Klonen: ArtCraft baut Word, Excel und PowerPoint nach
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Die leistungsstärksten KI-Modelle von Anthropic und OpenAI und zuletzt auch wieder von Google wie Claude Opus 5.5, ChatGPT-6 Astra oder Gemini 4 Argon eignen sich nicht nur für das Schreiben von neuem Programmcode oder das Aufdecken (und Ausnutzen) von Sicherheitslücken, sondern auch für den Nachbau und gar das Reverse-Engineering von Software bekannter Marken. Gerade in den vergangenen Tagen hat das Thema für großen Wirbel gesorgt.
Nachdem bereits Spiele-Portierungen von Halo, Black Ops oder Vice City der Spielergemeinschaft neue Möglichkeiten eröffneten, indem sie ältere Titel auch auf andere Plattformen bringen oder neue Charaktere wie Super Mario in Ego-Shooter einbauen konnten, sprießen immer mehr KI-Nachbauten aus dem Boden. Die Spiele-Portierungen wurden vor allem durch die Fähigkeiten von Antrophics Claude Opus 5.5 beim Dekompilieren möglich. Dabei übersetzt eine KI bereits vorhandenen Maschinencode zurück und hilft, daraus wieder nutzbaren Quellcode zu gewinnen. Die daraus erschaffenen Versionen sind nicht lizenziert.
Was mit Spielen begann, geht inzwischen bei Alltagssoftware weiter. So veröffentlichte das ArtCraft-Projekt mehrere Adobe-Nachbauten und zog nun mit drei weiteren Anwendungen nach, die Microsofts Word, Excel und PowerPoint nachempfinden. Die sieben zuvor angekündigten Nachbauten orientieren sich an Adobe-Programmen: PhotoCraft bildet Photoshop ab, VectorCraft Illustrator, FilmCraft Premiere Pro, LightCraft Lightroom, EffectCraft After Effects, DesignCraft InDesign und PdfCraft Acrobat Pro. Mit WordCraft, GridCraft und DeckCraft kommen jetzt nach Microsofts Vorbild ein Textverarbeitungsprogramm, eine Tabellenkalkulation und eine Präsentationssoftware hinzu. Die Repositories sind öffentlich auf GitHub verfügbar. Auch hier nutzte man Anthropics Claude Opus 5.5.
Das Entwicklerteam beschreibt die Programme als quelloffene Clean-Room-Neuimplementierungen in Rust. Sie sollen bekannte Oberflächen und Arbeitsabläufe nachbilden, ohne Microsofts oder Adobes Quellcode zu übernehmen. Der Ansatz soll Nutzern eine kostenlose Alternative zu den Abonnements bieten. Die aktuelle Projektseite führt die Programme jedoch weiterhin als "In development" und von den sieben Adobe-Anwendungen sind PhotoCraft und PdfCraft noch als frühe Alpha markiert.
Damit sind die Apps aber noch lange keine Ersatzlösungen für Microsoft 365 oder Creative Cloud: Neben fehlenden Funktionen geht es auch um Dateikompatibilität, eingespielte Arbeitsabläufe und Cloud-Dienste, die sich nicht durch eine ähnliche Oberfläche ersetzen lassen. Freie Alternativen wie LibreOffice gibt es seit Jahren – ArtCrafts zusätzlicher Anspruch ist es, bekannte Bedienkonzepte möglichst direkt nachzubilden.