Klimaphänomens El Niño: Tanker zahlt Millionensumme für rasche Durchfahrt durch Panamakanal
Ein Tanker mit Flüssiggas an Bord hat eine Rekordsumme von 5,3 Millionen US-Dollar für eine bevorzugte Durchfahrt des Panamakanals bezahlt, bevor der Schiffsverkehr wegen des Klimaphänomens El Niño eingeschränkt wird. Das sei die bislang höchste Summe, die bei der Auktion für die Durchfahrten gezahlt wurde, sagte die stellvertretende Leiterin der Panamakanal-Behörde, Ilya Espino de Marotta, der Nachrichtenagentur AFP. Der durchschnittliche Auktionspreis lag laut der Behörde zwischen Oktober 2025 und Februar 2026 bei rund 55.000 Dollar.
Nach Angaben der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zahlte der südkoreanische Konzern SK Gas die Rekordsumme für die Durchfahrt des Schiffs namens G. Spirit am 1. September. Ab dem 3. September reduzieren die Behörden schrittweise den Schiffsverkehr auf der Route wegen der durch El Niño ausgelösten Trockenheit in Mittelamerika. Für den Betrieb der Schleusen des Panamakanals sind große Wassermengen nötig. Sie werden aus einem von zwei Seen gespeisten Wassereinzugsgebiet entnommen. Die Wasserpegel dieser Seen sind wegen der fehlenden Niederschläge deutlich gesunken.
Der rund 80 Kilometer lange Panamakanal verbindet den Atlantik und den Pazifik. Fünf Prozent des weltweiten Seehandels passieren die Wasserstraße. Schiffe buchen ihre Durchfahrt durch den Panamakanal für gewöhnlich weit im Voraus. Schiffe ohne Buchung warten im Schnitt fünf Tage auf die Passage, alternativ können sie auch Last-minute-Durchfahrten bei einer Auktion ersteigern. Vor allem Schiffe aus den USA, China, Japan, Chile und Südkorea nutzen den Kanal.
Klimaphänomen El Niño
Bei dem Klimaphänomen El Niño erwärmt sich die Wasseroberfläche im östlichen und zentralen Pazifik in der Nähe des Äquators. Dies hat weltweit Auswirkungen auf Wind, Luftdruck und Niederschläge. In der Folge steigt das Risiko für Wetterextreme. El Niño tritt alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert zwischen neun und zwölf Monate.
Honduras, Panama und El Salvador haben wegen der durch El Niño verursachten Trockenheit einen Dürrealarm ausgerufen. Im Gebiet des Panamakanals lagen die Niederschlagsmengen von Mai bis August dieses Jahres 34 Prozent unter dem historischen Durchschnitt.