DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,08 % 64.364,85 USD 09:15:18 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Klimakrise: Was kostet das Nichtstun?

Nation

Stand: 23.07.2026 06:00 Uhr Die Bundesregierung betont, Klimaschutz belaste die deutsche Wirtschaft. Doch Ökonomen warnen, zu wenig Klimaschutz könnte am Ende teurer werden. von Oda Lambrecht Ende Juni, während gerade die Hitzewelle mit Rekordtemperaturen von mehr als 40 Grad heranrollte, diskutierte die CDU in ihrer Berliner Parteizentrale darüber, ob man den Klimaschutz abschwächen solle. Klimaschutz sei zwar wichtig, aber nicht auf Kosten der Industrie, so der Tenor während der Debatte über Klimaschutz, Industrie und Wettbewerbsfähigkeit. "Klimaschutz durch Deindustrialisierung kann nicht unser Anspruch sein", so die CDU-Politikerin Gitta Connemann, parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium. Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister Franz-Josef Laumann (CDU) beklagte, hohe CO2-Preise würden die Chemieindustrie zu sehr belasten. Und der CDU-Bundestagabgeordnete Tilman Kuban erklärte sogar, es reiche auch, Deutschlands Klimaschutzziel nur zu 80 Prozent zu erfüllen. Jetzt schon alles auf 100 Prozent zu planen, mache es einfach nur wahnsinnig teuer und sorge dafür, dass Deutschland weniger wettbewerbsfähig sei, so Kuban. Berechnungen: Hunderte Milliarden Euro Schaden möglich Die Ökonomin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung dagegen schreibt: "Nicht Klimaschutz ist teuer, sondern das Nicht-Handeln." Klimaschäden seien längst Realität, so Kemfert, bis 2050 könnten die volkswirtschaftlichen Schäden je nach Szenario auf 280 bis 900 Milliarden Euro steigen. Allein die aktuelle Hitzewelle Ende Juni habe Deutschlands Wirtschaft 6,3 Milliarden Euro gekostet, errechnete das private Forschungsunternehmen Prognos im Auftrag des "Handelsblatt". Klimawandel verursacht schon jetzt hohe Kosten Viele Unternehmen klagen bereits über hohe Kosten, die ihnen durch die Folgen des Klimawandels entstehen. Der Schokoladenhersteller Rittersport aus der Nähe von Stuttgart zum Beispiel berichtet über Herausforderungen beim Kakaoanbau. Längere Dürreperioden und intensivere Niederschläge führten zu Ertragseinbußen, so Hauke Will, der im Unternehmen für die landwirtschaftliche Produktion verantwortlich ist. Auch bei dem Containerlogistiker Contargo führen mehr Extremwettereignisse zu steigenden Kosten. Am Terminal in Neuss erklärt die Nachhaltigkeitsmanagerin des Unternehmens, Kristiane Schmidt, wenn zum Beispiel durch Hitzeperioden der Rheinpegel sinke, könne Contargo die Schiffe nicht voll beladen. So müssten sie zum Beispiel in neue Schiffe investieren, die auch bei Niedrigwasser fahren könnten. WEF: Extremwetter als größtes Risiko für die Weltwirtschaft Erst Anfang des Jahres veröffentlichte das Weltwirtschaftsforum seine aktuelle Rangliste der größten Risiken. Extremwetterereignisse werden demnach innerhalb der kommenden zehn Jahre als das größte Risiko für die globale Wirtschaft eingeschätzt. Der Outdoorausrüster Vaude aus Tettnang in Baden-Württemberg produziert nicht nur in Deutschland, sondern auch in Asien. Dort komme es inzwischen aufgrund von Taifunen und Überschwemmungen häufiger zu Verzögerungen, erzählt die Geschäftsführerin Antje von Dewitz. "Wir haben dann Umsatzverluste, weil die Ware zu spät angeliefert wird", so von Dewitz. Die Vaude-Chefin bedauert, dass zu wenig über die Kosten gesprochen werde, die der Wirtschaft durch die Folgen des Klimawandels entstünden. Deutschland hat noch kein Monitoring für Klimaschäden Mit welchen Belastungen rechnet die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) für deutsche Unternehmen? Ein Interview mit Panorama lehnte sie ab, aber ihr Ministerium schreibt, eigene Berechnungen dazu lägen nicht vor. Diese wären auch mit einer Vielzahl von Unsicherheiten verbunden. Außerdem sei das Bundesministerium für Klimaschutz für solche Klimafolgenabschätzungen zuständig. Auch Klimaschutzminister Carsten Schneider (SPD) ermöglichte kein Interview. Sein Haus schreibt, der Klimawandel verursache bereits heute erhebliche Kosten in Deutschland - man arbeite an einem nationalen Monitoringprogramm, das solche Schäden systematisch erfasse.

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