklärt, ist das Feature bislang Android-Geräten vorbehalten und somit vorerst nicht für iPadOS angekündigt. Da der Rollout schrittweise erfolgt, kommt die Funktion bei einigen Nutzern etwas früher an als bei anderen.
Lohnt sich ein Kindle Scribe jetzt überhaupt noch?
Da die Kindle-App mit dem Update eine der wichtigsten Funktionen des Kindle Scribe bekommt, stellt sich die Frage, ob der E-Book-Reader damit nicht überflüssig wird. Da können wir alle Scribe-Besitzer beruhigen: Die Geräte besitzen noch genügend Stärken, die sie von herkömmlichen Tablets mit Kindle-App abheben.
So vermittelt nur das Kindle Scribe dank E-Ink-Display ein besonders augenfreundliches und sonnentaugliches Leseerlebnis. Auch das papierähnliche Schreibgefühl auf dem Scribe können Tablets nicht bieten. Hinzu kommt, dass der Akku des Scribe monatelang und damit deutlich länger hält als der Akku der meisten modernen Tablets.
Ein Tablet ist dafür vielseitiger, da ihr es nicht nur als reinen E-Reader, sondern auch zum Surfen, Arbeiten oder Spielen verwenden könnt. Viele Tablets punkten darüber hinaus mit einer besseren Farbdarstellung (insbesondere bei colorierten Büchern interessant) und einer schnelleren Bildwiederholrate für ein noch flüssigeres Leseerlebnis. Und dann ist da noch der Preis: Wer ohnehin schon ein Tablet daheim hat, muss nicht mehrere hundert Euro für eine reine Zusatzhardware wie ein Kindle Scribe ausgeben.
Es ist aber nicht von der Hand zu weisen, dass das Kindle Scribe mit dem neuen Update für die Kindle-App gerade bei Gelegenheits-Lesern und Studenten ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal verliert.
Strategiewechsel bei Amazon erkennbar