DAX -0,12 % 26.170,05 Pkt 09:25:40 MDAX -0,31 % 32.459,11 Pkt 09:25:37 Euro Stoxx 50 +0,49 % 6.508,58 Pkt 09:25:30 Dow Jones +0,49 % 54.349,12 Pkt 23:22:16 S&P 500 -0,17 % 7.723,55 Pkt 22:41:45 Nasdaq -0,83 % 26.363,44 Pkt 23:15:59 Nikkei -0,93 % 65.683,26 Pkt 08:45:03 Gold +1,76 % 4.320,70 USD 09:30:18 Silber +0,00 % 62,10 USD 09:30:34 Brent +0,24 % 79,64 USD 09:30:11 WTI -0,03 % 75,20 USD 09:30:31 Bitcoin +0,29 % 64.786,20 USD 09:40:35 EUR/USD +0,12 % 1,15460 USD 09:39:57 EUR/GBP +0,06 % 0,85780 GBP 09:40:39 EUR/CHF +0,04 % 0,93340 CHF 09:40:42 EUR/JPY +0,19 % 182,206 JPY 09:40:40

"Klarer Gestaltungsauftrag": Commerzbank hofft auf Bewegung bei Unicredit

Allgemein

Die Übernahme von Deutschlands zweitgrößter Bank durch die italienische Unicredit ist wohl unvermeidlich. Doch die Commerzbank will weiter den Preis treiben. Dazu glänzt sie im Tagesgeschäft und will mit der Kurspflege die Aktionäre bei der Stange halten. Mitten im Übernahmekampf mit dem Großaktionär Unicredit hat die Commerzbank im ersten Halbjahr ein Rekordergebnis erzielt und ihren Jahresausblick bestätigt. Das operative Ergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro, wie das Institut mitteilte. Das Nettoergebnis kletterte um rund 40 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro, was über den Erwartungen der Analysten lag. Damit sieht sich die Commerzbank auf Kurs, ihr Gewinnziel von mindestens 3,4 Milliarden Euro zu erreichen. Das Rekordergebnis zeige, "welche Kraft in unserem Geschäftsmodell steckt", betonte Orlopp. "Wir wachsen profitabel, investieren und beweisen Tag für Tag die Stärke unseres Kundengeschäfts." Auf dieser Grundlage plane die Bank den nächsten Aktienrückkauf in Höhe von 1,2 Milliarden Euro. Damit kann die Bank den Aktienkurs steigern. Orlopp setzte bei der Gegenwehr gegen eine Übernahme durch die Unicredit auf eine Strategie der Eigenständigkeit, zu der neben einem Stellenabbau ehrgeizige Gewinnziele und großzügige Dividenden gehörten. Inzwischen aber hat sich die Coba mit der Unicredit arrangiert. "Wir haben diesbezüglich Gespräche aufgenommen", sagte Orlopp. "Ich bin optimistisch, dass wir Schritt für Schritt eine gemeinsame Basis in Bezug auf die Unternehmensführung und auch das Geschäftsmodell finden können." Gespräche lägen im Interesse beider Banken, um Wert für Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter zu schaffen. In die Gespräche sei der Bund als zweitgrößter Aktionär einbezogen. "Wir sind in enger Abstimmung." Die italienische Großbank Unicredit hat sich mittlerweile fast die Hälfte der Anteile gesichert. Durchregieren könne die Unicredit damit aber bisher nicht, betonte Orlopp. "Auch wenn die Unicredit über eine Mehrheit auf der nächsten Hauptversammlung verfügt, kann sie über wesentliche Strukturmaßnahmen nicht allein entscheiden", erklärte die Commerzbank-Chefin. "Das ist ein klarer Gestaltungsauftrag für beide Seiten." Dafür brauche es ein gemeinsames Verständnis des Geschäftsmodells und die Einbindung aller Beteiligten. Unicredit-Chef Andrea Orcel und Orlopp haben sich einem Insider zufolge am Rande einer privaten Veranstaltung kurz getroffen. Sie hätten sich über das weitere Vorgehen im Zusammenhang ausgetauscht. Dabei habe es sich aber nicht um den Beginn von Verhandlungen gehandelt, betonte der Insider. Das Übernahmeangebot sei abgeschlossen und die Ergebnisse eindeutig. Commerzbank-Aufsichtsratschef Jens Weidmann hatte Unicredit zu direkten Gesprächen mit dem Vorstand aufgefordert. Der ehemalige Bundesbank-Chef gestand damit ein, dass an einer Machtübernahme durch die Mailänder Großbank nichts mehr vorbeiführt. Unicredit-Chef Andrea Orcel hatte angekündigt, mit der Bundesregierung und dem Betriebsrat über eine gemeinsame Zukunft seines Hauses mit der Commerzbank zu sprechen. Der Bund, dessen Aktienverkauf im September 2024 zum Einfallstor für die Unicredit wurde, hat mit seinen verbliebenen gut zwölf Prozent Anteil ein Wort mitzureden. Die Beteiligung ist eine Folge der Finanzkrise 2008/2009 als der Staat das Institut mit Steuermilliarden vor dem Kollaps bewahrte. Den Commerzbank-Vorstand um Bettina Orlopp hatte der Italiener nicht als Gesprächspartner erwähnt. Im zweiten Quartal stieg das operative Ergebnis der Commerzbank auf Jahressicht um rund 17 Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro. Das Nettoergebnis nach Steuern und Minderheiten verdoppelte sich beinahe auf 898 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatten Kosten für den Abbau Tausender Jobs den Gewinn gedrückt.

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