„Kipppunkt“ ab 40: Diese Nährstoffe schützen laut Arzt vor Alterskrankheiten
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Laut einer Studie altert der Körper im Laufe der Vierziger abrupt.
Das Risiko für Erkrankungen und körperlichen Beschwerden nimmt dann zu.
Bestimmte Nährstoffe werden ab 40 daher immer wichtiger, besonders für Frauen.
Mit 40 scheint das Altern trotz vereinzelter grauer Haare noch weit entfernt. Tatsächlich erlebt der Körper um die Lebensmitte herum aber einen sogenannten Kipppunkt im Alterungsprozess. So bauen die Muskulatur und die Knochendichte ab und der Körper verträgt Fett und Alkohol schlechter. Das Resultat: Erkrankungen und Nährstoffmängel treten ab 40 häufiger auf und begünstigen sich oft gegenseitig. Ein Kardiologe erklärt, welche Nährstoffe Menschen um die Lebensmitte herum im Blick behalten sollten, um ihre Gesundheit zu schützen.
„Alters-Kipppunkt“: Körper baut in den Vierzigern rasant ab
Bereits um das 25. Lebensjahr herum nimmt die körperliche Leistungsfähigkeit ab. So schüttet der Körper ab diesem Zeitpunkt weniger Kollagen und Hyaluronsäure aus, wodurch die Haut Volumen und Elastizität verliert. Ab 30 werden die Veränderungen mit ersten Fältchen und grauen Haaren sichtbarer. Die Muskelmasse bildet sich in dem Alter jedes Jahr um etwa ein Prozent zurück, und Fett setzt schneller an.
Andere Alterungsprozesse treten abrupter auf. Forscher der Universität Stanford fanden in einer Beobachtungsstudie heraus, dass die 108 Teilnehmenden zwei wesentliche Altersschübe durchmachten: Mit etwa 44 Jahren und um das 60. Lebensjahr herum zeigten sich zwei „Kipppunkte“ im Alterungsprozess. Beim ersten beschleunige sich der Muskelabbau, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steige und der Körper baue Fett und Alkohol schlechter ab, so die Forscher. Der zweite Alterskipppunkt ab 60 verändert hingegen das Immunsystem und den Zuckerstoffwechsel.
Doch diese Prozesse sind nicht unvermeidbar. Mit einem gesunden Lebensstil könne man den altersbedingten Veränderungen entgegenwirken, betonen die Studienautoren. Vorteilhaft für die Gesundheit sei unter anderem eine ausgewogene Ernährung mit den richtigen Nährstoffen. Einige davon werden ab 40 besonders wichtig.
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Das Problem: Mit zunehmendem Alter werde die Nährstoffaufnahme schwieriger, sagt der Kardiologe und Internist Patrick Neumann-Schniedewind aus Hamburg. Sowohl ungünstige individuelle Faktoren als auch natürliche Altersprozesse, wie die altersbedingte Rückbildung der Organstrukturen, beeinflussten die Nährstoffversorgung. Der Mediziner erklärt, dass „zunehmende Erkrankungen, Bewegungsmangel, ein veränderter Stoffwechsel und Medikamente das Aufnahmeverhalten von Nährstoffen aus der Ernährung ändern“.
Besonders durch chronische Erkrankungen und Medikamente nehme der Magen-Darm-Trakt Nährstoffe oft schlechter auf oder verwerte sie weniger gut, sagt Neumann-Schniedewind. So könnten Entwässerungsmedikamente den Bedarf an Mineralstoffen wie Magnesium und Kalium erhöhen, Sodbrennen-Medikamente und eine chronische Magenschleimhautentzündung raubten dem Körper hingegen Vitamin B12. Passend dazu: „Öko-Test“ hat Vitamin-B12-Tabletten untersucht und kann nicht alle Produkte empfehlen.
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Der Mediziner empfiehlt daher, ab 40 vor allem den Vitamin-B12-Bedarf im Blick zu behalten: Mit zunehmendem Alter werde die Magenschleimhaut dünner und neige eher zu Entzündungen. Weil die Proteine aus den Zellen der Magenschleimhaut elementar für die Aufnahme von Vitamin B12 sind, droht eine Unterversorgung mit ernsten Folgen: Ein Vitamin-B12-Mangel steigert das Risiko für Gefäßablagerungen und Herzerkrankungen, besonders im fortgeschrittenen Alter.
Unser Experte
Dr. Patrick Neumann-Schniedewind ist Internist und Kardiologe. Er leitet die kardiologische Abteilung des Medizinicum in Hamburg. Seine Schwerpunkte liegen in der Ernährungs- und Sportmedizin, in der Psychokardiologie und in der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Drei Nährstoffe schützen Knochen und Muskeln mit zunehmendem Alter
Wichtig sind laut Neumann-Schniedewind auch Vitamin D, Calcium und die Proteinzufuhr. Ein täglich gedeckter Eiweißbedarf hilft dem Experten zufolge gegen den Muskelabbau. In Kombination mit Vitamin D und Calcium bilden Proteine aber auch einen wichtigen Schutz gegen Knochenschwund (Osteoporose).
So sorgen Vitamin D und Eiweiß dafür, dass der Körper Calcium besser aufnimmt und in die Knochen transportiert. Genau wie die Muskulatur baut auch die Knochensubstanz in den Dreißigern jedes Jahr um bis zu ein Prozent ab. Während Calcium vor allem in Milchprodukten steckt, füllen sich die Vitamin-D-Depots mit zunehmendem Alter durch die dünner werdende Haut von Natur aus langsamer auf.
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Frauen seien besonders häufig von Knochenschwund betroffen, sagt der Mediziner. Die weiblichen Geschlechtshormone hemmen zwar den Knochenabbau. Sinkt aber der Östrogenspiegel im Zuge der Perimenopause ab etwa 40 Jahren, fällt dieser Schutz zunehmend weg. Schon vor den eigentlichen Menopause empfiehlt eine Expertin Frauen daher eine Ernährungsumstellung.
Schilddrüsenprobleme bei Frauen: Oft liegt es an Jodmangel
Auch einen Jodmangel beobachtet Neumann-Schniedewind im Alterungsprozess von Frauen häufiger. Einer aktuellen Erhebung des Bundesministeriums für Landwirtschaft zufolge riskiert ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland eine Jod-Unterversorgung. Durch jodiertes Salz ließe sich ein Mangel einfach verhindern, so das Ministerium. Neumann-Schneidwind empfiehlt vor allem Frauen „eine Überprüfung der Schilddrüse und gegebenenfalls eine Jodgabe“.
Die Schilddrüse braucht Jod zur Bildung von Hormonen, ein Mangel trägt zu einer Schilddrüsenunterfunktion bei. Diese kann in jedem Alter auftreten, kommt zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr aber besonders häufig vor. Betroffene fühlen sich erschöpft, sind weniger leistungsfähig und nehmen schneller zu. Auch Muskelschwäche und Zyklusstörungen gehören zu den möglichen Symptomen. So kann eine Schilddrüsenunterfunktion altersbedingte und hormonelle Veränderungen verstärken.
Nährstoffbedarf decken: Wann sollte man supplementieren?
Bei gesunden Menschen ab 40 funktioniert die Nährstoffabdeckung über eine ausgewogene Ernährung in der Regel noch so gut, dass Nahrungsergänzungsmittel nur in seltenen Fällen nötig sind. „Eine Supplementierung von Nährstoffen empfehle ich nur bei im Blut festgestellten Mangelzuständen oder in speziellen Lebensumständen wie einer Schwangerschaft, Erkrankungen oder fehlender Sonnenexposition“, erklärt Neumann-Schniedewind.
Auch bei einer vegetarischen und veganen Ernährung ist eine Nahrungsergänzung wichtig, da dem Körper dann unter anderem Vitamin B12 fehlt.